Polizeihundestaffel Teil I
Der Polizeihund als Familienmitglied
- Bezirksinspektor Rosskopf: Ich vertraue meiner Bea "zu tausend Prozent"
·Polizeihund privat
Bezirksinspektor Rosskopf: Ich vertraue meiner Bea "zu tausend Prozent"
"Es war immer mein Traum einen Hund zu haben", erklärt Günther Rosskopf, Bezirksinspektor vom Landespolizeikommando für Wien. Er gehört einer ganz besonderen Abteilung der Exekutive an, der Polizeidiensthundeeinheit. Immer an seiner Seite die sechsjährige Belgische Schäferhündin (Malinois) Bea. Mit ihr hat er schon so manchen Einsatz erlebt. Und mit dieser Erfahrung steht er nicht alleine da. Derzeit umfasst die Einheit 110 Beamte, davon 11 Prozent Frauen. Die Beschäftigung und Arbeit mit dem Hund steht bei ihnen im Vordergrund. Dabei muss sich die Beziehung zwischen Hund und Mensch nicht auf den Dienst beschränken. Bea ist für ihn nicht nur ein Diensthund, sondern auch ein Familienhund, wie Rosskopf im Interview bei sich zu Hause erzählt.
Obwohl der Hund im Dienst wie eine Waffe eingesetzt und auch als solche eingestuft wird, ist Bea bestens ins Familienleben integriert, wie Rosskopf betont. Angst um seine Frau Sabine oder seine beiden Kinder, Vanessa (13) und Corina (6), hat er nicht: "Der Hund weiß, ob er im Dienst ist oder ob er zu Hause ist. Das funktioniert sehr gut."
Nicht alle seine Kollegen lassen ihren Diensthund auch zu Hause frei herumlaufen. Für den Bezirksinspektor kommt ein Zwinger jedoch nicht in Frage. Seine Bea soll auch das Familienleben genießen dürfen.
Welche Rassen zum Einsatz kommen
Nicht jeder Hund eignet sich auch als Diensthund, so Rosskopf. Bei der Polizeidiensthundeeinheit kommen derzeit der Belgische Schäferhund, der Deutscher Schäferhund, Rottweiler, der Holländische Herdershund sowie ein Riesenschnauzer zum Einsatz.
Such- und Stöbereinsätze
Hauptsächlich werden die Tiere als Such- und Stöberhunde eingesetzt. "Die meisten Einsätze sind Stöbereinsätze. Wenn in einem Firmengelände oder in einem Geschäft eingebrochen wird, führen die Bezirkskräfte eine Umstellung durch, wir schicken dann den Hund hinein und der zeigt uns den Täter an. Die meisten Hunde haben eine Spezialausbildung. Bea hat beispielsweise eine Suchtgiftausbildung. Wir machen daher sehr viele Suchtgifteinsätze. Dann sind wir noch im Fußballstadion im Einsatz und bei Demonstrationen sind wir auch immer dabei", so Rosskopf.
Ausbildung von klein auf
Die Ausbildung beginnt bereits im Welpenalter. Junghunde werden zuerst auf die Grundausbildung vorbereitet. Diese dauert insgesamt drei Monate. Die zusätzliche Spezialausbildung dauert etwa zwei Monate. Dazu zählen unter anderem das Aufspüren von Bargeld und Dokumenten, von Brandmitteln, von Suchtmitteln sowie von Leichen und/oder Blut.
Ein ausgebildeter Hund ist - auch wenn er ein Familienhund ist - im Dienst eine gefährliche Waffe. Ein respektvoller Umgang ist daher wichtig, sagt Rosskopf und erklärt, was seinen Hund zur Waffe macht: "Bea hat einen sehr hohen Triebbereich. Sie erkennt einfach, wenn Aggressionspotential vorhanden ist. Da denke ich mir oft, dass ist nicht mein Hund, wenn er sich auf einmal umstellt."
Für ihn steht jedoch fest, Bea gehört zur Familie. "Ich vertraue meinem Hund zu tausend Prozent", so Rosskopf. "Sukkzessive hat jeder das Vertrauen zum anderen gewonnen. Und das ist perfekt aufgegangen."
