Haarscharf an der roten Laterne vorbei:
Die NEWS.at-Analyse zur Misere bei Rapid
- Wo der grün-weiße Fisch genau zu stinken anfängt
- Welche Auswirkungen ein nicht fitter Hofmann hat

Wenn nur ein Abseitstor Rapid Wien vor der Roten Laterne bewahrt, dann läuft was schief im Staate Hütteldorf. Und zwar gehörig, wie die fußballerischen Armutszeugnisse der ersten beiden Meisterschaftsrunden zeigen. Engagiert, aber ideenlos gegen eine Wiener Neustädter Abwehr anzurennen, während gleichzeitig die eigene Verteidigung Löcher der Kategorie Grand Canyon aufweist, ist eines Rekordmeisters in jeder Hinsicht unwürdig. Doch woran liegt das? NEWS.at betreibt Ursachenforschung.
Der grün-weiße Fisch fängt am Kopf und in diesem Fall in der Defensive an zu stinken. Das Innenverteidiger-Duo - sofern man es tatsächlich so nennen darf - Eder-Patocka unterstreicht die These, dass zwei maximal durchschnittliche Defensiv-Akteure das Gegenteil eines Bollwerks bilden. Dass der Rekordmeister in diesem Bereich vom Verletzungspech verfolgt wird (Soma und Sonnleitner), fällt sicherlich in die Kategorie mildernde Umstände, spricht allerdings nicht für eine weitsichtige Kaderplanung.
Zur Stabilisierung beitragen könnte ein Helge Payer, der sicherlich mehr Ruhe ausstrahlt als der zwar souverän, aber unscheinbar agierende Raimund Hedl. Warum Ersterer aber trotzdem nur die Bank statt das Aluminiumgehäuse hüten darf, das weiß wohl nur Peter Pacult selbst.
Sand im Offensivgetriebe
Gäbe es damit nicht schon genug Probleme im Hütteldorfer Lager, gibt auch noch die ansonsten zuverlässige Offensive den Geist auf. Hierbei tragen mehrere Faktoren zur Misere bei. Dass die Angriffsmaschinerie stockt, wenn Kapitän Hofmann fehlt oder wie zuletzt nur halbfit auflaufen kann, ist beileibe kein Geheimnis. Doch fehlen mittlerweile die Spieler, die diesen Kreativitätsverlust zumindest teilweise kompensieren können. Boskovic weg, Kavlak verletzt, Drazan und Trimmel stocken in ihrer Entwicklung: Das ideenlose Schlagen hoher Bälle in den gegnerischen Strafraum ist die logische Konsequenz.
In eben diesem Strafraum steht zumindest ein Nikica Jelavic, der sich trotz dieser stürmerfeindlichen Strategie an vorderster Front aufreibt. Doch die Kandidaten für den zweiten Stürmerposten, Gartler und Salihi, glänzen mit überragender Unform, weshalb ein Umstellen auf das letztjährige System mit nur einer Spitze unumgänglich wäre. Doch dafür benötigt man torgefährliche Mittelfeldspieler. Die aus den bereits genannten Gründen eben nicht zur Verfügung stehen.
Die Wege aus der Krise? Auf dem Transfermarkt nachrüsten oder hoffen, dass die Verletzten genesen. Ansonsten kann es sein, dass sich Rapid nach der nächsten Runde tatsächlich auf dem letzten Tabellenplatz wiederfindet. Denn nicht immer zählt ein Abseitstor.
(hoa)
