19.7.2010 16:40

Sicherheitsschleusen für U-Bahn in Wien?
Vorschlag der ÖVP Wien ruft Kritik hervor

  • Marek: "Zugangskontrollen gegen Kriminalität"
  • SPÖ, FPÖ und Grüne lehnen "unnötigen" Vorstoß ab
    PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu dem Thema?

Ab 4. September sind die U-Bahnen in Wien an Wochenenden und vor Feiertagen 24 Stunden lang in Betrieb. Der Wiener ÖVP greift diese von ihr initiierte Neuerung aber noch zu kurz. Landesparteiobfrau Christine Marek plädiert nun auch für Sicherheitsschleusen beim Zutritt in das U-Bahn-System. Zugangskontrollen könnten helfen, Kriminalität im U-Bahnbereich zu verhindern, so Marek. SPÖ, FPÖ und Grüne lehnen diesen Vorstoß als "unnötige Geldverschwendung" ab.

"Die Wienerinnen und Wiener wollen mehr Sicherheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn heute ist die Situation leider geprägt von Handydiebstählen, Beschaffungskriminalität, Drogendealern und Gewaltübergriffen - trotz gestiegener Präsenz der Polizei in den U-Bahn-Bereichen. Daher müssen wir die Öffis sicherer machen", sagte die Staatssekretärin. Auch dem Schwarzfahren soll dadurch der Riegel vorgeschoben werden. Durch die Barriere sei der Zugang zu den Bahnsteigen nicht mehr frei, sondern "nur mehr für Leute mit Ticket" möglich.

Die konkreten Forderungen der ÖVP sind die Einführung von Personenschleusen bei den U-Bahnen, Videoüberwachung in den Stationen und die Kombination aller Verkehrssysteme durch ein elektronisches Ticketingsystem, heißt es in der Aussendung der Stadtpartei. Schätzungen, wie viel die Umstellung kosten würde, wollte Marek allerdings nicht abgeben. Die Wiener Linien sollten eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten und die Kosten mit dem Nutzen abwägen, so die Obfrau.

SPÖ ortet "Verschlimmbesserung"
Die Wiener SPÖ hält den Vorstoß der Volkspartei für einen "klassischen Fall von Verschlimmbesserung". Die Errichtung eines geschlossenen Systems würde nicht nur "extrem viel" Geld kosten, sondern wäre auch mit dem Totalumbau aller Wiener U-Bahnstationen verbunden, meint der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, SP-Gemeinderat Karlheinz Hora in einer Aussendung. Außerdem sei in jenen Städten, die bereits auf diese Zugangsbarrieren setzen, wie beispielweise New York oder Paris, "kein Sicherheitsgewinn feststellbar". Auch die FPÖ und Grünen sehen in dem Vorschlag der Wiener ÖVP eine "unnötige Geldverschwendung".

Die Wiener Linien verwiesen auf die Zufriedenheit der Fahrgäste mit dem derzeitigen System. Die Auswirkungen von Zugangskontrollen auf die Sicherheit seien nur sehr schwer abschätzbar. Zusätzlich wies ein Sprecher darauf hin, dass die U-Bahn derzeit barrierefrei erreichbar sei - das sei mit Schleusen nicht gewährleistet.

MEINUNG POSTEN: Was halten Sie davon, Zugangskontrollen in der Wiener U-Bahn einzuführen?

(apa/red)

19.7.2010 16:40
Seite bookmarken bei: ? Hilfe
voice_88, 20. 07. '10 13:38
Hätte nichts dagegen.
Wer schon mal in London war dürfte wissen, dass dieses System wunderbar funktioniert! Es gibt so gut wie keine Schwarzfahrer mehr. Die Kriminalität in den Ubahnen nimmt dadurch erheblich ab. Man müsste die Ständigen und aufwändigen Ticketkontrollen nicht mehr durchführen. Es wäre sicherlich eine große Investition, die sich längerfristig aber auf jeden Fall auszahlen würde!
Woodentree, 20. 07. '10 08:20
Sicherheitsschleusen in Wiener U-Bahnen..
Über Paris weiß ich nichts, aber wer jemals in London mit der U-Bahn gefahren ist.. wenn dort eine ausfällt und man zwischen gut 1000 Menschen zwischen Eingang und Schleuse eingeklemmt ist... nein Danke. Zwar könnten diese Sicherheitsschleusen für mehr Fahrscheineinnahmen sorgen, allerdings durch den dadurch entstehenden Personalaufwand wahrscheinlich nicht wirklich einen Gewinn bringen. Man muss bedenken, dass Personal geschult werden muss, dass Extraschleusen eingerichtet werden müssen, damit Rollstuhlfahrer durchkommen, Wartung, Sicherheit, Umbau, etc. Wenn ich da zB an die U6-Stationen am Gürtel denk... absolut sinnlos.
Noch dazu, mit einer Fahrscheinkontrolle kann man sich doch locker 3-4 Schwarzfahrer pro Zug rauspicken.. das macht um die 200e pro Durchgang... mehr Leute, mehr Geld.
sonnenblume41, 20. 07. '10 06:59
völlig unnötig
die kriminaität wird dadurch sicher nicht weniger.. eher ein unnötitger stau in der früh und zu den stoßzeiten... das chaos ist vorprogrammiert.. ist ja auch in den anderen städten so... ich glaub, die hitze steigt den politikern zu kopf... schnapsidee...
Viennese, 19. 07. '10 22:46
Überall auf der Welt ..
funktionieren die Zugangskontrollen. In new York mittels des " Tokens". In Tokio mittels Sensoren. Warum muß immer die SPÖ gegen etwas s ein, dass sich schon x mal in der gnzen Welt bewährt hat. Die Wiener Linien sind icht einmal in der Lage ihre Stationskontrollen wirklich durchzuführen, geschweige denn ohne einem modernen System auskommen. Wieviele Schwarzfahrer haben wir? wieviele werden erwischt? Was ist der Verlust dadurch?
DKNY2009, 19. 07. '10 21:09
Wien ist anders .....
Der typische Wiener fährt nur in Wien U-Bahn.

London, New York ....noch nie dort gewesen

Ein Benutzen der U-Bahn ohne gültigem Fahrausweis ist unmöglich. Was man bei der Parkraumbewirtschaftung vergessen hat (Parkautomaten) könnte man bei der U-Bahn nachholen. In anderen Städten funktioniert dieses System einwandfrei und wäre auch für Wien eine sehr gute Lösung, vorausgesetzt es werden auch die laufend durchgeführten Kameraaufnahmen in Echtzeit mitverfolgt.
brabus, 19. 07. '10 15:48
Schleusen
Die Zugangskontrollen verhindern keine Kriminalität sondern eher einen zügigen Transport mit der U-Bahn.
Hingegen würde ein Polizeibeamter oder Security-Mann/Frau im Bereich hinter den derzeit montierten Entwertern (Zutrittsbereich mit gültigem Fahrschein), welcher auch jederzeit eine Überprüfung durchführen darf das Gesindel davon abhalten diesen Bereich zu betreten und nebenbei vermutlich auch die Fahrtscheinquote und damit die Einnahmen erhöhen. Im Gegenzug könnten die adequaten Zuschüsse der Stadt zum U-Bahn Betrieb für die Kosten dieser Sicherheitsleute aufgewendet werden.
So hat Wien gewählt