Dienstag, 6. Juli 2010

Meinl blitzt mit Kautionsforderung ab: 100
Millionen Euro bleiben vorerst beim Gericht

  • Gutachten fehlt, Erhebungen nicht abgeschlossen
  • Antrag in 463-seitigem Beschluss zurückgewiesen

Der Banker Julius Meinl V. erhält die Kaution von 100 Mio. Euro, die ihm im April 2009 nach eineinhalb Tagen U-Haft wieder die Freiheit gebracht hat, vorerst nicht zurück. Das hat das Wiener Straflandesgericht in einem 463 Seiten umfassenden Beschluss entschieden, der den Anwälten des Bankers zugestellt wurde.

"Die Richterin folgt in weiten Teilen unserer Argumentation. Die Kaution gibt sie aber mit der Begründung nicht her, dass noch ein Sachverständigen-Gutachten fehlt, die Erhebungen nicht abgeschlossen sind und Herrn Meinl die Auslandseigenschaft zukommt", erklärte Herbert Eichenseder, einer der Rechtsvertreter des Bankers, im Gespräch mit der APA. Meinl ist britischer Staatsbürger.

Haftbefehl auf mangelhaftem Gutachten?
Die Rechtsbeistände des demnächst 51-Jährigen - Julius Meinl V. feiert am kommenden Freitag Geburtstag - hatten Ende 2009 nachträglich einen Enthaftungsantrag eingebracht, weil sich ihrer Ansicht nach herausgestellt hatte, dass die Basis des seinerzeitigen Haftbefehls mehr als wackelig war: Dieser beruhte auf einem angeblich mangelhaften Gutachten des mittlerweile wegen Befangenheit abgesetzten Buchsachverständigen Thomas Havranek und einem angeblich unvollständigen Polizeibericht, in dem der Justiz Fluchtgefahr suggeriert worden sein soll.

Drei Tage für Einspruch
Wäre dem Enthaftungsantrag formal stattgegeben worden, hätte das wohl die Rückgabe der auf einem Gerichtskonto der BAWAG P. S. K. geparkten und mit 1,75 Prozent verzinsten 100 Mio. Euro bedeutet. Richterin Bettina Deutenhauser leistete dem Begehren der Meinl-Anwälte nach eingehender Prüfung jedoch keine Folge. Diese haben nun drei Tage Zeit, um gegen ihre Entscheidung Rechtsmittel einzulegen.

Reisepässe zurückbekommen
Die Justiz hat Julius Meinl V. allerdings seine Reisepässe zurückgegeben. Er muss sich auch nicht mehr wie bisher täglich melden und damit seinen jeweiligen Aufenthaltsort innerhalb der österreichischen Staatsgrenzen nachweisen, gab sein Rechtsvertreter Eichenseder bekannt. Gegen Meinl wird in der Affäre Meinl European Land (MEL) wegen Betrugs- und Untreueverdachts ermittelt. Für den Banker gilt die Unschuldsvermutung. (apa/red)

6.7.2010 13:39
stabilis, 07. 07. '10 07:18
Unser Steuergeld
Wisst ihr das diese 463 Seiten Beschluss mit unserem Steuergeld erarbeitet wurden? Wenn ich mir vorstelle was das kostet denke ich mir, dass einige der Leser hier ein ganzen Jahr Steuern nur dafür bezahlt haben.....

Ich werde heute ein Kerzerl anzünden für Julius und einen Meinl Kaffee trinken gehen, aus reinem Mitgefühl für den armen Tropf. Aja, und für seinen Intimus Grasser Pazifiko Swarovski Grissini Pannini oder wie der sonst jetzt noch heisst auch gleich!

:-)

Es ist unerträglich! Der Verbrecher mit Unschuldsvermutung kriegt einen Pass und die Zogajs nicht!
keinbrauner, 07. 07. '10 11:09
Re: Unser Steuergeld
weil die Meinls, Grassers, Meischbergers und ähnliche nicht ganz sauberen Herrschaft Geld und Politiker (z.b. die Justizministerin) hinter sich haben und die Zogajs kein Geld und keine Macht hinter sich haben. Aber die Zogajs haben den HC, und die Schotter Mitzi als Feinde. Hoffentlich nennen sich diese Herr- und Damenschaften in Zukunft nicht mehr christlich.