Nach skurrilem Austausch untergetaucht:
Geheimdienste schirmen ihre Agenten ab
- Zwei begnadigte Russen angeblich in Großbritannien
- Tauschaktion hing offenbar an einem seidenen Faden

·Sexy Agentin soll in
die Politik wechseln
Heimatstadt will Chapman
als Kandidatin gewinnen
·Agentin 90-60-90:
Ein Anruf verriet sie
Russin ging verdecktem FBI-Spion auf den Leim
·Geheimdienste schirmen Agenten ab
Skurrile Tauschaktion beinahe noch gescheitert
·Agentin 90-60-90: Sexy und gefährlich
Anna Chapman: Moskaus schärfste Spionagewaffe
·Filmreife Szenen am Wiener Flughafen
Russland und USA tauschten Agenten aus
Nach dem Agentenaustausch zwischen Russland und den USA in Wien schirmen die Geheimdienste die übergebenen Spione vollständig vor der Öffentlichkeit ab. Der größte derartige Tauschhandel seit Ende des Kalten Krieges endete mit der Landung des Flugzeugs mit den begnadigten russischen Häftlingen am Freitag in Washington, wobei offenbar zwei Agenten bereits in Großbritannien von Bord gegangen waren.
Der russische Waffenexperte Igor Sutjagin rief seine Frau aus einem Hotel in einer kleinen Stadt nahe London an. Sutjagin war 2004 wegen Weitergabe von Geheimunterlagen an eine Tarnfirma des US-Geheimdienstes CIA zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Bei ihm sei ein weiterer der insgesamt vier übergebenen Russen, sagte sein Bruder Dmitri Sutjagin. Britischen Medien zufolge handelte es sich dabei um Sergej Skripal, ein früherer Oberst des russischen Militärgeheimdienstes, der für Großbritannien spioniert haben soll.
Austausch beinahe gescheitert
Nach Angaben Moskauer Medien wäre der spektakuläre Austausch beinahe noch gescheitert. Nachdem die Namen der vier von Washington gewünschten Westspione in der russischen Presse aufgetaucht seien, wollte die US-Seite den Deal fast platzen lassen, sagte ein Moskauer Geheimdienstler der Zeitung "Moskowski Komsomolez".
Die US-Regierungsmaschine hatte auf dem Weg von Wien nach Washington einen Zwischenstopp auf der Luftwaffenbasis Brize Norton in Mittelengland gemacht. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) landete das Flugzeug auf dem Flughafen Dulles vor den Toren von Washington. Die zehn in den USA begnadigten russischen Agenten waren zuvor bereits in Moskau angekommen und anschließend an einen unbekannten Ort gebracht worden. Die russischen Behörden machten über das Schicksal der zehn Agenten keine Angaben. (apa/red)

