Boa Constrictor sucht nach neuem Zuhause:
Salzburger Haus der Natur ist im Gespräch
- Kritik an "inkompetenter" Suche nach der Schlange
- Amanda musste in viel zu kleinem Terrarium hausen
Während für den 52-jährigen Grazer, dessen Boa Constrictor verschwunden und nach mehreren Polizeieinsätzen in der Küche gefunden worden war, das "Kapitel Amanda beendet" ist, stellte sich jetzt die Frage nach einem neuen zu Hause für die drei Meter lange und 20 Kilogramm schwere Würgeschlange. Experten übten Kritik an den Haltungsbestimmungen für Wildtiere und der Suchaktion.
Infrage kommen laut Sachverständiger Werner Stangl, der das Reptil gefunden hatte, diverse Zoos und Tierparks - das Salzburger Haus der Natur wäre eine Option. Dort hieß es, dass es eine Anfrage beim Leiter des Reptilienzoos gegeben habe.
Unterdessen wurde die Kritik der Schlangenexperten wegen des zu kleinen Terrariums, in dem "Amanda" zehn Jahre lang leben musste, und dem Einsatz der Polizei lauter: Richard Weixler von SOS-Regenwald meinte, dass das Tier in einem achtmal größerem Terrarium gehalten werden müsste. Er forderte eine Meldepflicht von Verkäufern in Zoohandlungen sowie eine Kommission in jedem Bundesland, die prüft, ob die Halter auch über ihre Tiere Bescheid wissen. Ein Kompetenz-Nachweis vor allem bei Schlangen gehört seiner Meinung nach eingeführt.
"Inkompetenter" Sucheinsatz
Auch der Sucheinsatz sei laut Weixler "inkompetent" gewesen: Der von der Polizei beigezogene Sachverständige Stangl habe nicht einmal in für die Schlange naheliegenden Verstecken gesucht. Außerdem hätte ein wirklicher Experte sofort erkannt, dass das gefütterte Tier nicht durch die gekippte Balkontür entkommen habe können, so der Schlangenexperte. Er führte weiters an, dass Bisse von Hunden "weitaus gefährlicher als Bisse einer Boa" seien und dass eine Suche mit Wärmebildkameras nicht sinnvoll sei, da Schlangen wechselwarme Tiere sind, die ihre Temperatur der Umgebung anpassen.
Während die echte "Amanda" bis zu ihrem Umzug noch in dem kleinen Terrarium hausen muss, hat eine zweite Grazer "Boa" einen wesentlich größeren Lebensraum: Im Geschäft "Carla", dem Secondhandshop der Caritas in der Grazer Jakoministraße, liegt im Schaufenster vor dem Schild "Amanda - die Schlange" eine etwa zwei Meter lange, giftgrüne Plüsch-Schlange mit einem Stoff-Hasen im Maul. Die Verkäuferinnen meinten, dass sie sich einen Spaß machen wollten, indem sie eine "zweite, ungefährliche Amanda" zur Schau stellten.
(apa/red)
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