Montag, 21. Juni 2010

Kuriose Karriere von Schwester Giuliana: Eine Klosterfrau im Finanzolymp Italiens

  • Zur Vizepräsidentin der Sparkassen-Stiftung ernannt
  • Stiftung ist größter Einzelaktionär der Banca Intesa

Während auf internationaler Ebene der Druck nach mehr Ethik in der Wirtschaft wächst, steigt eine Klosterfrau in Italiens Finanzolymp auf. Die Ordensschwester Giuliana Galli ist zur Vizepräsidentin der Sparkassenstiftung Compagnia di San Paolo gewählt worden.

Die Turiner Stiftung ist mit knapp 9,9 Prozent der Anteile mit Abstand der größte Einzelaktionär der größten italienischen Bank Intesa San Paolo, dem stärksten Konkurrenten der Bank Austria-Mutter UniCredit.

Herausragende Persönlichkeit
Die 75-jährige Schwester der Gemeinschaft des Heiligen Giuseppe Cottolengo ist eine herausragende Persönlichkeit in Turin. Die promovierte Soziologin und Philosophin ist Gründerin einer Non-Profit-Organisation, die sich um die Betreuung von Emigranten im Raum Turin kümmert. Die linke Stadtverwaltung entsandte sie vor zwei Jahren als Vertreter der Kommune in den Aufsichtsrat der Compagnia di San Paolo, Europas größter Sparkassenstiftung.

"Viel Not in Turin"
"Die Stiftung ist den sozialen Schwierigkeiten des Raums von Turin offen, daher habe ich den Auftrag angenommen", sagte die Ordensschwester, die für ihren eisernen Willen bekannt ist. Dank ihres sozialen Engagements war sie in den vergangenen Jahren auch zur Vertrauten des Ex-Präsidenten des Autobauers Fiat, Cesare Romiti, geworden. Seitdem sie im Aufsichtsrat der Stiftung sitzt, wird Schwester Giuliana mit Hilfeappellen überhäuft. "Auch in der Fiat-Hauptstadt Turin gibt es viel Not", sagte sie.

(apa/red)

21.6.2010 21:49