Dienstag, 13. Juli 2010

AIDS in Österreich - 507 Neuinfektionen: Life Ball unterstützt viele heimische Projekte

  • Vor allem Direkthilfe wird gerne unterstützt
  • Kampf gegen soziale Ignoranz in unserer Gesellschaft

Der erste Fall von AIDS in Österreich liegt nun bereits 25 Jahre zurück. Und noch immer ist AIDS nicht heilbar! Nach wie vor geht AIDS für viele Betroffene Hand in Hand mit sozialer Isolation und Vereinsamung. Und immer noch bedeutet die Diagnose für viele, sozial an den Rand gedrängt zu werden. Von Beginn an unterstützt AIDS LIFE österreichische HIV/AIDS-Projekte, deren Existenz ohne diese finanziellen Zuwendungen oft nicht gewährleistet wäre, mit nennenswerten Mitteln aus dem Erlös des Life Ball. Generell fließen bis zu 600.000 Euro des jährlichen Reinerlöses in nationale Hilfsprojekte.

Im Jahr 2009 wurden 507 Neuinfektionen in Österreich festgestellt. Mehr als 20% dieser Neuinfektionen kommen über heterosexuelle Kontakte zustande, 33,9% über homosexuelle Kontakte und 24,2% über intravenösen Drogenkonsum. Derzeit sind hierzulande 1.263 AIDS-PatientInnen vom Virus betroffen. Aktuell sind ca. 12.000 bis15.000 Menschen (etwa die Hälfte davon in Wien) infiziert.

Direkthilfe
AIDS LIFE unterstützt bevorzugt Organisationen, die Direkthilfe leisten. Darüber hinaus berücksichtigt der Verein AIDS LIFE bei der Geldervergabe auch Vereine, die sich um die sozialen Kontakte von Menschen mit HIV/AIDS kümmern und dafür die notwendigen strukturellen Voraussetzungen anbieten können. National ist die AIDS Hilfe Wien die meistbegünstigte Organisation von AIDS LIFE. Über die Vergabe der Gelder entscheidet der ehrenamtliche Vorstand von AIDS LIFE.

In Österreich hat die medizinische Behandlung und Versorgung von Menschen mit HIV/AIDS seit Mitte der 90er Jahre enorme Fortschritte gemacht. Betroffene haben Zugang zu Medikamenten, Kontrolluntersuchungen und spezialisierter ambulanter und stationärer Versorgung. Immer noch aber bedeutet die Krankheit für viele Diskriminierung, Stigmatisierung und wirtschaftliche Not. Das Einkommen eines durchschnittlichen Klienten der Aidshilfe beläuft sich auf rund 700 Euro pro Monat. Das Geld reicht zum Überleben, aber nicht zum Leben. Es reicht nicht zur Bewältigung der alltäglichen »Krisen«, wie die Reparatur eines kaputten Kühlschranks oder die Wartung einer Therme.

Viele Vereine und Institutionen widmen sich HIV-positiven Mitmenschen und kämpfen gegen die soziale Ignoranz in unserer Gesellschaft. Daher fließt ein großer Teil der Life Ball-Spenden in Projekte österreichischer Hilfsorganisationen – als Beitrag gelebter Anteilnahme und Solidarität.

13.7.2010 16:53