Neue Jobs länger hackeln: Österreich liegt
laut Studie bei Überstunden im Spitzenfeld
- Besonders im Niedriglohnsektor wird mehr gearbeitet
- Arbeiterkammer will Verteuerung von Überstunden

·Juli-Arbeitslosigkeit um 5,1% gesunken
Alle Bundesländer melden
weniger Job-Suchende
·AMS spart kräftig bei
Förderungsprogramm
Kosten sollen um bis zu
80 Mio. gesenkt werden
·Österreich ist Spitze in der gesamten EU
Wir haben die niedrigste Arbeitslosenrate von allen
·Neue Jobs statt einer
längeren Arbeitszeit
Österreich bei Anzahl der
Überstunden in EU Spitze
Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) hat ihre Forderung, Überstunden zu verteuern, um Jobs zu schaffen, mit einer Studie untermauert. Österreich liege bei den Überstunden im Spitzenfeld der EU. In Niederösterreich leiste etwa ein Viertel der Arbeitnehmer regelmäßig Überstunden. In der Woche kämen sie dabei auf 9 Überstunden, der Österreich-Schnitt liege bei 8,5. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsse "das Problem beseitigt werden, dass einige zu viel und andere zu wenig Arbeit haben", so AKNÖ-Direktor Helmut Guth.
"Je mehr Überstunden, desto teurer müssen sie werden", verlangt die AKNÖ. Gleichzeitig sollten die Mindestlöhne angehoben werden. Denn laut Studie werde oft im Niedriglohnsektor mehr gearbeitet, um mehr zu verdienen. Überstunden sollten aber nach Meinung von AKNÖ-Präsident Hermann Haneder nur in Ausnahmefällen verrichtet werden und seien zudem gesundheitsschädlich.
Der AKNÖ sprach sich außerdem für ein Verbot von All-in-Verträgen aus, über die schon mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer verfüge. Das Problem dabei: Normal- und Mehrarbeitszeit würden nicht mehr klar abgegrenzt.
Würde der Überstundenzuschlag von 50 auf 75 Prozent angehoben, könnten im Handel aus drei Jobs vier werden, hat die AK errechnet. In der Gastronomie bräuchte lediglich das bestehende Recht angewandt werden: Leisten zwei Dienstnehmer jeweils 12,8 Überstunden pro Woche, kosteten diese beiden Arbeitsplätze bei einem gesetzlichen Überstundenzuschlag von 50 Prozent gleich viel wie zwei Vollarbeitsplätze und eine Teilzeitstelle (25 Stunden pro Woche) jeweils ohne Überstunden.
(apa/red)

