Donnerstag, 29. Juli 2010

365 Tage purer Sommer im Jahr: Malediven als Ganzjahres-Ziel zum Tauchen & Sonnen

  • Beeindruckend: Ein Paradies aus 1.196 Inseln
  • Warum Sie lieber früher als später hinreisen sollten

Der schönste, der bleibendste Eindruck? Da hat jeder Malediven-Reisende seine ganz persönliche Geschichte zu erzählen. Ob die unendliche Weite des warmen Indischen Ozeans, das Erlebnis, nachts im wahrsten Sinne des Wortes unter einem Sternenzelt zu schlafen, da sich der Sternenhimmel über das gesamte Firmament erstreckt, oder die Tauchgänge zu den Korallenriffen mit ihren Tausenden tierischen Bewohnern, vom Rotfeuerfisch bis zum majestätischen Manta.

Oder man fühlt noch den Sand zwischen den Zehen, als man einsam zu zweit beim Candle Light Dinner am weißen Sandstrand saß, spürt die sanfte Sonne auf seiner Haut, als man im Stelzenbungalow mitten im Meer durch den Tag dämmerte. Wie auch immer, an Eindrücken, die mitzunehmen sich mehr als lohnt, sind die Malediven reicher als reich. Allerdings – es halten sich auch manche Vorurteile über die Inseln im Südwesten des Indischen Subkontinents in den Köpfen – vor allem jenes, dass sich der zehnstündige Flug dorthin nur in den bei uns kalten und nassen Wintermonaten lohnen würde. Wahr hingegen ist vielmehr: Es gibt derzeit kaum ein anderes Reiseziel, das so sehr all die Sehnsüchte sonnenhungriger Urlauber in sich vereint und so viel Sicherheit zu jeder Jahreszeit anbieten kann wie das mehr als 1.000 Inseln zählende Reich mitten im Ozean.

Denn die Malediven gehören zu den sonnenverwöhntesten und klimatisch ausgeglichensten Regionen der Erde. Hier sinkt das Thermometer auch nachts kaum unter 25 Grad, egal ob gerade Jänner oder Juli ist. Gleichzeitig macht eine leichte Brise untertags die Sonne erträglich, während das Meer rund um die Inseln an allen Tagen des Jahres gemütliche 27 oder 28 Grad hat – ideal zum Schnorcheln oder auch zum Rifftauchen, für ehrgeizige Wassersportler indes zu warm. Aber wer seinen Urlaub nutzen will, um für den kommenden Iron Man zu trainieren, ist auf den insgesamt 87 vom Tourismus genutzten Malediveninseln ohnedies fehl am Platz. Die Inseln sind so klein, dass ambitionierte Jogger diese schon im Dutzend umrunden müssen, um auf ihre Kilometer zu kommen. Wer hierher fährt, sucht nach anderen Erfahrungen, will seine Sinne anders stimulieren und weniger seine Muskeln als vielmehr seine Genussfähigkeit trainieren.

Was in Zeiten wie diesen nicht minder wichtig ist: Die Malediven gehören zu den sichersten Urlaubsdestinationen der Welt. Erreicht wird das unter anderem auch dadurch, dass es kaum je zu Zusammentreffen zwischen Touristen und Einheimischen kommen kann, die nicht in der Tourismusindustrie arbeiten. Denn die 220 von Einheimischen bewohnten Malediven-Inseln sind für Besucher gesperrt und können nur mit Sondergenehmigungen besucht werden – das soll die Bewohner der Eilande vor allzu neugierigen Touristenblicken schützen und gleichzeitig das Konfliktpotenzial auf ein Minimum reduzieren.

Allerdings ist das Paradies in Gefahr – und zwar von Jahr zu Jahr mehr. Die stetig voranschreitende Erderwärmung lässt den Meeresspiegel kontinuierlich steigen – mit fatalen Folgen für die 1.196 Inseln. Denn die Malediven stellen die oberste Spitze einer vor Jahrmillionen von Indien abgerutschten Landmasse dar, die nur wenig aus dem Ozean herausragt. Tatsächlich erhebt sich kaum eine Insel der Malediven mehr als einen Meter aus dem Meer, der höchste Punkt des Landes ist gerade einmal 2,4 Meter hoch. Deshalb gehen Wissenschaftler auch davon aus, dass die Malediven als erster Staat überhaupt gänzlich von der Landkarte verschwinden würden, wenn die Eismassen der Pole aufgrund der Erwärmung der Erdatmosphäre weiter in diesem Maße abschmelzen, wie sie es jetzt tun. Um auf diesen Umstand und die Dramatik der Lage hinzuweisen, ließ das Staatsoberhaupt der Malediven, Präsident Mohamed Nasheed, kurz vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen Ende 2009 eine Regierungssitzung gänzlich unter Wasser abhalten – sämtliche Minister saßen damals mit Schwimmflossen und Sauerstoffflaschen bewehrt im warmen Ozean und protestierten so gegen die Ignoranz der meisten Industrienationen, was die Problematik betrifft. Die Bilder gingen damals um die Welt, geändert hat sich indes wenig. Die Gefahr, dass dieses Naturparadies in ein paar Jahrzehnten tatsächlich verschwunden sein könnte, ist also mehr als real. Wer hierher kommt und sieht, was da für immer verloren gehen könnte, wird die Klimaproblematik künftig vielleicht mit etwas anderen Augen betrachten.

Redaktion: Martin Kubesch

Noch mehr Infos zu den Malediven, Klimabedingungen und Anreise finden Sie in FIRST 07/2010!

29.7.2010 15:52