"Kein Unglück, sondern ein Verbrechen": Schwere Vorwürfe gegen Loveparade-Team
- Führten Profitgier und Unvermögen zur Katastrophe?
- Offenbar massive Sicherheitslücken bei Loveparade
·Zahl der Toten nach
Love Parade gestiegen
25-Jährige erliegt ihren Verletzungen im Spital
·Morddrohungen an
Duisburger Stadtchef
Love-Parade-Drama weckt Rachegelüste
·Love Parade: Skandal
um Sicherheitskonzept
Behörden gaben fatales OK erst in letzter Minute
·Tausende Videos vom
Loveparade-Drama
Augenzeugen verarbeiten
das Unglück auf YouTube
·Duisburg "nicht auf Donauinsel möglich"
Österreichische Event-
Veranstalter beruhigen
·Loveparade: Profit-
gier und Unvermögen?
Schwere Vorwürfe gegen das Veranstalter-Team
·Das Protokoll des
Loveparade-Dramas
Es begann als Party und endete in einer Tragödie
·Polizei: Treppen-
stürze als Auslöser
Duisburg: Forscher ver- teidigt Sicherheitskonzept
·Zeuge: "So stelle
ich mir Krieg vor"
Zitate zur Massenpanik bei der Loveparade
Deutschlands führender Konzertveranstalter Marek Lieberberg hat den Organisatoren der Loveparade in Duisburg Profitgier und Unvermögen vorgeworfen. "Das ist kein tragisches Unglück, sondern ein Verbrechen", sagte Lieberberg in einem Interview. Die Veranstalter seien der Technoparty mit hunderttausenden Teilnehmern nicht gewachsen gewesen. "Befruchtet haben sich die Geltungssucht der Lokalpolitik, die Profitsucht der Veranstalter, auf beiden Seiten gut gedüngt durch totalen Amateurismus."
Nach der Tragödie auf der Duisburger Loveparade mit 19 Toten geraten die Veranstalter unter dem Vorwurf massiver Sicherheitslücken zunehmend in Bedrängnis. Ein Dokument belegt offenbar die Schwachstellen des Sicherheitskonzepts bei der Großveranstaltung mit insgesamt bis zu 1,4 Millionen Besuchern. So habe der Veranstalter nicht die sonst vorgeschriebene Breite der Fluchtwege einhalten müssen.
Zugleich sei das Gelände ausdrücklich nur für 250.000 Menschen zugelassen gewesen. Bei der Massenpanik am Tunnel vor der Freifläche waren am Samstag 19 Raver gestorben.
Intensive Untersuchungen
Die Staatsanwaltschaft setzt ihre Ermittlungen fort. Zeugenaussagen und beschlagnahmte Unterlagen sollen klären, ob das Sicherheitskonzept letztlich ausreichend war. "Spiegel online" berichtete, dass eine Dienststelle der Bundespolizei nach der Katastrophe alle Unterlagen gelöscht habe, was von dieser zurückgewiesen wurde.
Bereits vor der Technoparty hatte es konkrete Warnungen vor einer Katastrophe gegeben, die manchem angesichts des engen Tunnels und der erwarteten Menschenmassen unausweichlich schien. Augenzeugen kritisierten auch die angebliche Untätigkeit der schon vor der Massenpanik vom Gedränge informierten Polizei.
Ablauf der Tragödie
Es gab lange Zeit nur einen Ein- und Ausgang zum Festgelände, und der war nur durch zwei Tunnel unter Bahngleisen zu erreichen. Von den Tunneln ging es um eine Ecke auf eine breite Straßenrampe zum alten Güterbahnhof. Im Gedränge dieses Nadelöhrs stauten sich die Menschen. Raver, die ungeduldig zur Party strebten, trafen auf Menschen, die schon müde waren und das Fest verlassen wollten. Viele kletterten auf Container oder Zäune, um der Enge zu entfliehen, einige stürzten nach Augenzeugenberichten hinunter in die Massen.
Bei der Massenpanik am Rande der Duisburger Loveparade waren am Samstag 19 Menschen ums Leben gekommen, 511 Menschen wurden im Gedränge verletzt.
(apa/red)
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