Haider-Konten schlagen weiter hohe Wellen:
Meischberger relativiert jetzt sein Tagebuch
- War ein "Notizbuch" als "Aufarbeitungsinstrument"
- Rät, "Geschichte nicht besonders ernst zu nehmen"

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·Meischberger relativiert Tagebuch
Haider-Konten schlagen weiterhin hohe Wellen
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Der Tagebuch-Verfasser Walter Meischberger hat nun in ersten medialen Stellungnahmen die Brisanz seiner Aufzeichnungen relativiert. "Ich würde Ihnen raten, die ganze Geschichte nicht besonders ernst zu nehmen", zitiert ihn der "Kurier". In der "Presse" meint er, es habe sich nicht um "ein Tagebuch, sondern ein Notizbuch" gehandelt, die er als "Aufarbeitungsinstrument" angelegt habe, um eine Gedächtnisstütze für die Einvernahmen in der Buwog-Causa bei den Behörden zu haben.
Bei dem Treffen mit dem früheren Protokollchef Jörg Haiders, Franz Koloini, von dem Meischberger in seinem "Notizbuch" berichtet, sei es vor allem um ein gemeinsames Geschäft gegangen. Die Erörterung diverser "Gerüchte um die Haider-Gelder", sagte er der "Presse", seien dann "unter tausend anderen Dingen" zur Sprache gekommen. Und Koloini habe lediglich bestätigt, solche Gerüchte auch zu kenne, habe aber dazu nichts genaues sagen können, da er nichts wisse. "Das war alles", so der frühere FPÖ-Politiker Meischberger in der Presse.
Seine Aufzeichnungen wurden im Februar des Jahres bei einer Hausdurchsuchung gefunden und am Montag auszugsweise vom "Falter" veröffentlicht. Sie gelten derzeit als mögliche Hinweisgeber auf die kolportierten Millionenbeträge, die der frühere Kärntner Landeshauptmann und FPÖ-Obmann unter anderem vom libyschen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi erhalten haben und im Ausland geparkt haben soll.
Haiders Schwester Ursula Haubner, selbst von Mitte 2004 bis zur Abspaltung des BZÖ 2005 Parteichefin der FPÖ, erklärte dem ORF, sie wisse nichts von irgendwelchen Konten oder Parteispenden aus dem Ausland. Sie denke allerdings, dass ihr Bruder niemand gewesen sei, der "unrealistisch etwas angenommen hat". Zu ihrer Zeit als Parteiobfrau habe es "keinerlei Spendengelder von irgendwelchen dubiosen Quellen" gegeben, sagte sie und forderte "Fairness" für einen Haider und seine Familie "über den Tod hinaus".
Korruptions-StA: Derzeit keine konkreten Beweise
Für kolportierte Geldflüsse aus dem Ausland an den früheren FPÖ-Chef Jörg Haider sieht der Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft, Friedrich Koenig, derzeit keine belegten Anhaltspunkte. "Konkrete Beweise sind zumindest mir nicht bekannt", sagte er in der "ZiB 2". Das Tagesbuch von Walter Meischberger enthalte bloß "Eintragungen vom Hörensagen, die wiederum ein anderer vom Hörensagen gehört haben soll". Im Zusammenhang mit angeblichen Konten Haiders im Ausland werde "selbstverständlich ermittelt", hielt Koenig fest - wenn auch "nicht gegen eine konkrete Person".
(apa/red)
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