Sarkozy sollte bald mal in Deckung gehen:
Vier Festnahmen in Parteispenden-Skandal
- Steuerfahnder vernehmen Vertraute von Bettencourt
- L'Oréal-Milliardärin weist Vorwürfe vehement zurück

·Sarkozy sollte bald
mal in Deckung gehen
Bereits vier Festnahmen in Parteispenden-Skandal
·Sarkozy: "Lügen"
und "Verleumdungen"
Parteispenden-Skandal: Der Präsident wehrt sich
In der Steuerhinterziehungs- und Parteispendenaffäre um die L'Oréal-Milliardärin und Politikerwitwe Liliane Bettencourt wird es für die französische Regierung und Präsident Sarkozy immer enger. Die Polizei hat, wie in Paris bekanntgegeben wurde, vier Vertraute der reichsten Frau des Landes festgenommen.
Ein enger Freund der 87-Jährigen sowie zwei Vermögensverwalter und ein Steuerberater werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Steuerfahndern vernommen. Bettencourt steht auch im Verdacht, konservative Politiker, unter ihnen Sarkozy, mit illegalen Parteispenden bedacht zu haben.
Arbeitsminister bereits zurückgetreten
Der Präsident hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Arbeitsminister Eric Woerth ist wegen der Affäre mittlerweile als Schatzmeister der Regierungspartei UMP zurückgetreten. Er soll eine illegale Wahlkampfspende in Höhe von 150.000 Euro für Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf 2007 erhalten haben. Kurz zuvor waren erstmals schriftliche Notizen aufgetaucht, in denen Arbeitsminister Woerth als Hauptakteur erscheint.
Bettencourt weist Vorwürfe zurück
Liliane Bettencourt hat Vorwürfe der illegalen Parteienfinanzierung vehement zurückgewiesen. "Es ist absurd, dass Politiker an unserem Tisch Umschläge in Empfang genommen haben sollten", sagte die Witwe des ehemaligen gaullistischen Ministers André Bettencourt nach Angaben ihres Anwalts, den die regierungsnahe konservative Pariser Zeitung "Le Figaro" zitiert.
Bettencourts Tochter Francoise Bettencourt-Meyers hat unterdessen erneut die Entmündigung ihrer Mutter beantragt. Die heimlichen Mitschnitte von Gesprächen zwischen Liliane Bettencourt und deren Vermögensverwalter Patrice de Maistre hätten belegt, dass die alte Dame "sehr fragil" sei, betonte der Anwalt der Tochter nach einem Bericht des Online-Magazins nouvelobs.com.
(apa/red)
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