Love-Parade-Skandal: Behörden gaben OK
für Sicherheitskonzept erst in letzter Minute
- Tunnel-Eingang war tags zuvor noch "unzureichend"
- Veranstalter muss mit harten Konsequenzen rechnen

·Zahl der Toten nach
Love Parade gestiegen
25-Jährige erliegt ihren Verletzungen im Spital
·Morddrohungen an
Duisburger Stadtchef
Love-Parade-Drama weckt Rachegelüste
·Love Parade: Skandal
um Sicherheitskonzept
Behörden gaben fatales OK erst in letzter Minute
·Tausende Videos vom
Loveparade-Drama
Augenzeugen verarbeiten
das Unglück auf YouTube
·Duisburg "nicht auf Donauinsel möglich"
Österreichische Event-
Veranstalter beruhigen
·Loveparade: Profit-
gier und Unvermögen?
Schwere Vorwürfe gegen das Veranstalter-Team
·Das Protokoll des
Loveparade-Dramas
Es begann als Party und endete in einer Tragödie
·Polizei: Treppen-
stürze als Auslöser
Duisburg: Forscher ver- teidigt Sicherheitskonzept
·Zeuge: "So stelle
ich mir Krieg vor"
Zitate zur Massenpanik bei der Loveparade
Nach der tödlichen Massenpanik bei der Love-Parade in Duisburg wächst der Druck auf die Verantwortlichen. Während die Staatsanwaltschaft erklärte, die Ermittlungen würden Wochen oder gar Monate in Anspruch nehmen, forderte die neue nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als erste führende Politikerin rasche Konsequenzen.
Einem Zeitungsbericht zufolge hatte die Polizei große Bedenken gegen das Sicherheitskonzept, stieß dabei auf massiven politischen Widerstand. Die Zahl der Todesopfer stieg zwei Tage nach der Katastrophe auf 20. Wie die Polizei mitteilte, erlag eine 21-Jährige ihren Verletzungen. Zudem gab es über 500 Verletzte, von denen sich noch 43 im Krankenhaus befinden.
Nach dem Unglück hatte es auch Kritik an der Duisburger Polizei gegeben. Sie habe nur äußerst zögerlich auf das Chaos reagiert, bemängelten Augenzeugen. Einem Bericht der "Kölnischen Rundschau" zufolge genehmigte die Stadt die Love-Parade erst wenige Stunden vor ihrem Beginn, am Samstagvormittag um 09.00 Uhr. Noch am Freitag hätten Feuerwehr und Polizei das Sicherheitskonzept in verschiedenen Sitzungen als unzureichend kritisiert. Kernpunkt der Kritik ist, dass die Besucher nur durch einen Tunnel auf das Gelände gelangen konnten. Außerdem war dieses nur auf 250.000 Besucher ausgelegt, die Polizei erwartete aber 1,4 Millionen Teilnehmer.
Bürgermeister Sauerland will von den Bedenken nichts gewusst haben. "Mir sind keine Warnungen bekannt." Der CDU-Politiker hatte sich besonders für die Austragung der Love-Parade in der Ruhrgebietsstadt stark gemacht.
Trauerfeier am Samstag
In Duisburg soll am Samstag auf einer zentralen Trauerfeier der Opfer der Loveparade-Katastrophe gedacht werden. Die Zeremonie sei in einer Kirche geplant, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Details würden noch geklärt. Zu der Trauerfeier, für die unter anderem auch die Teilnahme des deutschen Bundespräsidenten Wulff geplant ist, werden auch zahlreiche Gäste aus dem Ausland erwartet.
(apa/red)
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