Tratsch hinter den Kulissen des Life Balls:
Keszlers Wutausbruch & arroganter Becker
- Hurley, Caballe & Sarkozy-Sohn sagten kurzfristig ab
- Wieder Streit zwischen Dominic Heinzl & Gery Keszler
·Lugner als Gockel & Katzi als sie selbst
Life Ball: Anastasia hat keine Kostüme besorgt
·Videos: Vips & Regen
- Life Ball-Eröffnung
PLUS: Burg oder Rathaus
- ultimativer Party- Check
·Life-Ball-Eröffnung von Gewitter sabotiert
Viele Stars & Sternchen waren trotzdem mit dabei
·Life-Ball-Eröffnung fiel total ins Wasser
Keine Fashionshow, aber Whoppi als Weltkugel
·"Erdige" Kostüme am Red Carpet unterwegs
So sehr warfen sich die Life-Ball-Gäste ins Zeug!
·Party, Party, Party im Wiener Rathaus
Life Ball: Außer Rand & Band beim Abfeiern
·David Garrett geigte im Burgtheater auf
Red Ribbon Cotillion im Burgtheater: Echt heiß!
·Rathausplatz wirft sich ins Life Ball-Outfit
34 Meter Red Ribbon bei brütender Hitze aufgebaut
Die 5000 Party-Gäste feierten den feucht-fröhlichen 18. Life Ball in den tollsten Kostümen bis 5 Uhr in der Früh ohne Pause durch. Auch wenn die größten Stars Whoopi Goldberg und Dita von Teese nur kurz auf der Tanzfläche zu sehen waren - ihnen war einfach zu heiß - so gilt es auch noch über weitere Highlights des bunten Balls abseits der vielen Kameras zu berichten.
Gastgeber Gery Keszler ist an diesem besonderen Abend wohl an seine absoluten Grenzen gestoßen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Life Balls, der mittlerweile zum 18. Mal über die Bühne ging, musste die Eröffnung mitten drinnen abgesagt werden. Gerade einmal ein Drittel des Programms wurde aufgeführt. Grund war das starke Gewitter an diesem Abend. Daraufhin soll Gery Keszler hinter den Kulissen einen Wutanfall bekommen haben - er hat laut herumgebrüllt. Ob seine Mitarbeiter auch noch beim 25. Life Ball mit dabei sein werden? Da ist sich der Veranstalter laut einem Interview nach dieser ereignisreichen Nacht nicht mehr sicher.
Boris Becker floppte
Boris Becker spielte an diesem Abend im Burgtheater Moderator. Eine Rolle, die ihm wohl nicht gut bekam: Der Ex-Tennisstar sagte das Finale mit Lady Marmalade-Sängerin Patti LaBelle an - statt die von Thomas Schäfer-Elmayer geplante Eröffnung. Später verhielt er sich angeblich auch noch sehr arrogant: Boris und seine Frau Lilly haben sich nur mit ihresgleichen unterhalten und verließen bald das Fest. Einen funkelnden Eindruck hinterließ Becker aber trotzdem: Er trug ein spektakuläres Red Ribbon des Wiener Promi-Juweliers Henri J. Sillam aus Weißgold und Rubinen, das für den guten Zweck versteigert werden sollte. Leider fiel auch diese Versteigerung (wie so vieles) dem Unwetter zum Opfer.
Ausbleibende Stargäste
Auch viele der angesagten Stars sagten erst kurz vor dem schrillen Ereignis ab. Der Einzug des Crystal of Hope hätte von Schauspielerin Elizabeth Hurley und David Furnish, dem Kurator der Elton John AIDS Foundation, angeführt werden sollen. Doch die Schauspielerin kam nicht. Monserrat Caballe hat sich am Fuß verletzt, Al Jarreau abgesagt und Präsidentensohn Nicholas Sarkozy nimmt aufgrund der Medien-Probleme seines Vaters derzeit generell keine öffentlichen Auftritte wahr. Viele internationalen Promis fehlten also heuer.
"Gockel" Lugner und sein Katzi
Richard Lugner und sein "Katzi" fehlten am Life Ball natürlich auch nicht: Der Baumeister stapfte tapfer als Gockel verkleidet schwitzend durch die Gänge des Rathauses seiner Anastasia hinterher. Diese machte auch am Ball, was sie am besten kann: Dem Baumeister davonlaufen. Lugner blieb erneut nichts anderes übrig, als seiner inzwischen erschreckend dünnen Flamme hinterherzulaufen: "Sonst finde ich sie ja nie wieder da am Ball", meinte er nur knapp und verschwand.
