Dienstag, 20. Juli 2010

Tratsch hinter den Kulissen des Life Balls:
Keszlers Wutausbruch & arroganter Becker

  • Hurley, Caballe & Sarkozy-Sohn sagten kurzfristig ab
  • Wieder Streit zwischen Dominic Heinzl & Gery Keszler

Die 5000 Party-Gäste feierten den feucht-fröhlichen 18. Life Ball in den tollsten Kostümen bis 5 Uhr in der Früh ohne Pause durch. Auch wenn die größten Stars Whoopi Goldberg und Dita von Teese nur kurz auf der Tanzfläche zu sehen waren - ihnen war einfach zu heiß - so gilt es auch noch über weitere Highlights des bunten Balls abseits der vielen Kameras zu berichten.

Gastgeber Gery Keszler ist an diesem besonderen Abend wohl an seine absoluten Grenzen gestoßen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Life Balls, der mittlerweile zum 18. Mal über die Bühne ging, musste die Eröffnung mitten drinnen abgesagt werden. Gerade einmal ein Drittel des Programms wurde aufgeführt. Grund war das starke Gewitter an diesem Abend. Daraufhin soll Gery Keszler hinter den Kulissen einen Wutanfall bekommen haben - er hat laut herumgebrüllt. Ob seine Mitarbeiter auch noch beim 25. Life Ball mit dabei sein werden? Da ist sich der Veranstalter laut einem Interview nach dieser ereignisreichen Nacht nicht mehr sicher.

Boris Becker floppte
Boris Becker spielte an diesem Abend im Burgtheater Moderator. Eine Rolle, die ihm wohl nicht gut bekam: Der Ex-Tennisstar sagte das Finale mit Lady Marmalade-Sängerin Patti LaBelle an - statt die von Thomas Schäfer-Elmayer geplante Eröffnung. Später verhielt er sich angeblich auch noch sehr arrogant: Boris und seine Frau Lilly haben sich nur mit ihresgleichen unterhalten und verließen bald das Fest. Einen funkelnden Eindruck hinterließ Becker aber trotzdem: Er trug ein spektakuläres Red Ribbon des Wiener Promi-Juweliers Henri J. Sillam aus Weißgold und Rubinen, das für den guten Zweck versteigert werden sollte. Leider fiel auch diese Versteigerung (wie so vieles) dem Unwetter zum Opfer.

Ausbleibende Stargäste
Auch viele der angesagten Stars sagten erst kurz vor dem schrillen Ereignis ab. Der Einzug des Crystal of Hope hätte von Schauspielerin Elizabeth Hurley und David Furnish, dem Kurator der Elton John AIDS Foundation, angeführt werden sollen. Doch die Schauspielerin kam nicht. Monserrat Caballe hat sich am Fuß verletzt, Al Jarreau abgesagt und Präsidentensohn Nicholas Sarkozy nimmt aufgrund der Medien-Probleme seines Vaters derzeit generell keine öffentlichen Auftritte wahr. Viele internationalen Promis fehlten also heuer.

"Gockel" Lugner und sein Katzi
Richard Lugner und sein "Katzi" fehlten am Life Ball natürlich auch nicht: Der Baumeister stapfte tapfer als Gockel verkleidet schwitzend durch die Gänge des Rathauses seiner Anastasia hinterher. Diese machte auch am Ball, was sie am besten kann: Dem Baumeister davonlaufen. Lugner blieb erneut nichts anderes übrig, als seiner inzwischen erschreckend dünnen Flamme hinterherzulaufen: "Sonst finde ich sie ja nie wieder da am Ball", meinte er nur knapp und verschwand.

ORF & Keszler im Clinch
Das nicht immer friktionsfreie Verhältnis des Life Ball zur journalistischen Freiheit ist um eine Facette reicher. Heuer liegt der ORF mit den Veranstaltern um Gery Keszler im Clinch. Der ORF strich deshalb kurzerhand die geplanten Sondersendungen im Rahmen der Nachberichterstattung. Wegen "unabgesprochener und täglich wechselnder Einschränkungen der Berichterstattung durch den Veranstalter - unter anderem welches Team wann und von wo berichten darf, welche ORF-Sendung wo Exklusivität genießt, wann die Kameras abgedreht werden müssen, etc.", wie es hieß. Ursprünglich hatte der öffentlich-rechtliche Sender für den Tag nach dem Society-Event ein "Heinzl am Life Ball" und ein "Seitenblicke Spezial" geplant.

Keine Stellungnahme des ORF
Eine offizielle Stellungnahme zu den genauen Umständen der Programmabsagen gab es seitens des ORF nicht, ORF-intern war die Rede von "unverständlichen persönlichen Attitüden und gewissen Animositäten". Die ORF-Pressestelle teilte nur mir, dass eine Kommentierung der Vorkommnisse erst "für nach dem Life Ball geplant ist".

