Donnerstag, 29. Juli 2010

Österreichs Tunnel als sicher eingestuft: Bestehen europaweiten Test mit "Sehr gut"

  • Katschberg, Tanzenberg und Kreuzenstein geprüft
  • Sicherster Tunnel in Paris, gefährlichster in Island

Europas Straßentunnel werden immer sicherer. Für den aktuellen Tunneltest wurden 26 Röhren in 13 Ländern überprüft. Den besten Tunnel hat Frankreich (Duplex) auf der A86 bei Paris, den gefährlichsten beheimatet Island (Hvalfjörour). Die drei österreichischen Kandidaten wurden mit "sehr gut" beurteilt. "Der Jubel ist dennoch verhalten", betonte ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke.

16 Mal wurde die Note "sehr gut" vergeben, viermal "gut", zweimal "ausreichend", dreimal "bedenklich" und einmal sogar "mangelhaft". Die heimischen Testobjekte Katschberg, Tanzenberg und Kreuzenstein Tunnel wurden nach teilweise schlechten Benotungen in früheren Jahren nun saniert und sicherheitstechnisch auf Vordermann gebracht. Einziges Manko: In einigen heimischen Tunneln sind Rollstuhlfahrer auf fremde Hilfe angewiesen.

Viel Lob für Testsieger
Viel Lob gab es für den französischen Sieger im Test: "So ein hohes Sicherheitsniveau gibt es in kaum einem Land, auch nicht in Österreich. Der Duplex ist ein Beispiel für innovativen Tunnelbau und Sicherheit", sagte Matzke. Er verfügt etwa über Fluchtwege im Abstand von 200 Metern, hat alle 1.000 Meter Rettungsschächte ins Freie und besonders kurze Anfahrtswege für Feuerwehren.

Mängel ziehen sich durch
Tunnelbauer haben aus vielen alten Fehlern gelernt, "einige Mängel ziehen sich aber weiterhin wie ein roter Faden durch die Tests", kritisierte Matzke. So gab es bei mehr als einem Viertel keine Hydranten an den Portalen, bei knapp einem weiteren Viertel fehlten Schranken zur Tunnelsperrung. Bei jeweils vier Tunnel war der Abstand zwischen den Notrufen zu groß, es gab keine Löschwasserversorgung im Tunnel oder die Überfahrtmöglichkeit für Einsatzfahrzeuge an den Portalen fehlte. (apa/red)

29.7.2010 12:10