Sonntag, 18. Juli 2010

Banken drohen mit Streichung von Jobs: Bis zu 10.000 Arbeitsplätze sind gefährdet

  • Strengere Bankenregeln und Finanzsteuern als Grund
  • Aufschläge für Kunden und drastische Kreditkürzung

Vor dramatischen Auswirkungen der strengeren Bankenregeln samt neuer Finanzsteuern warnen die Banker. Die Bank Austria hat eine erste Auswirkungsstudie für Österreich durchgerechnet. Fazit: Aus den laufenden Erträgen seien die milliardenschweren Zusatzausgaben nicht zu tragen. Es drohten harte Einschnitte, Aufschläge für Kunden und eine drastische Kreditkürzung. Zudem seien Tausende Jobs bedroht.

Die Banken würden weniger Menschen Arbeit geben können, gibt Bank Austria-Chef Willibald Cernko zu bedenken. Er spricht von einer "signifikanten" Größe. "Wir reden hier von tausenden Arbeitsplätzen. Es sind 5.000 bis 10.000, die im Feuer stehen", sagte Cernko am Wochenende. In Österreich sind in den Kreditinstituten rund 80.000 Leute beschäftigt.

Aus allen derzeit debattierten neuen Banken-Regeln zur künftigen Eigenkapitalausstattung ergibt sich nach BA-Rechnung für die heimischen Institute ein zusätzlicher Kapitalbedarf von 19 bis 35 Mrd. Euro. Das umfasst die neuen "Basel-III"-Regeln samt Neudefinition fürs Kernkapital, neue Unterlegungen fürs Markt- und Kreditrisiko, Erhöhung des Mindestkapitals, Kapitalpuffer, aber auch Zuschläge für Systembanken.

Zusammen müssten die Banken in Österreich demnach 4 bis 10 Mrd. Euro im Jahr mehr ausgeben. Zum Vergleich: In Summe verdienten die heimischen Institute in den letzten fünf Jahren 5,8 Mrd. Euro im Jahr.

Cernko: "Uns geht es nicht um Panikmache, sondern um Objektvierung auf Basis der Informationen, die wir jetzt haben". Die Studie zeige, dass alle jetzt debattierten Maßnahmen für die Banken schlicht nicht leistbar sein werden. Freilich sei mehr Krisen-Prävention wichtig - weshalb der österreichische UniCredit-Manager einen Banken-Krisenfonds präferiert.

(apa/red)

18.7.2010 12:58
Woodentree, 20. 07. '10 08:30
Die großen, bösen Banken
"Zusammen müssten die Banken in Österreich demnach 4 bis 10 Mrd. Euro im Jahr mehr ausgeben. Zum Vergleich: In Summe verdienten die heimischen Institute in den letzten fünf Jahren 5,8 Mrd. Euro im Jahr."
Hat irgendjemand von euch den Artikel überhaupt ganz gelesen oder hat euch die Überschrift schon so in Rage gebracht? Österreich hat seine Banken in den letzten Jahren gefüttert und genährt.. und jetzt gibts nix mehr. Natürlich steigen die auf die Barikaden! Ihr macht es mit für euch wichtigen Themen nicht anders!
Höhere Steuern für die Mittelschicht sind nicht gut, die Reichen wollen keine "Reichensteuer", warum sollten sich dann die Banken darüber freuen? Natürlich versuchen sie es zu verhindern. Bei dieser Regierung wär das das erste, was ich tun würde. Wie ein Fähnchen im Wind...
brabus, 19. 07. '10 10:14
Banken drohen uns
An der Aussage des BA-Chefs erkennt man, wie weit entfernt dieses Bankenmanagement bereits von ihren Kunden ist. Solche Banken, die dem Sparer und Arbeitnehmer mit Konsequenzen drohen anstatt ihren Anteil am Gemeinwohl (Steuern) zu leisten verdienen nicht unser Vertrauen. Wem man nicht vertraut, dem sollte man aus dem Weg gehen. Ich gehe davon aus, dass solche Banken auch nie einen Euro Steuergeld bekommen (haben).
skorpion1100, 18. 07. '10 21:52
So einfach ist es...
Ich schätze diese Meldung sagt doch alles. Eigentlich wollte diese Regierung genau das verhindern, wenn ich mich nicht irre. Ich denke solchen Banken sollte man das Wasser abgraben und sein Konto bei jeder Bank löschen die diese Steuern auf Sie abladen, allen voran der BA-CA Gruppe. Leider gibt es aber dann noch immer genug DUMME die aus Faulheit, und Bequemlichkeit das nicht tun. Auch kann man diese Bankvorstände nur zur Raison und Menschlichkeit bringen wenn man ihnen das Geld das Ihnen NICHT gehört, Sie aber damit Geld verdienen, wegnimmt in dem man zu einer anderen Bank wechselt. Mir ist schon klar das Sie alle Gleich sind.
vienna1025, 18. 07. '10 16:19
So einfach ist es...
den Staat zu erpressen. Man muss sich nur "gross" genug dazu fühlen.
Verehrte Herren Bankvorstände ... schicken Sie doch alle Ihre Mitarbeiter einfach nach Hause und machen Sie Ihren Job alleine. Das spart Ihnen sehr viel Geld. Mal sehen wie weit Sie dann ohne Ihr "Fussvolk" kommen welches Ihnen die Arbeit macht damit Sie Miliionenbeträge als Gehalt einstecken können. Wäre vielleicht einen Versuch wert.