Banken drohen mit Streichung von Jobs: Bis zu 10.000 Arbeitsplätze sind gefährdet
- Strengere Bankenregeln und Finanzsteuern als Grund
- Aufschläge für Kunden und drastische Kreditkürzung

·Banken-Stresstest
verhallt fast ungehört
Streit um Sinnhaftigkeit
der Belastungsprobe
·Gut gerüstet für das Worst-Case-Szenario
Österreichs Banken bestehen Stress-Test
·Was passiert, wenn
die Bank durchfällt?
Folgen eines Misserfolgs
beim Banken-Stresstest
·Was soll bloß aus
den Banken werden?
Den Geldhäusern droht
Gefahr von allen Seiten
·Bankensteuer bringt
Ungarn in Bedrängnis
IWF und EU stoppen die
Vergabe weiterer Kredite
·Banken drohen mit Streichung von Jobs
BA-Chef Cernko: Bis zu 10.000 Stellen gefährdet
Vor dramatischen Auswirkungen der strengeren Bankenregeln samt neuer Finanzsteuern warnen die Banker. Die Bank Austria hat eine erste Auswirkungsstudie für Österreich durchgerechnet. Fazit: Aus den laufenden Erträgen seien die milliardenschweren Zusatzausgaben nicht zu tragen. Es drohten harte Einschnitte, Aufschläge für Kunden und eine drastische Kreditkürzung. Zudem seien Tausende Jobs bedroht.
Die Banken würden weniger Menschen Arbeit geben können, gibt Bank Austria-Chef Willibald Cernko zu bedenken. Er spricht von einer "signifikanten" Größe. "Wir reden hier von tausenden Arbeitsplätzen. Es sind 5.000 bis 10.000, die im Feuer stehen", sagte Cernko am Wochenende. In Österreich sind in den Kreditinstituten rund 80.000 Leute beschäftigt.
Aus allen derzeit debattierten neuen Banken-Regeln zur künftigen Eigenkapitalausstattung ergibt sich nach BA-Rechnung für die heimischen Institute ein zusätzlicher Kapitalbedarf von 19 bis 35 Mrd. Euro. Das umfasst die neuen "Basel-III"-Regeln samt Neudefinition fürs Kernkapital, neue Unterlegungen fürs Markt- und Kreditrisiko, Erhöhung des Mindestkapitals, Kapitalpuffer, aber auch Zuschläge für Systembanken.
Zusammen müssten die Banken in Österreich demnach 4 bis 10 Mrd. Euro im Jahr mehr ausgeben. Zum Vergleich: In Summe verdienten die heimischen Institute in den letzten fünf Jahren 5,8 Mrd. Euro im Jahr.
Cernko: "Uns geht es nicht um Panikmache, sondern um Objektvierung auf Basis der Informationen, die wir jetzt haben". Die Studie zeige, dass alle jetzt debattierten Maßnahmen für die Banken schlicht nicht leistbar sein werden. Freilich sei mehr Krisen-Prävention wichtig - weshalb der österreichische UniCredit-Manager einen Banken-Krisenfonds präferiert.
(apa/red)
