Dienstag, 27. Juli 2010

Wien will den KMU unter die Arme greifen:
Stadt macht 2 Mio. € an Fördermittel locker

  • Betriebe der Dienstleistungsbranche sind im Visier
  • Öffnung des Arbeitsmarktes als Anlass für Initiative

Wien will mit einer speziellen Förderaktion Klein-und Mittelunternehmen (KMU) der Dienstleistungsbranche unter die Arme greifen. Bis 30. September können Firmen bei der Wirtschaftsagentur Wien um eine Förderung für Innovationsprojekte ansuchen. Insgesamt werden 2 Mio. Euro vergeben. Ziel ist es, mit dieser Aktion die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken.

Die Zuschüsse werden nach dem Wettbewerbsprinzip vergeben, eine Jury bewertet die Einreichungen. Dabei geht sie nach bestimmten Kriterien vor: "Je höher der Innovationsgehalt eines Projekts und je höher die innovative Wirkung auch auf den Wirtschaftsstandort Wien ist, desto größer ist die Chance, gefördert zu werden", erklärte Wirtschaftsagentur-Geschäftsführer Gerhard Hirczi bei der Präsentation der Aktion am Freitag in Wien. Beurteilt werden zudem auch Realisierbarkeit, Nachhaltigkeit und strategische Ausrichtung der Ideen.

Gefördert werden Personal-, Schulungs- und Beratungskosten, sowie Investitionen in Maschinen und bauliche Maßnahmen. Der maximale Zuschuss beträgt 50 Prozent und ist mit 100.000 Euro gedeckelt. Zusätzlich erhalten Unternehmen für jeden im Rahmen des Projekts neu geschaffenen Arbeitsplatz 2.000 Euro Bonus. Ist eine Frau zum Zeitpunkt der Einreichung Mitglied der Geschäftsführung, werden ebenfalls 2.000 Euro bezahlt.

Förderungen für rund 20.000 Betriebe
Rund 20.000 Betriebe könnten die Förderung in Anspruch nehmen, schätzte Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. Dies würde einen Innovationsschub auslösen. Die Kammer bietet Interessierten die kostenlose Unterstützung bei der Erstellung der Anträge.

Hintergrund der Aktion ist die Öffnung des Binnenmarktes der EU für Dienstleistungsunternehmen am 1. Mai 2011. Dann fallen die letzten Übergangsbestimmungen, die den Markt zwischen Wien und Bratislava, Brünn oder Sopron noch abschotten. "Damit kommt eine neue, verschärfte Wettbewerbssituation auf die Unternehmen zu", erklärte Finanzstadträtin Renate Brauner (S).

Rund 85 Prozent der Beschäftigten in der Bundeshauptstadt - das sind mehr als 790.000 Menschen - arbeiten laut Wirtschaftsagentur in diesem Sektor, der etwa 83 Prozent des Bruttoregionalprodukts erwirtschaftet. Das entspricht einer Bruttowertschöpfung von 54,2 Milliarden Euro.
(apa/red)

27.7.2010 09:34