Wenn die "Buberln" erwachsen werden...
Haiders engste Vertraute im Visier der Justiz
- Koloini, Mikscha, Meischberger & Co. unter Verdacht
- Wer wusste über angebliche Haider-Konten Bescheid?
·Justiz-Interesse an
Schmid & Forstinger
FORMAT: Ex-Minister der
FPÖ zu BUWOG verhört
·Kräuter misstraut Staatsanwaltschaft
Buwog: Warum sind Plech
& Meischberger noch frei?
·Geheimtreffen bringt
Grasser in Bredouille
Wurden Beweismittel in
Causa BUWOG gefälscht?
·Verfahren gegen
Grasser eingestellt
Ex-Finanzminister darf
Causa Meinl abhaken
·Wenn die "Buberln"
erwachsen werden...
Haiders engste Vertraute
geraten ins Justiz-Visier
·Meinl wird auf zwei
Milliarden verklagt
Immobilienfirma fordert
von ihrem Gründer Bares
Wer wusste von Jörg Haiders angeblichen Millionen-Konten in Liechtenstein? Im Zuge der Ermittlungen richten sich die Scheinwerfer der Justiz vor allem auf seine ehemaligen Mitstreiter aus der legendären Buberlpartie. NEWS.at hat sich die Rolle der ehemaligen FPÖ-Nachwuchshoffnungen im jüngsten Jörg-Haider-Thriller näher angesehen. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Das Tagebuch von Walter Meischberger ist momentan das einzige Beweismittel für mögliche Haider-Konten in Liechtenstein (oder der Schweiz). Daneben berufen sich NEWS und profil auf diverse Zeugenaussagen, die von der Existenz solcher Konten wissen wollen. Die Notizen des Grasser-Trauzeugen und ehemaligen Haider-Buberls könnten jedoch auch Teil eines gefinkelten PR-Coups sein, um ehemalige Mitstreiter wie Franz Koloini vor der Justiz auszustechen. Zuletzt hat Meischberger den Inhalt des Tagebuchs heruntergespielt. "Ich würde Ihnen raten, die ganze Geschichte nicht besonders ernst zu nehmen", sagte er dem Kurier. Ein Täuschungsmanöver?
Der schöne Franzi, wie Haiders Ex-Protokollchef Franz Koloini in Parteikreisen gerufen wurde, ist der "Hauptdarsteller" im Tagebuch Meischbergers. Er soll über die Herkunft möglicher Haider-Gelder Bescheid gewusst und gegenüber Meischberger "aus der Schule geplaudert" haben. In einer anderen Affäre hat Koloini vor kurzem gegenüber NEWS bestätigt, jenes Sponsorgeld von 250.000 Dollar, das beim Formel-1-Eintieg des Rennfahrers Patrick Friesachers übrig geblieben sei, bar an seinen Mentor Haider übergeben zu haben. Zuvor war das Geld im Jahr 2007 kurzfristig auf seinem Privatkonto gelandet. Geldgeber für den Formel-1-Deal war die Hypo Group Alpe Adria Bank.
Auch der frühere FPÖ- und BZÖ-Werbestratege Gernot Rumpold soll über die Haider-Vermögen im Ausland Bescheid wissen. Der "Buberl fürs Grobe" geriet schon im Zuge der Eurofighter-Debatte im Jahr 2006 gehörig unter Beschuss. Damals wurde bekannt, dass die Rüstungsfirma EADS die PR-Agentur des Ehepaares Erika und Gernot Rumpold mit einem lukrativen Sechs-Millionen-Euro-Auftrag ausstattete. Allerdings sollen nur zwei Millionen davon tatsächlich für Werbezwecke ausgegeben worden sein. Der Verdacht der Parteienfinanzierung zugunsten des BZÖ konnte im parlamentarischen Untersuchungsausschuss jedoch nicht nachgewiesen werden.
Laut neuesten Enthüllungen von NEWS soll der ehemalige persönliche Referent Haiders, Gerald Mikscha, gemeinsam mit einem Vertreter der Vorarlberger FPÖ im Februar oder März 1996 bei der LGT-Bank in Vaduz das erste Haider-Konto eröffnet haben. Eingezahlt wurden demnach damals 500.000 Schilling in bar. Zuletzt hieß es, Mikscha habe sich nach Paraguay abgesetzt. Alles falsch Mikscha lebt zurückgezogen in Kärnten und wurde zuletzt vor wenigen Wochen beim Tennisspielen in Klagenfurt gesehen, wie NEWS in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.
Lange Jahre galt Josef Moser als "graue Eminenz" in der FPÖ. Bis zum 1. Juli 2004, als Moser zum Rechnungshof-Präsidenten berufen wurde, war der gebürtige Osttiroler Jörg Haiders Anwalt des Vertrauens. Anfang der 2000er Jahre geriet er in Zusammenhang mit der "Turnauer-Affäre" in die Schlagzeilen: 1996 soll der mittlerweile verstorbene Großindustrielle Herbert Turnauer der FPÖ fünf Mio. Schilling (363.000 Euro) in einem "Billa-Sackerl" übergeben haben. Moser, damals Klubdirektor der Freiheitlichen, hatte einen Brief Turnauers beim damaligen Parteianwalt Böhmdorfer deponiert. Moser gab später an, nicht gewusst zu haben, was sich in dem Kuvert befunden habe. Von den Medien zitierte Zeugen berichteten, dass sich im Brief Bündel mit 5.000 Schilling-Scheinen befunden haben sollen.
Neben Mikscha und Moser soll auch Ex-Haider-Pressesprecher Karl Heinz Petritz Zugriff auf die Haider-Millionen gehabt haben. Sowohl Moser als auch Petritz dementieren entsprechende Berichte. Ich wusste nichts von Geheimkonten und war auch nicht zeichnungsberechtigt, versichert Petritz, der heute als Geschäftsmann in Osteuropa und im arabischen Raum sein Geld verdient.
Über dem ehemaligen Sunnyboy der schwarz-blauen Koalition Karl-Heinz Grasser ziehen mehr und mehr dunkle Wolken auf. Mit den angeblichen Haider-Konten wird er zwar nicht in Verbindung gebracht. Dem ehemaligen Haider-Buberl steht demnächst aber eine Einvernahme in Sachen Buwog-Affäre bevor. Laut einem Bericht im Falter soll der Name Grasser auch im ominösen FPÖ-Masterplan vorkommen, der dafür erdacht war, einzelne Persönlichkeiten - darunter Grasser - von den geplanten Privatisierungen unter Schwarz-Blau finanziell profitieren zu lassen.
(red)
Causa Buwog15:53
KHG-Anwalt verurteiltAnklage wegen Urkundenunterdrückung - Kanzlei weist die Vorwürfe zurück
US-Präsidentschaftswahlen15:05
Romneys Klotz am BeinDer milliardenschwere Investor macht dem Obama-Rivalen das Leben schwer
Altkanzler in Ungarn13:52
Schüssel lobt OrbanEx-Kanzler bei Konferenz in Budapest: "Regierung verdient Achtung für ihre Arbeit"
