Nach Enthüllung der "Akte Afghanistan":
USA machen Jagd auf Wikileaks-Aufdecker
- Weißes Haus: "Sehr reale und potenzielle Bedrohung"
- Afghanistan-Krieg schmutziger als bisher befürchtet

·USA machen Jagd auf
anonymen Aufdecker
"Akte Afghanistan" sei
"sehr reale Bedrohung"
·Tötung von Zivilisten wurde geheimgehalten
Geheimdokumente zu Afghanistan-Krieg im Netz
·"Haben Afghanistan
anfangs unterschätzt"
NATO-Generalsekretär
legt Karten auf den Tisch
·Petraeus stößt auf Widerstand von Karzai
Streit über US-Plan zur Bekämpfung der Taliban
·US-Militär-Massaker:
Soldat wird angeklagt
Irak-Video: Soll Infos weitergegeben haben
Die US-Regierung will den anonymen Aufdecker, der über das Internetportal Wikileaks aufsehenerregende Militärakten zum Afghanistan-Krieg veröffentlicht hat, dingfest machen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, bezeichnete es als "Verletzung von Bundesgesetzen", dass die Enthüllungs-Website die Dokumente ins Internet stellte. Der Schritt "hat das Potenzial, sehr schädlich zu sein, für Militärangehörige, für jene, die mit unserem Militär zusammenarbeiten und für jene, die für unsere Sicherheit sorgen", sagte Gibbs und kündigte eine umfassende Untersuchung des Falls an.
Die Dokumente enthielten allerdings "keine neuen Enthüllungen", sagte der Sprecher weiter. Allerdings würden dort Namen, Operationen und logistische Unternehmungen genannt. "Das stellt eine sehr reale und potenzielle Bedrohung für jene dar, die jeden Tag sehr hart für unsere Sicherheit arbeiten", sagte Gibbs.
Den Akten zufolge verläuft der Krieg gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan schmutziger und gefährlicher als bisher bekannt. Wie aus der Veröffentlichung von über 90.000 - überwiegend geheimen - Militärdokumenten im Internet hervorgeht, ist die Zahl der zivilen Opfer höher als angenommen.
Außerdem zeigt die Veröffentlichung, dass US-Militärs über Jahre von einer direkten Kooperation des pakistanischen Militärgeheimdienstes ISI mit den Taliban ausgingen. Zudem seien die afghanischen Verbündeten teils unzuverlässig, teils korrupt, teils terrorisierten sie die eigene Bevölkerung.
(apa/red)
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