Donnerstag, 15. Juli 2010

Erster Erfolg für Grasser in Buwog-Affäre: Ramprecht wegen Übler Nachrede verurteilt

  • Bedingte Strafe von 3.600 Euro. Berufung eingelegt
  • Teilweiser Freispruch: Ex-Finanzminister "befriedigt"

Die Klage von Ex-Finanzminister Grasser gegen seinen ehemaligen Kabinettsmitarbeiter Ramprecht wegen Vorwürfen zur Buwog-Privatisierung hat eine Verurteilung und einen Freispruch gebracht: Wegen Übler Nachrede Grassers wurde Ramprecht zu einer bedingten Strafe von 3.600 Euro verurteilt, betreffend seiner Vorwürfe, Grasser habe die Privatisierung beeinflusst, wurde er freigesprochen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Ramprechts Anwalt Michael Pilz kündigte volle Berufung an.

Richter: Nur vage Indizien
Dass Grasser die Buwog-Privatisierung zu Gunsten der Immofinanz beeinflusst haben soll, sei nicht erwiesen, es gebe nur Spekulationen aufgrund vager Indizien, führte Richter Wagner nach der Verhandlung im Wiener Landesgericht aus. Zum Vorwurf Ramprechts, dass Grasser die Vergabe an die Investmentbank Lehman Brothers beeinflusst habe, wurde der Beklagte freigesprochen. "Nicht alles, was jemandem nicht passt, ist Üble Nachrede", so der Richter.

Die nun erstinstanzlich entschiedene Mediensache war nur wegen Grassers Klage überhaupt vor Gericht behandelt worden, es handelt sich um ein Privatanklagedelikt. Am vierten Verhandlungstag wurde noch ein letzter Zeuge befragt, aber auch der Unternehmensberater Peter Hochegger entschlug sich - wie vor ihm Lobbyist Walter Meischberger und Immobilienmakler Ernst Karl Plech - der Aussage. Gegen alle drei und gegen Grasser werden seit Monaten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Buwog-Privatisierung und dabei geflossener 10-Mio-Euro-Provisionen geführt, der Verdacht lautet auf Untreue und Amtsmissbrauch, es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Kommentare zum heutigen Urteil fielen sehr verschieden aus: Ramprecht freute sich über einen "wichtigen Teilerfolg": Der erste Dominostein sei gefallen, weitere würden folgen.

Grasser: "Es befriedigt mich"
"Es befriedigt mich, dass Herr Ramprecht verurteilt wurde", sagte Grasser strahlend, ein unabhängiges Gericht habe in seinem Sinne entschieden. Grasser sieht in den Vorwürfen nur einen Versuch, seine Regierungsarbeit schlechtzumachen und sprach von "Latrinengerüchten" im Zusammenhang mit den Schmiergeldvorwürfen bei der Buwog-Privatisierung.

(apa/red)

15.7.2010 19:22
sidestep, 16. 07. '10 11:18
Das ist ein kleiner Etappensieg...
... und nicht mehr. Der Richter hat Anträge über die Kontenöffnung und so weiter abgelehnt. In der nächsten Instanz sieht alles schon anders aus. Dieser "Sieg" wird sich für den Herrn Grasser bald als Pyrrhussieg herausstellen - wollen wir wetten?
Leela1975, 16. 07. '10 09:33
Prözesschen
Hier gehts um einen Prozess gegen Ramprecht nicht um die Schuld vom KHG bei irgendwelchen Machetaten.
Also pudldst euch net auf,die Sache is eh no net gegessen.
Ist ja ein aalter Schmäh, wennst massiv beschuldigt wirst klagst einen wegen irgendeiner Verleumdung, kriegst relativ leicht recht, und schon stehst kurz in den Medien als "FREIGESPROCHEN und EH-super " da.
Ist ein alter Schmäh, und die Österreicher fallen immer wieder drauf rein.
11529313, 15. 07. '10 19:47
Dem Grasser wird das Grinsen noch vergehen.
Es gibt immer ein Körnchen Wahrheit in jeder Geschichte.
Und das der Grasser ein Windiger ist, das sieht ja jeder Blinde.
eiler, 15. 07. '10 21:18
Re: Dem Grasser wird das Grinsen noch vergehen.
ihnen wir das grinsen vergehen, den wo keine schuld ist da wird hoffentlich keiner in unseren land schuldig gesprochen(sonst sind wir eine bananenrepublik) und karl heinz grasser war der beste finanzminister, andere länder wären froh gewesen wenn sie solchen wie ihm gehabt hätten bei uns wird er nur gedemütigt. , eine interessant frage wäre wenn man die vorgänger finanzminister so unter die lupe nehmen würde wie ihn KHG , was würde da wohl herauskommen ????
write, 16. 07. '10 06:21
Re: Dem Grasser wird das Grinsen noch vergehen.
Hoffen wir es- aber er weiß zuviel von unseren seriösen Politikern wie Schüssel etc. Von Eurofighter Schmiergeldern etc. Die tun sich sicher nicht weh...
Und- warum sollte es ihm schlechter als z.B. dem heutigen Milliardär Androsch ergehen, der ja zum Glück einen Wahlonkel hatte?
write, 16. 07. '10 06:25
Re: Dem Grasser wird das Grinsen noch vergehen.
@eiler
Staatssanierung mit wohl abgesprochenen Privatisierungen um jeden Preis?
Tolle Leistung!
Natürlich erschien Grasser besser als Schüssel oder Pröll- nur ist vor Allem der letztere besser als Oliver Hardy Double denn als Politiker einzusetzen.
keinbrauner, 16. 07. '10 06:25
Re: Dem Grasser wird das Grinsen noch vergehen.
hallo eiler, sie schreiben daß sich andere Länder froh wären, solch einen Finanzminister zu haben. Da kann es sich wohl in Europa nur um Italien handeln. Natürlich wo anders auf der Welt gibt es genug korrupte Länder die über Grasser froh wären.
Finanzbeamter, 16. 07. '10 08:53
Re: Dem Grasser wird das Grinsen noch vergehen.
eiler:
Würde mich interessieren, woher Sie ihre Weisheit nehmen, dass KHG der "beste finanzminister" war? Verraten Sie uns ihren Beruf?
sidestep, 17. 07. '10 09:27
An eiler
Zitat:...andere länder wären froh gewesen wenn sie solchen wie ihm gehabt hätten...

Verzeihen Sie, Sie haben da was falsch formuliert. Erlauben Sie mir, dass ich dies richtig stelle.

Österreich wäre froh gewesen, wenn andere Länder den KHG als Finanzminister gehabt hätten!!
sidestep, 15. 07. '10 09:30
Treten Sie ab Frau Bandit-Ortner
Treten Sie ab Frau Justizministerin! Beim Beitragstäter, also dem geringer Beschuldigten als den Haupttäter nehmen Sie zur Sicherung des Beweises eine Hausdurchsuchung vor und beim Haupttäter (Lt. STA) unterlassen Sie dies. Wenn das nicht "stinkt" was dann!