Ofczarek begeisterte als neuer Jedermann: Gelungene Nachfolge für Peter Simonischek
- Gelungener Auftakt der 90. Salzburger Festspiele
- Guter Gsell Peter Jordan stahl Minichmayr die Show
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·Ofczarek begeisterte als neuer Jedermann
Gelungener Auftakt der 90. Salzburger Festspiele
Als durch und durch überzeugende Neubesetzung der Titelrolle hat sich Nicholas Ofczarek im "Jedermann" am Salzburger Domplatz präsentiert. Der Wiener Burgschauspieler, der nach acht Jahren Peter Simonischek nachgefolgt ist, zeigt einen präpotenten, brutalen Geschäftsmann mit der keineswegs unaktuellen Lebenseinstellung, dass Geld gleichzeitig Macht sei.
Die abendliche Premiere konnte nach ins Wasser gefallener Haupt-und Generalprobe auf dem seit 1920 bespielten "Originalschauplatz" vor dem Dom bei zwar kühler, doch trockener Witterung über die Bühne gehen. Birgit Minichmayr lieferte als Buhlschaft im roten Kleid zwar eine prägnante und wahrhaftige Interpretation dieser stets von viel medialer Aufmerksamkeit begleiteten Rolle, an Ofczareks Seite prägt jedoch in der von Regisseur Christian Stückl überarbeiteten Inszenierung, die in der Grundkonzeption ins neunte Jahr geht, Peter Jordan den Abend: Als Guter Gesell ein zynischer Spießgeselle Jedermanns, als schwarzglänzender Teufel offenbar einem Bohrloch im Golf von Mexiko entsprungen, bietet er eine heftig akklamierte Leistung.
Auch Ben Becker als Tod und die junge Angelika Richter als Gute Werke stachen aus dem Ensemble heraus, während die grellbunte Tischgesellschaft offenbar direkt vom Life Ball an Jedermanns Tafel gewechselt war. Am Ende gab es viel Jubel. Die 90. Salzburger Festspiele haben bereits vor ihrer offiziellen Eröffnung einen gelungen Auftakt gefeiert.
(apa/red)
