Fischer eröffnete 65. Bregenzer Festspiele:
Wiederaufnahme von "Aida" im Mittelpunkt
- 100 Veranstaltungen unter Motto "In der Fremde"
- Bundespräsident auch mit politischem Statement

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Bundespräsident Heinz Fischer hat in einem Festakt die 65. Bregenzer Festspiele eröffnet. Im Zentrum der heurigen Festspielsaison stehen die Wiederaufnahme der Verdi-Oper "Aida" sowie die szenische Uraufführung der Hausoper "Die Passagierin" des vergessenen Komponisten Mieczyslaw Weinberg. Insgesamt stehen unter dem Motto "In der Fremde" nahezu 100 Veranstaltungen auf dem Programm.
Fischer bezog sich in seiner Rede auf das Festspiel-Motto "In der Fremde" und stellte "Überlegungen über das Eigene und das Fremde, über Heimat und Exil" an. So übte er Selbstkritik und sprach von dem fehlenden Verständnis Österreichs, in den ersten Jahren nach 1945 vertriebene Österreicher wieder aufzunehmen. In Anlehnung an diese Zeit warnte Fischer von der beträchtlichen "Gefahr vom Weg einer humanen und humanistischen Grundeinstellung gegenüber Menschen aus anderen Nationen oder Kultur abzuweichen".
Folgend nahm Fischer auch Bezug auf die aktuelle politische Lage. "Der Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen fällt uns offenbar ganz und gar nicht leicht", so der Bundespräsident, "obwohl unser Österreich wie es heute besteht, ohne die Durchmischungen, die Zuwanderung und die geistigen Befruchtungen durch Fremdes im Laufe des 20. Jahrhunderts gar nicht denkbar wäre." In seiner Rede rief Fischer zu mehr Sensibilität für das Schicksal anderer Menschen auf und appellierte an die junge Generation, grenzenüberschreitend das zu sehen, was sie alle verbinde, "nämlich die gemeinsame Menschenwürde".
Festspielpräsident Rhomberg hieß als Hausherr die Festgäste willkommen, darunter besonders Zofia Posmysz, die die Romanvorlage zur 1968 von Mieczyslaw Weinberg komponierten Oper "Die Passagierin" schrieb. "Ihr persönliches Schicksal als ehemalige Insassin eines Konzentrationslagers berührt uns alle tief", erklärte Rhomberg. Die eigenwillige "Aida" Graham Vicks grenze "in manchem an ein Maß von Gigantomanie", welche durchaus nicht jedermanns Geschmack treffen könne, bekannte der Festspielpräsident. Sie sei aber so eben nur auf der Bregenzer Großbühne möglich und werde in der Folge "zweifelsohne als eine Rarität in die Annalen der Verdi-Rezeption eingehen".
(apa/red)