ORF & Keszler im Clinch
Das nicht immer friktionsfreie Verhältnis des Life Ball zur journalistischen Freiheit ist um eine Facette reicher. Heuer liegt der ORF mit den Veranstaltern um Gery Keszler im Clinch. Der ORF strich deshalb kurzerhand die geplanten Sondersendungen im Rahmen der Nachberichterstattung. Wegen "unabgesprochener und täglich wechselnder Einschränkungen der Berichterstattung durch den Veranstalter - unter anderem welches Team wann und von wo berichten darf, welche ORF-Sendung wo Exklusivität genießt, wann die Kameras abgedreht werden müssen, etc.", wie es hieß. Ursprünglich hatte der öffentlich-rechtliche Sender für den Tag nach dem Society-Event ein "Heinzl am Life Ball" und ein "Seitenblicke Spezial" geplant.
Keine Stellungnahme des ORF
Eine offizielle Stellungnahme zu den genauen Umständen der Programmabsagen gab es seitens des ORF nicht, ORF-intern war die Rede von "unverständlichen persönlichen Attitüden und gewissen Animositäten". Die ORF-Pressestelle teilte nur mir, dass eine Kommentierung der Vorkommnisse erst "für nach dem Life Ball geplant ist".
Streit schon im Vorjahr
Schon im Vorjahr gab es zwischen Veranstalter Gery Keszler und Society-Reporter Dominic Heinzl Animositäten. Keszler hatte Heinzl ausgeladen. Grund für die als überzogen kritisierte Maßnahme war die Berichterstattung Heinzls damaliger ATV-Sendung "Hi Society" ein Jahr davor gewesen. Ausgehend von einem "patscherten Sager" von Niki Lauda - der ehemalige Formel 1-Weltmeister hatte Besuchern des Festes in "Hi Society" eine Scheinmoral unterstellt - hätte Heinzl ein Bild gezeichnet, wo sich am Life Ball "50 Prozent HIV-infizierte auf die anderen stürzen und jeder mit einer HIV-Infektion nach Hause geht", hatte Keszler die Maßnahme damals gerechtfertigt. Später versöhnte man sich mit einem öffentlichen Shakehands.
Keszler: Lüge und Machtspiel
Life Ball-Organisator Gery Keszler bezeichnete die Anschuldigungen des ORF als "Lüge und Machtspiel". Er habe bis zum heutigen Tag mit dem ORF kein Problem gehabt. Die Beschwerden des Senders "über täglich wechselnde Einschränkungen und nicht gehaltene Abmachungen" sind für Keszler unverständlich. "Alles ist schriftlich fixiert", sagte der Ball-Organisator. Keszler könne das auch mit dem Schriftverkehr der vergangenen Wochen beweisen.
"Sämtliche Wünsche des ORF, die wir von Aids Life erfüllen konnten, haben wir erfüllt", sagte Keszler. Der Life Ball-Organisator vermutet eine "künstlich aufgeblasene Promotion-Geschichte, um für Dominic Heinzl mehr PR und Quote zu bekommen". Heinzl habe Drehgenehmigungen für den Red Carpet, backstage, das Rathaus und das Burgtheater bekommen.
Ursprüngliches Kameraverbot
Bei der amfAR-Gala im Parlament hat es seitens amfAR ursprünglich Kameraverbot gegeben. Für die vom ORF beauftragte Produktionsfirma Interspot habe Keszler bis 20.00 Uhr ein exklusives Filmrecht erreicht, das Material sollte für eine Sondersendung der "Seitenblicke" gedacht sein, sagte der Organisator.
amfAR habe nachträglich noch einem weiteren ORF-Kamerateam Zugeständnisse gemacht, Dominic Heinzl hatte das Recht dieses Material für seine "Chili"-Sendung zu verwenden. "Er hat also die Ansprachen von Whoopi Goldberg, Bill Clinton, die Auftritte von David Garrett und Natalia Ushakova, den Cocktail und Großteil des Dinner", so Keszler. "Das reicht ihm scheinbar noch nicht."
"Ich habe mit dem ORF eine Vereinbarung und ich hoffe, die wird nicht gebrochen", sagte Keszler. Der ORF sei mit weit über 100 Personen akkreditiert. "Wir haben gewisse Limits einzuhalten."
(apa/red)
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