Dienstag, 20. Juli 2010

Gery Keszler über seinen größten Frust:
Medien schießen sich nur auf Prominenz ein

  • Gibt es nächstes Jahr wirklich noch einen Life Ball?
  • Heinzl bringt scharfe Sendung zur Veranstaltung

Backstage fluchte er, und auch sein Team scheint nach den Anstrengungen der vergangenen Wochen frustriert zu sein. Life Ball-Veranstalter Gery Keszler ist nach diesem extravaganten Ball viel Kritik ausgesetzt, denkt ans Aufhören. Vor allem Dominic Heinzl bringt in seiner Sendung "Chilli" scharfe Kommentare nach dem vorangegangenen Streit.

"Mein größter Frust ist eigentlich, dass die Medien – gerade wenn es um den Life Ball geht - sich immer nur auf die Prominenz einschießt, die auf der einen Seite wichtig ist, weil sie zumindest ein Sprachrohr sind, wenn man sie überhaupt zum Thema Aids reden lasst. Das ist eigentlich der Sinn, warum Prominente kommen. Die Medien interessieren sich mehr dafür, was sie anhaben und ob es indiskrete Neuigkeiten gibt," so Life Ball-Veranstalter Gery Keszler im Interview mit NEWS.at. Er denkt schon laut darüber nach, aufzuhören. Schon seit dem vorigen Jahr sucht er einen würdigen Nachfolger, doch "den zu finden ist nahezu unmöglich", wie er im Ö3-Interview erzählt. Da ist es fraglich, ob es im nächsten Jahr überhaupt noch einen Life Ball geben wird.

Keszler scheint nicht gut auf die Presse zu sprechen zu sein, und umgekehrt ist es wohl genauso. Weil er Dominic Heizl keinen Zutritt zur AmfAR-Gala gewährte, folgte ein Streit. Daraufhin strich der ORF zwei Sondersendungen über den Charity-Event, was wiederum die Sponsoren aufregte. In der Sonntags-Sendung von Heinzl gab es die Revanche. Die scharfe Zunge, die man in den letzten Wochen in der Sendung "Chili" oft vermisste, wurde wieder hervorgeholt. Den Regen kommentierte er beispielsweise mit "Er (Keszler, Anm.) ist doch jetzt Bauer. Da hätte er wissen müssen, dass neuer Samen gut bewässert gehört!"

Heinzl kritisiert "Cotillion"
Auch über den neuen Sommerball gegenüber des Rathauses, nämlich dem "Red Ribbon Cotillion" im Burgtheater, wusste der Society-Journalist nichts Gutes zu berichten. Zu kleine Logen und schmale Holzbänke ließen Gäste früher gehen, außerdem machte die unerträgliche Hitze einigen schwer zu schaffen. Zerstreutheit herrschte ebenso bei der Eröffnung. Ein verwirrter Boris Becker sagte die Soul-Diva Patti LaBelle an statt Schäfer-Elmayers DebütantInnen.

Wütende Sponsoren
Da der Life Ball wegen des Regens nach vor verlegt wurde und der ORF eine Stunde weniger im Fernsehen übertrug, sind die Sponsoren nun wütend. Das vereinbarte "Product Placement" wurde nicht in der Intensität gezeigt, wie ursprünglich ausgemacht. Außerdem wurde ein Großteil der Eröffnung gar nicht erst gezeigt. Nach einem Drittel musste die Show abgebrochen werden, der Regen und der Sturm waren zu heftig.

(red)

20.7.2010 17:14
stabilis, 21. 07. '10 07:18
Vor AIDS sind wir alle gleich!
Ich denke das Gery Keszler ein großer Dank gebührt, dass Thema AIDS aus der Ecke der Seuchen geholt zu haben und die Menschen aufzurütteln, ich denke auch das das Posting von DeFacto nicht stimmt, da ich selbst schon mehrfach auf dem Lifeball war und von einer Parade der Häßlichkeiten keine Rede war, ganz im Gegenteil es sic hdabei um ein erotisches, frivoles und vorallem sehr toll gestyltes Fest handelt. Aber Geschmäcker dürfen ja verschieden sein.

Es stellt sich viel mehr die Frage, ob der Event nicht zu sehr "explodiert" ist - Parlament, Burgtheater - wozu? Der Lifeball ist ein Statement der jungen Menschen, des Lebens. Jetzt wird es zu einer Mehr-Klassen Veranstaltung - das finde ich nicht gut! Wen Clinton kommen will dann bitte wie jeder andere auch! Vor AIDS sind wir alle Gleich!
DeFacto, 20. 07. '10 15:00
schön wenn es vorbei ist
Wer braucht diese Parade von Häßlichkeiten ...? Ach ja, doch: die Pharmaindustrie braucht das Geld - auch wenn sie nie einen Kranken heilen wird, denn das wäre ja blöd: im Gesundheitswesen wird nur für Kranke bezahlt!

... und dass es eine Schande und ein Skandal ist, auch öffentliche Gebäude wie das Parlament für diese Krankheit zu öffnen, hat ja auch schon ein Besucher aus USA im ORF-Bericht gesagt.
write, 20. 07. '10 22:07
Der große Verdienst vom Keszler
ist eigentlich nicht der Lifeball, sondern Homosexualität in Österreich gessellschaftsfähig und die unbesiegbare Krankheit Aids mitbesiegt zu haben.
Ich selbst hatte immer gewisse Vorurteile gegenüber Homosexualität- normal kommt es mir Heute auch nicht vor- aber ich kann es akzeptieren und tolerieren.
Jedem das seine halt...
Der Life Ball ist eine Party des Establishments geworden, und damit war der ursprüngliche Lifeball tot.
Back to the roots- ohne die peinliche Selbstprofilierungsshow in der Burg- und der nächste Lifeball wird der Beste!
Es ist ein schräges Event, soll auch ein solches sein und nicht eines der befrackten Society.
Noch so eine Themenverfehlung überlebt die Idee Lifeball aber wohl nicht- auch die echten Stars blieben ja schon teils fern...