Mittwoch, 7. Juli 2010

Üppige Spesen bei Hypo gang und gäbe:
Kitzbühel-Trips, Jagdausflüge und Feten

  • NEWS: Kleine Tochterfirma im Fokus der Ermittlungen
  • Hypo-Gelder zum Unterhalt von hohen Funktionären

Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner aktuellen Ausgabe Spesenabrechnungen der alten Führungsgarde der Hypo Alpe Adria. Derzeit rückt die Firma Hypo Alpe-Adria Marketing und Advertising GmbH, eine kleine Tochter aus der Hypo Group, in den Fokus der Ermittlungen. Bei der Prüfung der Jahresabschlüsse stellte sich heraus, dass die Firma nicht nur für branchenübliches Marketing, sondern auch zur Unterhaltung damaliger hoher Organe und Funktionäre der Hypo Group genutzt wurde.

So wurde in Kitzbühel beim Hahnenkammrennen kräftig "gesponsert". NEWS liegt eine Liste von 53 Vorständen, Hypo-Managern, und eingeladenem (Geld)Adel vor, die auf Kosten der Hypo in Kitzbühel feierten. Wenig überraschend finden sich auf der Gästeliste auch Personen, die als Investoren des früheren Hypo-Investors und späteren Hypo-Managers Tilo Berlin bekannt wurden. Die Gesamtkosten einschließlich Sponsoring: 567.000 Euro.

Die Abschiedsfeier des umstrittenen früheren Hypo-Vorstandes Josef Kircher (der nach seinem Abgang einen sechs Millionen Euro teuren Beratervertrag bekam) am 1. Juni 2008 kostete beispielsweise 17.480 Euro. Die hohe Summe kam dadurch zustande das eigens ein "Rückenakt" des 1944 verstorbenen Wegbereiters der Modernen Malerei in Österreich, Franz Wiegele, angekauft wurde. Für "Getränke, DJ und Fotograf" im "Sunset-Club" wurden 4.018,25 Euro fällig.

Unter anderem schlug Jagdausflug ins kroatische Osijek (per Chartermaschine) zur Wildschweinjagd übers Wochenende im November 2008 mit rund 60.000 Euro zu Buche.

Lesen Sie mehr dazu im aktuellen NEWS 27/10!

7.7.2010 13:13
brabus, 07. 07. '10 13:16
Hyposkandal
Und diesen Selbstbedienungsladen soll der Steuerzahler unterstützen ? Wie kommen wir dazu ?
marcelus, 07. 07. '10 18:25
Re: Hyposkandal
Ist zwar eine berechtigte Frage, aber: sponsern wir über Fehlleistungen der FMA (und damit der Republik) nicht ebenso die Finanzskandale von A wie AMIS bis Z wie (Aviso) Zeta Bank AG? Der schlichte Gipfel der Frechheit ist aber die Tatsache, dass durch eine Gesetzesänderung die FMA praktisch keine Haftung mehr treffen kann und die Überlegung, eine "Bilanzpolizei" aus der FMA und den - aus Mandatsgründen - recht fehleranfälligen - Wirtschaftsprüfern zu bilden... zwei Fehlleister sitzen dann praktisch in einem Boot. Praktisch - nicht ? Und wer darf diesen Schwachsinn finanzieren ? Erraten!
keinbrauner, 08. 07. '10 08:19
Re: Hyposkandal
Es gibt einen Vorstand und einen Vorstandsvorsitzenden. Die werden fürstlich entlohnt. Also sollen sie für Fehlleistungen auch zahlen. Wenn ein Autofahrer einen Fehler macht zahlt der auch dafür, aber ohne fürstliche Entlohnung. Und lieber marcelus, nicht schon wieder wie in Kärnten anscheinend üblich, gleich wieder die Schuld und Verantwortung bei den Anderen suchen.