Donnerstag, 29. Juli 2010

Zuwanderung spaltet die Politik: Dörfler gegen, Burgstaller für Rot-Weiß-Rot-Card

  • Für Burgstaller ist aktuelle Debatte längst überfällig
  • Dörfler wünscht sich mehr Geburten in Österreich
    Auch WK-Chef Leitl für eine gezielte Zuwanderung

Die von Außenminister Michael Spindelegger ausgelöste Zuwanderungsdebatte dominiert nun endgültig die heimische Politiklandschaft. Und spaltet sie zugleich. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller spricht sich klar für die Rot-Weiß-Rot-Card aus, die eine geordnete Zuwanderung ermöglichen soll. Ihr Kärntner Amtskollege Dörfler hingegen wünscht sich mehr Geburten im Land, bevor man über Zuzug aus dem Ausland nachdenkt.

Im Ö1-Morgenjournal zeigt sich Burgstaller erfreut über die aktuelle Debatte, die ihrer Meinung nach längst überfällig sei. Ein klares "Ja" gibt sie zur Rot-Weiß-Rot-Card ab, die die Zuwanderung nach festgelegten Kriterien regeln soll. "Besser ist Klarheit, und es ist auch legitim, wenn Österreich Voraussetzungen festlegt. Je transparenter desto besser. Und je klarer, desto einfacher wird es sein, dass nicht wieder Ressentiments von den rechten Parteien geschürt werden," so Burgstaller.

Die Rot-Weiß-Rot-Card wurde bereits vor zwei Jahren im Regierungsprogramm festgelegt, deren Einführung war für 2010 geplant. Dadurch soll qualifizierten Personen, die nach Österreich einwandern wollen, unter anderem der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie Unterstützung bei der Integration geboten werden. Im Innenministerium verwies man auf die Sozialpartner, die die Details ausverhandeln sollen.

Dörfler wünscht sich mehr Kinder
Damit überhaupt nichts anfangen kann Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Bevor man darüber diskutiere, solle man vorher bestehende Probleme lösen, so Dörfler, und gibt dabei vor allem die Bevölkerungsentwicklung in Österreich an. Statt über mehr Zuwanderung zu diskutieren, müsse man erst überlegen, wie in Österreich wieder mehr Kinder geboren werden, erklärt der Haider-Nachfolger.

Auch spricht Dörfler Mängel im Schulsystem, der Kinderbetreuung und im Asyl-Bereich an: "Ein ungelöstes Asyl- und Flüchtlingsproblem zu haben und gleichzeitig von neuer Zuwanderung zu sprechen, da muss man sehr vorsichtig sein."

Leitl warnt vor zu wenig Zuwanderung
Passend dazu erinnert Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl an die demografische Entwicklung in Österreich. Demnach sank zwischen den Jahren 1993 und 2001 die Zahl der Geburten in Österreich um mehr als 20 Prozent. "Ohne Zuwanderung wird daher die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter hierzulande bald schrumpfen", so Leitl in einer Aussendung.

(apa/red)

29.7.2010 11:20
galileo2, 29. 07. '10 17:35
Lohndumping
DER EINZIGE GRUND WESHALB DIE SCHWARZEN NACH ZUWANDERUNG SCHREIEN.denn nur SKLAVEN sind noch billiger, aber da müßen die schwarzen-aber auch die roten (siehe burgstaller) nach Sierra Leone.
hary1965, 29. 07. '10 17:23
Ist es Sozial für die Herkunftsländer
wenn die ÖVP mit Lohndumping Arbeitskräfte nach Österreich bringt und so eine Wirtschaftliche Entwicklung derer Herkunftsländer verhindert? und gleichzeitig mit Billiglöhnen Österreicher verdrängt. Leider macht eine solche Politik einen Strache nötig, der dann mit Pupulismus bei Wahlen, solchen Österreicher feindlichen Politikern die Rechnung präsentiert.
hary1965, 29. 07. '10 17:17
Vorschlag der ÖVP ist wirklich sehr gut
den Gehalt für Schlüsselarbeitskräfte unter 2400 Euro Brutto ca. (1500 netto) zu senken, weil ausländische Jungakademiker in Österreich bleiben wollen und dieses Gehalt das Problem darstellt, dann kann das Lohndumping beginnen. Wenn es für Österr. Firmen ein Problem darstellt einen Techniker und Dipl. Ing. 2400 Euro brutto zu bezahlen dann liegt der Grund des Arbeitskräftemangel offen auf. Man wird halt Menschen die 12 Jahre für eine Ausbildung benötigen auch mehr wie einen Verkäufer zahlen müssen, dann gibt es auch genug Österreische Akademiker die ansonsten Taxifahren müssen. Ist das die Politik der ÖVP, Österreicher in Österreich zu verdrängen und die Wirtschaft mit Lohndumping zu befriedigen. Wo ist der Aufschrei der SPÖ? oder fällt ihnen außer der Suche nach Reichen nichts mehr ein??
brabus, 29. 07. '10 16:14
Zuwanderung
Hier werden sichtlich bewusst oder unbewusst (noch schlimmer!) Äpfel mit Birnen vermischt. Asyl hat nichts mit der diskutierten Zuwanderung zu tun, genauso wenig wie die Niederlassung von EU-Bürgern in Österreich. Aus welchen Ländern erwartet man sich dann qualifizierte Arbeitskräfte ? Indische Software Gurus ? Anatolische Teppichknüpfer ? Das was die österreichischen Mittelbetriebe an Fachkräften und qualifizierten Arbeitnehmern braucht gibt es zur Genüge am Arbeitsmarkt. Das Problem ist eher, dass Angesichts einer Mindestsicherung in Relation zu einem geringen Gehalt sehr viele potentielle Arbeitnehmer lieber in der sozialen Hängematte ihr Dasein fristen. Solange dieses Problem nicht gelöst wird, sind Zuwanderungsdiskussionen eine Verhöhnung des arbeitenden und steuerzahlenden Österreichers.
Dantine, 29. 07. '10 17:45
Re: Zuwanderung
Also DAS ist absolut falsch in der Auslegung!

