Dunkle Wolken über den Rändern der FPÖ:
Widerstand gegen Parteichef Strache wächst
- Rechtes Urgestein Scrinzi legt Ehrenobmann zurück
- FPÖ Innsbruck-Land träumt von einer Abspaltung

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Immunität verhindert vorerst noch Ermittlungen
·Budget-Streit:
Orange drängen FPÖ
Bucher: "Die Blauen müssen sich bewegen"
·Strache: "Regierung plant den Super-GAU"
Zuwanderungspolitik
sei "gemeingefährlich"
·Tiroler FP-Mitglieder zahlen Beiträge nicht
400 FPÖler verweigern Einzahlung für 2009
Während sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf seinen Montag beginnenden Sonnenurlaub in Ibiza vorbereitet, ziehen über den Rändern seiner Partei in der Heimat zunehmend dunkle Wolken auf. In diversen Landesgruppen und im Wirtschaftsflügel der Partei wird der Aufstand gegen die Wiener Führungsspitze geprobt.
Wie die "Presse" berichtet, hat sich zuletzt sogar Otto Scrinzi von den Blauen abgewandt und aus Protest seine Ehrenobmannschaft zurückgelegt. Dem 92-jährigen FPÖ-Urgestein war das Vorgehen der Wiener Führung bei der Besiegelung der FPÖ-FPK-Kooperation in Kärnten ein Dorn im Auge. Harald Jannach, zurückgetretener FPÖ-Landesobmann, sei dabei übergangen worden, so Scrinzi.
Scrinzi ist aber nicht der Einzige, der mit dem Führungsstil Straches nicht zufrieden ist. Im Zuge der Präsidentschaftskandidatur von Barbara Rosenkranz übte Fritz Amann, Bundesobmann im Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RfW), scharfe Kritik am blauen Boss. Die "rechtslastige" Rosenkranz aufzustellen, sei ein Fehler gewesen, meinte Amann damals und brach damit eine parteiinterne Richtungsdebatte vom Zaun. Vor kurzem stand der Vorarlberger Unternehmer wieder im Mittelpunkt des Aufbegehrens: Strache wollte laut "Presse"-Informationen Ex-BZÖler und nunmehrigen FPK-Mann Mathias Krenn für das Amt des Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer nominieren. Die Landes-RfW-Obleute wussten das allerdings zu verhindern und unterstützten stattdessen Amann.
Widerstand in Tirol und Kärnten
Auch in der Tiroler FPÖ gärt es gewaltig. Zuletzt wurde bekannt, dass 400 Mitglieder der Landesgruppe sich weigern, ihre Beiträge zu bezahlen. Nicht unbedingt förderlich für das Standing des angezählten FPÖ-Landesparteichefs Gerald Hauser. Laut "Tiroler Tageszeitung" könnte der FPÖ sogar die nächste Abspaltung ins Haus stehen. Der Ende April aus der FPÖ ausgeschlossene Walter Gatt träumt jedenfalls von einer eigenen Splittergruppe "FPÖ Innsbruck-Land".
Nicht besser sieht es in Kärnten aus: Der interimistische Chef der blauen Landesgruppe, Christian Leyroutz, lehnte zuletzt eine Vorverlegung des Landesparteitags ab. 65 von 120 Delegierten sprachen sich auf einer Unterschriftenliste dafür aus. Leyroutz verhinderte jedoch einen früheren Termin, weil er einige Autogramme für nicht korrekt hielt. Der Parteitag soll nun wie geplant erst am 14. November über die Bühne gehen.
In der Bundeszentrale der FPÖ wollte man keinen Kommentar zu den Vorgängen in den diversen Landesgruppen abgeben. Das sei in Wien "kein Thema", hieß es auf Nachfrage von NEWS.at. Vor den Wahlen in der Bundeshaupstadt und in der Steiermark sind parteiinterne Unruhen bekanntlich nicht besonders förderlich.
(jt)
