Dienstag, 3. August 2010

Haider-Konten schlagen weiter hohe Wellen:
Meischberger relativiert jetzt sein Tagebuch

  • War ein "Notizbuch" als "Aufarbeitungsinstrument"
  • Rät, "Geschichte nicht besonders ernst zu nehmen"

Der Tagebuch-Verfasser Walter Meischberger hat nun in ersten medialen Stellungnahmen die Brisanz seiner Aufzeichnungen relativiert. "Ich würde Ihnen raten, die ganze Geschichte nicht besonders ernst zu nehmen", zitiert ihn der "Kurier". In der "Presse" meint er, es habe sich nicht um "ein Tagebuch, sondern ein Notizbuch" gehandelt, die er als "Aufarbeitungsinstrument" angelegt habe, um eine Gedächtnisstütze für die Einvernahmen in der Buwog-Causa bei den Behörden zu haben.

Bei dem Treffen mit dem früheren Protokollchef Jörg Haiders, Franz Koloini, von dem Meischberger in seinem "Notizbuch" berichtet, sei es vor allem um ein gemeinsames Geschäft gegangen. Die Erörterung diverser "Gerüchte um die Haider-Gelder", sagte er der "Presse", seien dann "unter tausend anderen Dingen" zur Sprache gekommen. Und Koloini habe lediglich bestätigt, solche Gerüchte auch zu kenne, habe aber dazu nichts genaues sagen können, da er nichts wisse. "Das war alles", so der frühere FPÖ-Politiker Meischberger in der Presse.

Seine Aufzeichnungen wurden im Februar des Jahres bei einer Hausdurchsuchung gefunden und am Montag auszugsweise vom "Falter" veröffentlicht. Sie gelten derzeit als mögliche Hinweisgeber auf die kolportierten Millionenbeträge, die der frühere Kärntner Landeshauptmann und FPÖ-Obmann unter anderem vom libyschen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi erhalten haben und im Ausland geparkt haben soll.

Haiders Schwester Ursula Haubner, selbst von Mitte 2004 bis zur Abspaltung des BZÖ 2005 Parteichefin der FPÖ, erklärte dem ORF, sie wisse nichts von irgendwelchen Konten oder Parteispenden aus dem Ausland. Sie denke allerdings, dass ihr Bruder niemand gewesen sei, der "unrealistisch etwas angenommen hat". Zu ihrer Zeit als Parteiobfrau habe es "keinerlei Spendengelder von irgendwelchen dubiosen Quellen" gegeben, sagte sie und forderte "Fairness" für einen Haider und seine Familie "über den Tod hinaus".

Korruptions-StA: Derzeit keine konkreten Beweise
Für kolportierte Geldflüsse aus dem Ausland an den früheren FPÖ-Chef Jörg Haider sieht der Sprecher der Korruptionsstaatsanwaltschaft, Friedrich Koenig, derzeit keine belegten Anhaltspunkte. "Konkrete Beweise sind zumindest mir nicht bekannt", sagte er in der "ZiB 2". Das Tagesbuch von Walter Meischberger enthalte bloß "Eintragungen vom Hörensagen, die wiederum ein anderer vom Hörensagen gehört haben soll". Im Zusammenhang mit angeblichen Konten Haiders im Ausland werde "selbstverständlich ermittelt", hielt Koenig fest - wenn auch "nicht gegen eine konkrete Person".

(apa/red)

3.8.2010 22:53
brabus, 04. 08. '10 10:56
Meischi's Tagebuch
Im Laufe der vergangenen Jahre haben wir gelernt, dass Meischi immer wieder für Überraschungen gut ist. Man kann nur hoffen, dass nicht alles der Wahrheit entspricht was da drin steht, sonst Gute Nacht Österreich.
Finanzbeamter, 04. 08. '10 08:21
Alles ist relativ!
Es wurde einmal ein Notizbüchlein einer Prostituierten gefunden, die ihre Tageseinnahmen darin vermerkte. Als das Finanzamt dieses der Besteuerung zugrunde legte, versuchte deren Zuhälter den Inhalt zu relativieren? Es verwundert mich immer wieder für wie dumm die Politiker ihre Mitbürger halten.
write, 04. 08. '10 06:33
Journalistische Kloake
Hauptsache, Österreich, News und sogar der ORF haben dieses wirre Gekritzel des dubiosen Meischberger als Fakten und Tatsachen gebracht- Senkgrubenjournalismus der untersten Ebene!
Ich stelle mal in den Raum- Arigona ist vorbei und Medien wie News sind ohne Auflagenkaiser wie Haider existenzunfähig?
Sensor, 04. 08. '10 09:02
Re: Journalistische Kloake
Es handelt sich wohl um eine grauslich stinkende Polit-Kloake.
Haiders dubiose Buberlpartie und ihre Komplizen Komplizen nerven mit ihrer unverschämten Dreistigkeit schon jahrelang die "tüchtigen und fleißigen Österreicher", die mit ihren Steuergeldern gezwungen sind, diese unnützen Schmarotzer zu füttern. Allein die Kosten für die zahlreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaften und anderer Recherchen sind enorm. Dass sich Medien damit befassen ist logisch. Diese sind aber nicht die Ursache dafür, dass Österreich zu einem europäischen Korruptionssumpfgebiet geworden ist.
günza, 04. 08. '10 09:14
Re: Journalistische Kloake
An Sensor: Wie hoch ist den dein Preis. Nur weil dich noch keiner Bestechen wollte bist du noch lange nicht der unbestechliche Moralapostel. Ich denke, dass es für jeden eine Moralische und Preisliche Hürde gibt die überwunden werden kann und schon ist man Korrupt wenn man in der richtigen Position sitzt.
Sensor, 04. 08. '10 11:23
Re: Journalistische Kloake
Zu günze 04.08.09:14

Man sollte nicht von sich oder dem moralischen Standard von offensichtlich korrupten Politikern und deren Kumpanen auf unbescholtene bzw. unverdächtige Menschen schließen, die nicht jede Woche einer frischen "Unschuldsvermutung" bedürfen.