Bleibt die Frage, ob hier wieder mal jemand Unwahrheit verbreiten will!

Die, die der sozialen Hängematte zur Last fallen, sind arbeitsscheue und/oder ungelernte Kräfte, die sich nicht in den Arbeitsprozess eingliedern lassen (abgesehen natürlich von den über 45jährigen, die krank, oder abgearbeitet sind und wirklich nicht mehr können!)

z.B. Ich bin 64, habe mein Leben lang gearbeitet, in meinem letzten Beruf Wirbelsäule und Hüften kaputt gemacht, kann kaum mehr gehen und stehen, trage Morphinpflaster plus starke Schmerztabletten und darf jetzt in der "Hängematte" von 360€ leben, davon noch die Sozialversicherung zahlen(€ 175,- p.m.), bis ich nächstes Jahr in die Rente gehen darf!
Dies nur als Beispiel!
brabus, 29. 07. '10 19:55
Re: Zuwanderung
@Dantine : ich meinte auch die Arbeitsscheuen. Diejenigen die sich kaputt gearbeitet haben haben zum einen meine Hochachtung für die erbrachte Leistung, zum anderen mein Bedauern, denn Arbeit sollte niemals Leib und Seele ruinieren.
Marc99, 29. 07. '10 14:35
Zuwanderer drücken das Lohnniveau
Das ist ein Fakt abseits aller Pro oder Kontra-Ausländerdebatten. Deshalb sind ja gerade in der Gastronomie sehr viele ausländische Hilfskräfte beschäftigt. Für 850 Euro monatlich arbeitet halt kein Inländer 50 Stunden in der Woche. Dass sich die schwarze Wirtschaft deshalb mehr Zuwanderer wünscht ist ja logisch, warum die "Arbeiterpartei" auch auf diesen Zug aufspringt ist mir unbegreiflich.
Dantine, 29. 07. '10 17:37
Re: Zuwanderer drücken das Lohnniveau
Es werden keine "Aushilfen" gesucht, sondern "Facharbeiter" - und das nicht nur bei uns, sondern weltweit!

Also bitte, ereifert Euch nicht wegen etwas, was entweder falsch gelesen, falsch verstanden, oder falsch interpretiert wurde!

Erst denken, dann schreiben!
Marc99, 29. 07. '10 19:04
@Dantine - Augen auf wäre noch besser als denken!
Aber vielleicht haben Theoretiker wie sie keinen Blick für die Realität. Lohndumping wird durch ausländische Billigkräfte in allen Bereichen gefördert - vom Zimmermädchen bis zum Akademiker! Das Lied vom Facharbeitermangel wird seit Jahrzehnten gesungen - fragen sie mal nach am nächsten Arbeitsamt wie viele Facharbeiter die in ihrer Kartei haben!
founder, 29. 07. '10 14:15
Mehr Geburten bei einem Steuersystem zum Menschensparen
Typischer Fall: Er Angestellter, Sie hat eine kleine Firma von Ihren Eltern üpernommen. Kinderwunsch stellt eine große Gefahr für den kleinen Familienbetrieb dar.

Ein Kindermädchen unleistbar teuer, weil wir haben ja ein Steuersystem zum Menschensparen, welches den etwas besser verdieneden das Geld weg nimmt um dieses dann an Sozialhilfeempfänger um zu verteilen.

Die Folge: Kinderwunsch gestrichen, eine arme Frau sucht am Arbeitsamt nach Arbeit, gibt aber keine, weil Arbeit unleistbar teuer ist.

http://politik.pege.org/2004/kindermaedchen-braucht-das-land.htm
Dantine, 29. 07. '10 11:58
Mehr Kinder
Wie viele hat denn der Herr Dörfler?

Ich habe 5 Kindern das Leben geschenkt/teuer erkauft!

Diese sogenannten "Freiheitlichen" wünschen und verlangen ständig so viel viel, aber Lösungen bieten sie keine an - oder undurchführbare!
voice_88, 29. 07. '10 12:13
Re: Mehr Kinder
So waren die Freiheitlichen immer schon und werden es auch weiter bleiben. Darum ist diese Partei keine wählbare Variante. Immer nur reden reden reden, aber durchgeführen kann man von diesem ganzen blabla nichts.
Außerdem fokusiert sich diese Partei so wie so nur auf ihren Ausländerhass
Dantine, 29. 07. '10 17:34
Re: Mehr Kinder
stimmt!