Freitag, 30. Juli 2010

Teures Facelifting für Parlaments-Website:
Neue Homepage kostet fast halbe Mio. Euro

  • Portal parlament.gv.at ab Herbst in neuem Glanz
  • Übersichtlicheres Design und mehr Personalisierung

Das österreichische Parlament verleiht sich ein neues Gesicht im Internet. Das Web-Portal www.parlament.gv.at ist rundum erneuert worden und soll Ende September online gehen, kündigte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer an. Mehr Benutzerfreundlichkeit, einfache Strukturen und eine erleichterte Suche versprechen die Gestalter der neuen Homepage.

"Es gibt, glaube ich, keine österreichische Homepage, die eine derartige Fülle an Informationen hat wie wir", so Prammer. Diese Fülle war es auch, welche die aktuelle Website - sie wurde 1996 ins Leben gerufen und bereits überarbeitet - mit der Zeit unübersichtlich und veraltet erscheinen ließ. Dies soll sich, geht es nach der Nationalratspräsidentin, bald ändern. "Mit sehr einfachen Eingaben werden hoffentlich die Bürger bald finden, was sie suchen." Jährlich 1,5 Millionen Besucher und insgesamt 85 Millionen Hits hat die Seite laut Parlamentsdirektor Georg Posch bisher verzeichnet.

Übersichtliches Design
Ein "zukunftsorientiertes Parlamentsportal" versprach auch Ines Kerle, Leiterin der Abteilung Digitale Medien in der Parlamentsdirektion. Neu sei etwa, dass der Status einer Gesetzesinitiative mittels Balken dargestellt wird. Auch ein klares, übersichtliches Design solle künftig den Aufenthalt auf der Seite einladender machen. Die Startseite könne zusätzlich nach einem Login personalisiert werden.

411.613 Euro vorläufige Kosten
Die Kosten für die Homepage inklusive zusätzlicher Hardware- und Lizenzkosten betrugen laut einer Anfragebeantwortung Prammers aus dem März 411.613 Euro. Beauftragt wurde die Firma Fonda Interaktive Medien und Kommunikation GmbH. Weitere Kosten erwartet man sich für einen Security-Check (20.000 Euro) und die weitere technische Umsetzungsbegleitung (22.000 Euro). Zusätzliche Web 2.0-Anwendungen - wie z.B. soziale Netzwerke - sind vorerst nicht vorgesehen, so Prammer. Der personelle und finanzielle Mehraufwand würde dies im Moment nicht rechtfertigen.

Einen Vorgeschmack auf die neue Parlaments-Website gibt es hier.

(apa/red)

30.7.2010 15:21
founder, 31. 07. '10 08:31
Ich könnte mir das nicht leisten
Wenn man die Statistiken bei Alexa vergleicht, dann hat parlament.gv.at und pege.org etwa gleich viel Zugriffe.

Wenn man nicht sponsored by Steuerzahler ist, muß man deutlich sparsamer haushalten.

Lizenzkosten? Fast alles Open Source Software, letzer Softwarekauf: Video Magix zur Einrichtung des neuen Greenbox Studios mit dem ungeheuren Kostenaufwand von 150.-EUR.

Gut, einige haben schon den Nachhall der Tiefgarage kritisiert.
http://politik.pege.org/2009-steuerreform/
King_Salomon, 31. 07. '10 08:16
Frechheit
was denkt sich die Prammer eigentlich, das topt ja noch die Frechheit von Grasser, dessen HP einige 100k gekostet hat. Da hat halt wieder wehr für die Zeit danach kräftig was aufs Sparbuch gelegt. Der RH wird prüfen, wird zum Schluß kommen, daß es schon ein bissl teuer war, das wars dann schon wieder. Keine Ausschreibung, keine weiteren Angebote zum Vergleich - ist eh wurscht, ist ja Steuergeld. who gives a sh... zur Politikerpension gibts halt noch ein kleines Sparbuch. Ich bin verärgert darüber. Als Bürger werde ich halt dieses mal das kleinste Übel wählen, aber nicht die Partei, die staatstragend sein sollte. Shame on you.
perikles28, 31. 10. '11 02:20
Re: Frechheit
Also ich als Fachmann für Internetseiten, kann da den zusammenhang zwischen 100k Grasser und 500k Parlamentsseite wohl nicht verstehen. 100k für nix gegen 500k für eine tolle Seite.
Wobei die Seite ja nunmehr 1.2Mio Euro gekostet hat.

Wie schon gesagt als Erzeuger von professionellen Webseiten kann ich nur sagen - eigennntlich gut gelungen aus technischer Sicht, optisch ist die Seite wohl auch OK. Allerdings war das mit Sicherheit wieder eine Super Geschobene Partie ... Die Aufträge kriegen ja wohl immer die Richtigen. Das ist schon etwas frustrierend. Korruption gibts halt bei uns nur für die grossen.
Wie lang wohl die 95% Normalbürger da noch zuschauen ... in aktuellen Zeiten hätt wohl eine Webseite für 150K auch gereicht. Bei unserer Firma wärs sicher billiger gewesen: www.imkeller.at