Brauner Wortmüll
- KOMMENTAR: Kurt Kuch über Nazis auf Facebook
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?
Im Rahmen der Recherche zur aktuellen Geschichte über den Sohn der blauen Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, auch Nazi-Gruppen auf Facebook zu durchforsten. Ganz so, als gäbe es in Österreich kein NS-Verbotsgesetz oder den Straftatbestand der Verhetzung, wird dort massenhaft brauner Wortmüll verbreitet. Und zwar auch von Österreichern, die sich nicht einmal hinter Pseudonymen verstecken.
Besonders erschreckend: Viele Fans dieser Seiten sind heimische Jugendliche, die auf den ersten Blick wenig radikal wirken. Durch seine provokante Wortwahl fiel mir ein Niederösterreicher auf. Er postete: Als ich jung war, sah man Kanaken und Neger nur im Fernsehen. Kritiker nennt er linke Bazillen, die froh sein sollten, dass sich die Zeiten in den letzten 60 Jahren geändert haben, sonst . Im Übrigen habe er beruflich täglich mit Ausländern zu tun und wisse daher genau, wovon er rede Das hat meine Neugier geweckt, und so habe ich im Persönlichkeitsprofil dieses Radaubruders nachgesehen, was er sonst noch von sich verrät: Tatsächlich macht der junge Mann kein Geheimnis aus seinem Wohnort, seiner Freundin und seinem Arbeitgeber. Da nennt er das Justizministerium. Und das gibt mir wirklich zu denken.
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