Streit schon im Vorjahr
Schon im Vorjahr gab es zwischen Veranstalter Gery Keszler und Society-Reporter Dominic Heinzl Animositäten. Keszler hatte Heinzl ausgeladen. Grund für die als überzogen kritisierte Maßnahme war die Berichterstattung Heinzls damaliger ATV-Sendung "Hi Society" ein Jahr davor gewesen. Ausgehend von einem "patscherten Sager" von Niki Lauda - der ehemalige Formel 1-Weltmeister hatte Besuchern des Festes in "Hi Society" eine Scheinmoral unterstellt - hätte Heinzl ein Bild gezeichnet, wo sich am Life Ball "50 Prozent HIV-infizierte auf die anderen stürzen und jeder mit einer HIV-Infektion nach Hause geht", hatte Keszler die Maßnahme damals gerechtfertigt. Später versöhnte man sich mit einem öffentlichen Shakehands.

Keszler:“ Lüge und Machtspiel“
Life Ball-Organisator Gery Keszler bezeichnete die Anschuldigungen des ORF als "Lüge und Machtspiel". Er habe bis zum heutigen Tag mit dem ORF kein Problem gehabt. Die Beschwerden des Senders "über täglich wechselnde Einschränkungen und nicht gehaltene Abmachungen" sind für Keszler unverständlich. "Alles ist schriftlich fixiert", sagte der Ball-Organisator. Keszler könne das auch mit dem Schriftverkehr der vergangenen Wochen beweisen.

"Sämtliche Wünsche des ORF, die wir von Aids Life erfüllen konnten, haben wir erfüllt", sagte Keszler. Der Life Ball-Organisator vermutet eine "künstlich aufgeblasene Promotion-Geschichte, um für Dominic Heinzl mehr PR und Quote zu bekommen". Heinzl habe Drehgenehmigungen für den Red Carpet, backstage, das Rathaus und das Burgtheater bekommen.

Ursprüngliches Kameraverbot
Bei der amfAR-Gala im Parlament hat es seitens amfAR ursprünglich Kameraverbot gegeben. Für die vom ORF beauftragte Produktionsfirma Interspot habe Keszler bis 20.00 Uhr ein exklusives Filmrecht erreicht, das Material sollte für eine Sondersendung der "Seitenblicke" gedacht sein, sagte der Organisator.

amfAR habe nachträglich noch einem weiteren ORF-Kamerateam Zugeständnisse gemacht, Dominic Heinzl hatte das Recht dieses Material für seine "Chili"-Sendung zu verwenden. "Er hat also die Ansprachen von Whoopi Goldberg, Bill Clinton, die Auftritte von David Garrett und Natalia Ushakova, den Cocktail und Großteil des Dinner", so Keszler. "Das reicht ihm scheinbar noch nicht."

"Ich habe mit dem ORF eine Vereinbarung und ich hoffe, die wird nicht gebrochen", sagte Keszler. Der ORF sei mit weit über 100 Personen akkreditiert. "Wir haben gewisse Limits einzuhalten."

(apa/red)

20.7.2010 13:42
stabilis, 22. 07. '10 11:00
Vor Aids sind wir alle gleich!
Gery macht es falsch, er ist viel zu Promi geil geworden, aber der Lifeball ist ein Event des Lebens und des Volkes.

Resultat: abgehalfterte "Promis" wie der ex Tennisspieler sollen moderieren? Wozu?

Zurück zu den Wurzeln! Der Ball soll bunt und schrill sein, nicht Smoking und Abendkleid, wenn er wieder extrem wird dann kommen auch die wirklichen Promis von selber!

Gery hat sich von Den Schicki Micki's vereinnahmen lassen, die freie Szene hat er mit seinen Promiallüren zu Stadisten gemacht - ein großer Fehler. So "unbunt" wie heuer war der Ball noch nie! 2008 war das Highlight, seither geht es steil bergab!
Sandner, 20. 07. '10 10:00
...Schnorrer-Boris. ...
...er ist ein unsympatischer arroganter Typ, warum wird der überall eingeladen ? Es gibt, glaube ich, keine Veranstaltung wo dieser Typ nicht anwesend ist und meistens schaut er gelangweilt und angewiedert drein. Boris bleib bitte zu Hause ...wir halten das aus wenn wir Dich ein paar Wochen nicht sehen !!!!!
fiore696, 19. 07. '10 15:57
Liveball................
..ich möchte nicht wissen, wie teuer es dem Steuerzahler kommt....wenn das Rathaus, Burgteather und das Parlament 'umgebaut' wird...davon ist nicht die Rede !! Ich bin für viele Spenden für die HIV-Kranken, - aber so ein Spektakel in der wirtschaftlich NICHT guten Zeit finde ich absolut übertrieben...
write, 19. 07. '10 17:51
Re: Life ball................
Ich habe auch den Eindruck, das es in Richtung präsentieren einiger narzistischer Persönlichkeiten verkommt.
Ein Zeichen dafür ist auch das spärliche Auftreten echter Stars ( da gab es doch früher Elton John usw...)
Ein paar Starlets (kennt jemand dieses US Schauspielerpaar- wer sind die?) und Homos rechtfertigen den riesen Aufwand nicht, denn der ist ja nicht gratis... aber immer mehr umsonst.
Deshalb back to the roots... kleiner war besser!