Die AUA ist immer noch "unter Wasser":
Verlust von 67 Mio. Euro im ersten Halbjahr
- Aschewolke hat das Ergebnis deutlich verschlechtert
- Kosteneinsparungen sollen nun zum Tragen kommen

·Passagiere kehren
wieder zur AUA zurück
Fluggastzahlen sind im
Juni deutlich gestiegen
·Air Berlin knabbert
an Flyniki-Anteilen
Deutsche Flugline stockt
auf 49,9 % der Aktien auf
·Großes Fernweh bei
den Austrian Airlines
Langstreckenziele im
Visier, Umbau im Inland
·AUA und Lufthansa erhöhen Ticketpreise
Gleichzeitig sinken Treibstoff-Zuschläge
·AUA lastet schwer
auf Lufthansa-Bilanz
111 Mio. Euro Verlust
für Tochter-Fluglinien
·Airlines auf der Jagd
nach verlorener Asche
Staat & Kunden sollen für
Millionenverlust herhalten
·Piloten der Lufthansa
lassen mit sich reden
Streikandrohung bei der
AUA-Mutter vom Tisch
67 Millionen Euro operativen Verlust hat die seit vorigem Jahr der deutschen Lufthansa gehörende AUA (Austrian Airlines) im ersten Halbjahr 2010 eingeflogen. Zum Vergleich: In den ersten sechs Monaten 2009 hatte der Betriebsverlust der AUA 93,5 Mio. Euro betragen. Auf 10 bis 15 Millionen Euro hat AUA-Vorstand Andreas Bierwirth allein den Ergebnisschaden aus der Island-Vulkanaschewolke vom April beziffert. "Wäre die Vulkanasche nicht gewesen, hätten wir im zweiten Quartal 2010 ein positives operatives Ergebnis erreicht", sagte Bierwirth.
Nach den hohen Verlusten der ersten Monate des Jahres, anhaltender Schwäche auf den Osteuropastrecken und weiterer Risikofaktoren (Währungsrisiken, Treibstoffkosten, Schuldenprobleme in Zielländern wie Griechenland etc.) bleibt der Vorstand dabei: Heuer wird nur der Free Cash Flow positiv sein, auch ohne Aschewolke hätte die AUA im Gesamtjahr 2010 die Null-Linie beim Ergebnis nicht erreicht.
"Wir sind noch unter Wasser, wir sind noch nicht saniert", machte Bierwirth deutlich. "Wir sind aber auf dem Sanierungspfad." Man dürfe ja nicht vergessen, woher man komme.
Die AUA musste sich voriges Jahr unter das Dach der deutschen Lufthansa retten. Nächstes Jahr will die österreichische Airline aber erstmals aus den roten Zahlen auftauchen.
Verbesserung im zweiten Quartal
Nach einem Erstquartals-Betriebsverlust 2010 von 64,7 Mio. Euro hat die AUA laut Bierwirth im abgelaufenen zweiten Quartal nur noch ein Minus von 2,3 Mio. Euro geschrieben. Bierwirth: "Es ist erfreulich, dass die gesamte Verbesserung aus dem zweiten Quartal gekommen ist." Das sei beachtlich, wenn man überlege, dass dieses Quartal extrem ungünstig gestartet sei (Aschewolke).
67 Millionen Euro operativen Verlust hat die seit vorigem Jahr der deutschen Lufthansa gehörende AUA AG nach eigener Bilanzierung im ersten Halbjahr 2010 eingeflogen, in der Lufthansa-Konzernbilanz wird der operative AUA-Abgang mit 70 Mio. Euro ausgewiesen. Zum Vergleich: In den ersten sechs Monaten 2009 hatte der Betriebsverlust der AUA 93,5 Mio. Euro betragen.
Im Verlauf des Jahres sollen die paktierten Kosteneinsparungen schärfer zum Tragen kommen, also die Sparpakete bei den Mitarbeitern (Gehaltskürzung), Effekte aus dem Stellenabbau sowie die noch verhandelten Einsparungen mit Lieferanten und Flughafen. Mit dem Flughafen Wien soll es bald ein Ergebnis geben.
Knapp 6.600 Mitarbeiter
Im ersten Halbjahr 2010 hat die AUA-Gruppe durchschnittlich 6.617 Mitarbeiter beschäftigt (Vollzeitstellen). Zum Stichtag 30. Juni 2010 waren es 6.394. In der Lufthansa-Konzernbilanz zählt der "Kranich" die AUA-Mitarbeiter nach Köpfen, dadurch sind es nach Lufthansa-Darstellung gut tausend mehr (7.557). Den Abschluss zum Paket zur Gehaltskürzung erwartet Bierwirth in den nächsten Tagen, nachdem man dann auch mit der Gewerkschaft vida fertig sein will. Auf 6.000 Leute (Vollzeit) will die AUA bis Jahresende kommen. Die dafür "offenen" 400 Betroffenen hätten das Unternehmen großteils schon verlassen bzw. seien in die Stiftung übernommen.
(apa/red)
