Haider-Vermögen in Liechtenstein geparkt:
Rund 45 Millionen in zwölf Briefkastenfirmen
- "profil": Derzeit noch fünf Millionen auf den Konten
- Im Zuge der HypoAlpeAdria-Ermittlungen aufgedeckt
Petzner: "Vielleicht Schilling mit Euro verwechselt"

Im Zuge von Kontoöffnungen im Zusammenhang mit den Causen Buwog und Kärntner Hypo Group Alpe Adria Bank sind Sonderermittler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz in Liechtenstein auf rund fünf Mio. Euro gestoßen, die dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider zugerechnet werden. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen Ausgabe.
Insgesamt sollen 46 von Treuhändern eingerichtete Briefkastengesellschaften gefunden worden sein, von denen ein Dutzend Haider zugerechnet werde. Laut "profil" soll das Haider-Vermögen in Liechtenstein einst rund 45 Millionen Euro betragen haben, aktuell sollen aber nur noch fünf Millionen Euro auf den Konten liegen. Woher das Geld kam, wohin es wanderte und wer in letzter Konsequenz davon profitierte, sei Gegenstand von Ermittlungen. Nach "profil" vorliegenden Informationen soll ein erheblicher Teil bereits vor Jahren verspekuliert worden sein.
Aus dem Haider-Umfeld wurde schon länger berichtet, dass der Landeshauptmann Geld in Liechtenstein angelegt hatte und dass nur ein sehr kleiner Personenkreis davon wusste. "Dazu gebe ich keinen Kommentar ab", sagte sein ehemaliger Pressesprecher und nunmehriger BZÖ-Nationalrat Petzner gegenüber der APA. "Ich kann mir die genannte Größenordnung nicht vorstellen. Ich glaube, dass eventuell Schilling mit Euro verwechselt wurden", meinte Petzner. Über die Herkunft oder den Verbleib des Geldes könne er nichts sagen. "
Claudia Haider, Witwe des verstorbenen Landeshauptmanns, erklärte, nichts von der Angelegenheit zu wissen. Die Frage, ob sie im Zuge des Erbschaftsverfahrens auf in Liechtenstein angelegtes Geld gestoßen sei, verneinte sie. Haider: "Es wurde bei der Erbschaft nichts angezeigt."
Mit Empörung reagierten SPÖ, ÖVP und auch die Grünen in Kärnten. Unisono forderten sie "die volle Aufklärung" über die kolportierten Briefkastenfirmen. FPK-Parteichef Uwe Scheuch erklärte gegenüber der APA, von Geldern in Liechtenstein nichts gewusst zu haben.
(apa/red)
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