Bei der Überweisung droht ein Zahlensalat:
EU peitscht Kontonummer-Umstellung durch
- IBAN erfordert künftig Eintrag von 22 statt 11 Ziffern
- Verbraucherschützer warnen vor Chaos bei Nutzern

·Banken-Stresstest
verhallt fast ungehört
Streit um Sinnhaftigkeit
der Belastungsprobe
·Gut gerüstet für das Worst-Case-Szenario
Österreichs Banken bestehen Stress-Test
·Was passiert, wenn
die Bank durchfällt?
Folgen eines Misserfolgs
beim Banken-Stresstest
·Was soll bloß aus
den Banken werden?
Den Geldhäusern droht
Gefahr von allen Seiten
·Bankensteuer bringt
Ungarn in Bedrängnis
IWF und EU stoppen die
Vergabe weiterer Kredite
·Banken drohen mit Streichung von Jobs
BA-Chef Cernko: Bis zu 10.000 Stellen gefährdet
Bankkunden in Europa müssen sich bei Überweisungen bald auf internationale Kontonummern und Bankleitzahlen umstellen. Auch im innerstaatlichen Zahlungsverkehr sollen die alten, nationalen Nummern ab spätestens 2013 nicht mehr gelten. Die EU-Kommission will im Herbst einen entsprechenden Vorschlag für ein gesetzliches Ultimatum machen. Verbraucherschützer warnen vor einem Chaos bei der Umstellung.
Brüssel will Europas Banken und Kunden nun ein Enddatum zum Umstieg auf das europäische Zahlungsverkehrssystem Sepa setzen. Dann würden nur noch die internationalen Formate IBAN (Kontonummer) und BIC (Bankleitzahl) gelten. Bei Überweisungen ins Ausland sind diese heute schon Pflicht. Das EU-Projekt Sepa (Single European Payments Area) soll Geldtransfers in ganz Europa schneller und billiger machen; es hebt jegliche Auslandsgebühren auf.
Die meisten europäischen Banken bieten seit 2008 freiwillig Sepa-Überweisungen und seit 2009 Sepa-Lastschriften an. Da aber viele Bankkunden weiter die alten Standards benutzen, gibt es teure Parallelstrukturen. "Viele Nutzer zögern die Umstellung hinaus", sagte die Kommissionssprecherin. Die EU-Verordnung soll laut Entwurf ein Jahr nach Verabschiedung für Überweisungen verbindlich werden und zwei Jahre danach für Lastschriften.
Verbraucherschützer befürchten ein Chaos bei der geplanten Umstellung der Kontonummern auf EU-Standard. "Viele werden mit den neuen Zahlenkolonnen überfordert", sagte Bankenexperte Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen der "Bild"-Zeitung. So habe die IBAN 22 Stellen, die BIC 11. Betroffen wären 93 Millionen Girokonten.
(apa/red)
