Minutenlanger Applaus für Fidel Castro: Seit 4 Jahren erstmals wieder im Parlament
- Nationalversammlung mit Kubas Revolutionsführer
- Beratungen über angeblich drohenden Atomkrieg
Kubas Ex-Präsident Fidel Castro hat in seiner ersten Rede vor dem Parlament seit seinem Machtverzicht vor vier Jahren vor einem Atomkrieg gegen den Iran gewarnt. Diese Gefahr bestehe im Falle eines Angriffs der USA oder Israels auf den Iran, sagte Castro bei der Parlamentssitzung in Havanna. Schon am Mittwoch hatte Castro US-Präsident Obama vor einem militärischen Vorgehen gegen den Iran gewarnt.
Das zweimal im Jahr tagende Parlament war auf Wunsch des langjährigen Staatschefs einberufen worden. Als Fidel Castro in Begleitung seines Bruders und Nachfolgers Raúl Castro das Gebäude betrat, brach begeisterter Beifall aus. Die 610 Deputierten standen auf und klatschten minutenlang. In der für ihn typischen olivfarbenen Uniform hielt der kubanische Revolutionsführer eine etwa zehn Minuten lange Ansprache. Sein Auftritt im Parlament wurde live im kubanischen Fernsehen und Radio übertragen.
Fidel Castro hatte die Staatsführung im Juli 2006 wegen gesundheitlicher Probleme an seinen jüngeren Bruder Raúl Castro abgegeben. Seitdem hatte er nicht mehr vor dem Parlament gesprochen. Er behielt allerdings den Posten als Chef der Kommunistischen Partei Kubas sowie seinen Parlamentssitz und meldete sich immer wieder mit schriftlichen Kommentaren zur Wort. Öffentliche Auftritte mied er lange Zeit, in den vergangenen Wochen hatte sich Fidel Castro aber wiederholt in der Öffentlichkeit gezeigt.
Bei seiner Rede vor dem Parlament kam Fidel Castro wie seit seinem Machtverzicht üblich nicht auf die Lage in Kuba zu sprechen. Der Karibikstaat leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Über Gegenmaßnahmen hatte das Parlament vergangene Woche in seiner regulären halbjährlichen Sitzung beraten.
(apa/red)
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