Zuwanderer werden zu schlecht genutzt:
Experten setzen Politiker unter Zugzwang
- Fordern Initiativen bei Beschäftigung und Bildung
- Plus: Zahl der Einbürgerungen bleibt stark rückläufig
·Österreich lässt
Profis versauern
Qualifizierten Migranten
fällt die Jobsuche schwer
·Zuwanderer werden zu schlecht genutzt
Experten setzen unsere Politiker unter Zugzwang
·Staatsbürgerschaft für Ausländer-Babys
Grüne mit neuer Idee in der Zuwanderungsdebatte
·Analphabet aus den Bergen unerwünscht
Fekter für klare Regeln bei der Zuwanderung
·Kluge Köpfe machen Bogen um Österreich
Zuwanderungsdebatte
wird weiter angeheizt
·Zuwanderung spaltet Österreichs Politiker
Burgstaller für, Dörfler gegen Rot-Weiß-Rot-Card

Massiven Verbesserungsbedarf sehen führende Experten bei der besseren Integration von Zuwanderern. Das Dialogforum der Donau-Universität Krems fordert mehr Initiativen bei Bildung und Beschäftigung und setzt so die heimische Politik unter Zugzwang.
Wie das Ö1-Morgenjournal berichtet, sind sich die Experten beim derzeit stattfindenden Forum einig: Nur wenige Länder nutzen das Potenzial ihrer Zuwanderer so schlecht wie Österreich. Bereits bei der Ankunft werden sie benachteiligt, weil deren Qualifikationen nicht anerkannt werden. Und diesen Rückstand aufzuholen sei schwierig und teuer, so Annette Sprung von der Uni Graz. Zuwanderer haben es nämlich schwerer, sich hier weiterzubilden. Ihnen fehlen soziale Netzwerke, um sich auszutauschen. Zudem fürchten einige Fortbildungseinrichtungen um ihren Ruf, sollten sie offensiv um Migranten werben, erläutert Sprung.
Migrationsforscherin Gudrun Biffl appelliert vor allem an die heimischen Gewerkschaften, ihre Skepsis gegenüber ausländischen Arbeitskräften und der Öffnung des Arbeitsmarktes abzulegen. Vielmehr sollte man Migration als Chance sehen, fordert Biffl.
Weniger Einbürgerungen
Unterdessen bleibt die Zahl der Einbürgerungen weiterhin stark rückläufig. Im ersten Halbjahr wurde an insgesamt 2.764 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres bedeutet dies einen Rückgang von 34,9 Prozent. In den Jahren 2003 bis 2005 waren die Einbürgerungszahlen laut Statistik Austria bis zur Jahresmitte noch jeweils rund sieben bis acht Mal so hoch wie heuer.
Mit Ausnahme von Kärnten wurden im ersten Halbjahr 2010 in allen Bundesländern weniger Personen eingebürgert als von Jänner bis Ende Juni 2009. Die Rückgänge waren jedoch unterschiedlich hoch und reichten von weniger als einem Zehntel in Vorarlberg und Salzburg bis weit über 50 Prozent in Wien. Nur in Kärnten erhielten mit 239 Personen um gut die Hälfte (+53,2 Prozent) mehr die österreichische Staatsbürgerschaft als im Vergleichszeitraum 2009 (156). In Wien sank die Zahl von 1.486 auf 650 (-56 Prozent), in Niederösterreich von 642 auf 364 Personen (-43 Prozent) und in Oberösterreich von 714 auf 470 Personen (-34 Prozent). Unterdurchschnittliche Rückgänge der Einbürgerungszahlen verzeichneten Tirol (von 365 auf 269; -26 Prozent), die Steiermark (von 267 auf 207; -22 Prozent), das Burgenland (von 91 auf 81; -11 Prozent), Salzburg (von 282 auf 260; -8 Prozent) und Vorarlberg (von 235 auf 222; -6 Prozent).
(apa/red)

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