Mittwoch, 4. August 2010

Trotz Abzocke bei Strompreisen: Mehrheit der Österreicher ist noch immer wechselfaul

  • Preisunterschiede zwischen Anbietern beträchlich
  • E-Control: Kunden müssten "viel aktiver" sein

Mit der präsentierten Studie der deutschen Grünen, wonach die Energiekonzerne von ihren Stromkunden bis zu eine Milliarde Euro zu viel kassieren, ist auch in Österreich die Diskussion um zu hohe Strompreise wieder einmal aufgeflammt. Wie in Deutschland kritisiert auch der heimische Energieregulator, dass die Versorger die Preissenkungen nicht ausreichend an die Kunden weitergeben.

Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind mitunter beträchtlich - momentan kann sich ein Haushalt bis zu 82 Euro im Jahr sparen. Trotzdem sind die Österreicher noch immer wechselfaul. In den vergangenen drei Jahren haben jeweils nur 1 bis 1,5 Prozent der Haushalte ihren Stromanbieter gewechselt, sagte Johannes Mayer, Leiter der E-Control-Volkswirtschaftsabteilung, zur APA. 2009 betrug die Wechselquote 1,2 Prozent, was etwa 48.000 Haushalten entspricht, 2008 hatten 1,3 Prozent gewechselt. Deutlich wechselfreudiger ist die Industrie - jährlich sucht sich etwa jedes zehnte Unternehmen einen neuen Stromlieferanten.

Dass die sich Österreicher durch die aktuellen Berichte über die Milliardenabzocke in Deutschland jetzt vermehrt nach einem neuen Anbieter umschauen, glaubt Mayer nicht. "Im Sommer kümmert man sich meist nicht um die Energierechnung". Das Thema werde erst in der Heizsaison virulent. Generell gelte, dass die Kunden in Zeiten von Preiserhöhungen "viel aktiver" seien. Beispielsweise hätten infolge der Strompreiserhöhungen im vergangenen Winter - vor allem die Anhebung des Verbund - im zweiten Quartal 2010 rund 28.000 Haushalte gewechselt.

Wer hierzulande vom lokalen Anbieter zu einem alternativen wechselt, kann seine Stromrechnung um einiges senken. In Wien kann ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) bis zu 82,01 Euro sparen, zeigt der aktuelle Strompreismonitor der E-Control.

(apa/red)


(apa/red)

4.8.2010 19:44
mmeinung, 06. 09. '10 14:11
Anbieterwechsel
Man hat ja gesehen wie der Anbieterwechsel für viele Stromkunden ausgegangen ist.... zum Verbund gewechselt, weil der billiger war und dann war er teurer als der vielleicht langjährige Anbieter....
So groß sind die Unterschiede auch wieder nicht, dass man ständig wechseln müsste, außerdem hat man dann 2 Rechnungen (die Leitungen bleiben ja noch immer beim örtlichen Versorger) und vielleicht auch eine schlechtere Serviceleistung - einer schiebt es dann auf den anderen