Mittwoch, 21. Juli 2010

Neue Jobs länger hackeln: Österreich liegt
laut Studie bei Überstunden im Spitzenfeld

  • Besonders im Niedriglohnsektor wird mehr gearbeitet
  • Arbeiterkammer will Verteuerung von Überstunden

Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) hat ihre Forderung, Überstunden zu verteuern, um Jobs zu schaffen, mit einer Studie untermauert. Österreich liege bei den Überstunden im Spitzenfeld der EU. In Niederösterreich leiste etwa ein Viertel der Arbeitnehmer regelmäßig Überstunden. In der Woche kämen sie dabei auf 9 Überstunden, der Österreich-Schnitt liege bei 8,5. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsse "das Problem beseitigt werden, dass einige zu viel und andere zu wenig Arbeit haben", so AKNÖ-Direktor Helmut Guth.

"Je mehr Überstunden, desto teurer müssen sie werden", verlangt die AKNÖ. Gleichzeitig sollten die Mindestlöhne angehoben werden. Denn laut Studie werde oft im Niedriglohnsektor mehr gearbeitet, um mehr zu verdienen. Überstunden sollten aber nach Meinung von AKNÖ-Präsident Hermann Haneder nur in Ausnahmefällen verrichtet werden und seien zudem gesundheitsschädlich.

Der AKNÖ sprach sich außerdem für ein Verbot von All-in-Verträgen aus, über die schon mehr als ein Viertel der Arbeitnehmer verfüge. Das Problem dabei: Normal- und Mehrarbeitszeit würden nicht mehr klar abgegrenzt.

Würde der Überstundenzuschlag von 50 auf 75 Prozent angehoben, könnten im Handel aus drei Jobs vier werden, hat die AK errechnet. In der Gastronomie bräuchte lediglich das bestehende Recht angewandt werden: Leisten zwei Dienstnehmer jeweils 12,8 Überstunden pro Woche, kosteten diese beiden Arbeitsplätze bei einem gesetzlichen Überstundenzuschlag von 50 Prozent gleich viel wie zwei Vollarbeitsplätze und eine Teilzeitstelle (25 Stunden pro Woche) jeweils ohne Überstunden.
(apa/red)

21.7.2010 16:56
packer, 21. 07. '10 22:00
All Inclusive Verträge
Das Zauberwort heißt all inclusive Verträge, ein Klassiker eine absolute Schlechterstellung zum tatsächlichen Kollektivvertrag und trotzdem Gang und Gebe in Österreich. Die Arbeitnehmer in Zeiten wie diesen sind froh das Sie einen Job haben und unterschreiben so ziemlich alles. Leider gibt es keinerlei Kontrollen und die eingesetzten "gewählten" Betriebsräte sind längst Marionetten der Firmenchefs geworden.
freud0815, 22. 07. '10 07:56
Re: All Inclusive Verträge
hoffentlich wirds da auch eine änderung geben....
bei uns MUSS jeder 30 min mindestüberstunde pro tag leisten-feiertage MÜSSEN besetzt sein, da wir mit ländern kommunizieren, die halt andere haben als wir hier. da zieht man eigentlich immer die *arschkarte*
so muss ich zb arbeiten, wenn es in at feiertag ist, aber genauso wenn im land welches ich betreue, da es mir dann laut chef nicht zusteht freizunehmen, da ich nen at vertrag habe....im schnitt komme ich so auf eine 54 std woche, da 15 überstd *pauschal* inkludiert sind....