Donnerstag, 29. Juli 2010

Druck auf Duisburg-Bürgermeister wächst: Sauerland lehnt Verantwortung weiter ab

  • Ministerpräsidentin fordert indirekt seinen Rücktritt
  • NRW-Innenminister gibt Loveparade-Chef die Schuld

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland kämpft weiterhin gegen die heftigen Vorwürfe nach der Katastrophe bei der Loveparade. Der CDU-Politiker besteht darauf, keine Genehmigung für die Techno-Party unterschrieben zu haben. "Das ist gar nicht der Job des Oberbürgermeisters, Genehmigungen zu unterschreiben", sagte er der "Bild"-Zeitung".

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sagte der "Rheinischen Post": "Der Duisburger Oberbürgermeister und die Verantwortlichen in der Stadtspitze werden sich letztendlich der politischen Verantwortung stellen müssen." Einen Rücktritt lehnt Sauerland aber weiter ab.

Will bei Aufklärung helfen
"Persönliche Verantwortung kann es nur geben, wenn es ungerechtfertigte Eingriffe in den Prozess gegeben hätte. Diese gab es aber nicht", sagte Sauerland den Zeitungen der "WAZ"-Mediengruppe. Er klebe nicht an seinem Stuhl, sondern wolle helfen, die Katastrophe aufzuklären. Der "Bild" sagte er: "Danach entscheide ich über persönliche Konsequenzen."

Schuld bei Loveparade-Chef
Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) zeigte sich in den ARD-"Tagesthemen" überzeugt, dass die Ermittlungen in Strafverfahren münden würden. "Da wird natürlich der Staatsanwalt auch die Rolle der Stadt Duisburg da zu prüfen haben." Die Verantwortung für die inzwischen 21 Todesopfer der Massenpanik am vergangenen Samstag sieht Jäger indes bei Loveparade-Chef Rainer Schaller. Der gab sich am Abend zurückhaltend. Jägers Vorwürfe gegen ihn müssten nun sehr genau geprüft werden, teilte Schaller der Nachrichtenagentur dpa mit.

21. Todesopfer
In der Nacht zum Mittwoch hatte sich die Zahl der Toten auf 21 erhöht. Eine 25-Jährige aus Heiligenhaus bei Essen starb im Krankenhaus. Damit kamen bisher 13 Frauen und 8 Männer im Alter von 18 bis 38 Jahren ums Leben. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt. (apa/red)

29.7.2010 07:18