Ölleck bringt Konzernboss zu Fall: BP feuert
den unfähigen Vorstandschef Tony Hayward
- Amerikaner Robert Dudley als Nachfolger bestätigt
- BP fährt Rekordverlust von 17,1 Milliarden Dollar ein

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·Ölleck bringt den
Konzernboss zu Fall
BP feuert ungeschickten
Vorstandschef Hayward
·BILDER: Der Kampf gegen die Katastrophe
Mehrere hundert Tonnen täglich ins Meer geflossen
·Ölpest - Am 20. April beginnt das Unglück
Eine Chronologie der schrecklichen Katastrophe
Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko fordert personelle Konsequenzen: Nach wochenlanger Kritik an seinem Krisenmanagement muss Vorstandschef Tony Hayward per Ende September seinen Hut nehmen. Er tritt mit Ende September zurück, teilte der britische Energie-Riese mit. Nachfolgen wird ihm der US-Amerikaner Robert Dudley, er war bereits Mitte Juni mit den Aufräumarbeiten betraut worden.
Der 54-jährige Dudley soll aber auch den beschädigten Ruf des Konzerns reparieren und eine drohende Übernahme verhindern. Zudem wird vom gebürtigen New Yorker erwartet, dass er die Verstimmungen mit der Regierung und der Bevölkerung in den USA bereinigt. Dudley ist seit über drei Jahrzehnten im Öl-Geschäft tätig. Hayward wird in das britisch-russische Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP abgeschoben, wo er als nicht-geschäftsführender Direktor eingesetzt wird.
Gleichzeitig mit dem Chefwechsel meldete der Energiekonzern rote Zahlen: Wegen der Kosten für die Ölpest fuhr BP von April bis Juni einen Verlust von 17,1 Mrd. Dollar (13,2 Mrd. Euro) ein. Es ist der erste Quartalsverlust seit 1992. Im ersten Quartal hatte BP noch einen Gewinn von 6,1 Mrd. Dollar verbucht.
Im Verlust enthalten sind 32,2 Mrd. Dollar für drohende Verbindlichkeiten als Folge der Ölpest. Die Kosten umfassen die Ausgaben für die Eindämmung seit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April. Hinzu kommen bezahlte und abschätzbare Verbindlichkeiten sowie die Einzahlung in einen Entschädigungsfonds.
Ausverkauf bei BP
Der britische Konzern will in den kommenden eineinhalb Jahren Vermögen im Wert von rund 30 Mrd. Dollar veräußern, um die Kosten der Ölpest bewältigen zu können. Das Unternehmen will sich vor allem von Öl- und Gasfeldern trennen.
Die beschädigte Ölquelle soll nun Anfang nächsten Monats endgültig gestopft sein. Am 2. August will BP erneut Schlamm und Zement in das Bohrloch pumpen. Etwa fünf Tage später sei dann geplant, die Quelle durch eine Entlastungsbohrung abzudichten. Auch im Erfolgsfall werde dann aber noch über Wochen hinweg Öl an Land geschwemmt, hieß es.
(apa/red)
