Euro erholt sich von Strapazen: Europas
Gemeinschaftswährung macht Verluste wett
- Abwärtstrend der vergangenen Wochen überwunden
- Hilfspakete & Sparpläne zeigen auf Märkten Wirkung

·Europa hinkt Rest
der Welt hinterher
Globale Wirtschaft ist aber überraschend stark
·Der Euro ist nicht so
leicht kleinzukriegen
Gemeinschaftswährung
macht Kursverluste wett
·Euro-Rettungsschirm verletzt das EU-Recht
Öffentlichkeit wurde laut einer Studie getäuscht
·Neue Zweifel an
Spaniens Bonität
Ratingagentur Moody's
prüft Kreditwürdigkeit
·Wir arbeiten, wir schwitzen, wir tun...
Sollte Geld-Jongleuren Handwerk gelegt werden?
Das Zittern um die Stabilität des Euro dürfte vorerst vorbei sein: Erstmals seit zwei Monaten hat die Gemeinschaftswährung einen Wert von über 1,26 Dollar erreicht. Weil Europa damit die schlimmste Krise überstanden haben dürfte, werden sogar schon Parallelen zum Fußball gezogen: So wie Europa bei der Weltmeisterschaft die Erwartungen übertroffen habe, so seien die Europäer auch in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung besser als gedacht.
So sieht das nicht nur Erik F. Nielsen, der bei Goldman Sachs für Europa zuständige Chefvolkswirt. Generell setzt sich an den Devisenmärkten die Erkenntnis durch, dass die Schuldenkrise in Europa vorläufig unter Kontrolle ist. Die von Europas Regierungen geschnürten Hilfspakete und Sparpläne erwecken das Vertrauen der Anleger.
Positiv ausgewirkt hat sich auch die Erleichtung, die letzte Woche angesichts des überraschend niedrigen Geldbedarfs der europäischen Banken breit gemacht hatte. Devisenexperte Thomas Amend vom Bankhaus HSBC Trinkaus sagte, die Not der Banken sei offenbar nicht mehr ganz so groß wie zuletzt befürchtet. "Insgesamt zeigt sich, dass die europäischen Banken nicht mehr mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte DekaBank-Experte Karsten Junius.
Als die Gemeinschaftswährung Anfang Juni bei 1,1878 Dollar anlangte, notierte sie so niedrig wie seit März 2006 nicht mehr. Analysten und Händler machten für den Abstieg der gerade elf Jahre alten Währung die hohe Verschuldung südeuropäischer Länder verantwortlich. Jene, die auf ähnliche Probleme in den USA hinwiesen, ernteten nur Kopfschütteln. Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone wurde als nicht mehr völlig ausgeschlossen gehandelt und einige Börsianer riefen als Kursziel die 1:1-Parität aus. Der Dollar wurde als sichere Anlage gepriesen, der Euro als riskant verdammt.
(apa/red)

