In Kärnten gehen die Emotionen hoch:
"Heimatverräter" Strache wird ausgebuht
- Kärntner FPÖ-Chef Jannach tritt enttäuscht zurück
- FPÖ-FPK-Zusammenarbeit ist nun offiziell besiegelt

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Der Landesparteivorstand der Kärnten FPÖ hat sich Montagabend deutlich für den ausverhandelten Kooperationsvertrag zwischen FPK und FPÖ ausgesprochen, die am Dienstag vertraglich fixiert wurde. Zwölf Mitglieder stimmten für den Vorschlag, drei dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Gleichzeitig gaben der FPK-Landesparteivorstand und die FPK-Landesparteileitung einstimmig grünes Licht für die Kooperation. Zuvor wurde FPÖ-Parteichef Strache ausgebuht und ihm "Heimatverrat" vorgeworfen.
Auf Strache wartete in Krumpendorf kein freundlicher Empfang. Anhänger des erst am Nachmittag zurückgetretenen Kärntner FPÖ-Chefs Harald Jannach buhten ihn aus und warfen ihm lautstark "Heimatverrat" vor.
Mit den Unterschriften von Strache, FPK-Obmann Scheuch und dem Nachfolger Jannachs, Christian Leyroutz, ist am Dienstag schließlich die Kooperation vertraglich besiegelt worden. Darin wird die Zusammenarbeit "bis hinunter auf die kommunale Ebene" geregelt, wie Scheuch und Strache vor Journalisten betonten.
Fusion ist langfristiges Ziel
Mehrfach wurde unterstrichen, dass die Kooperation mit der FPK nicht das Aus für die FPÖ-Landesgruppe Kärnten bedeute. "Die Kärntner FPÖ bleibt eine eigenständige Partei", sagten Strache und Scheuch unisono. Leyroutz und die Parteigranden sollen vor allem jene Kärntner FPÖ-ler beruhigen, die ein Zusammengehen mit der Scheuch-Partei FPK ablehnen. Trotzdem ist das langfristige Ziel die Fusion. Strache: "Das Ziel ist am Ende jenes, dass eine einheitliche FPÖ-Landesgruppe entsteht." Auf die Frage, bis wann der Zusammenschluss erfolgen soll, meinte Strache, das habe keine Eile. Man wolle zusammenführen, was zusammengehört, erklärte Strache, dabei blieben die Partner aber eigenständig.
Künftig werden drei Vertreter der Kärntner FPÖ im FPK-Landesparteivorstand sitzen, der Parteiobmann, dessen Stellvertreter und der blaue EU-Mandatar Andreas Mölzer. Auch Strache wird in den Vorstand kooptiert, im Gegenzug werden Scheuch und FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler in den Bundesparteivorstand der FPÖ einziehen. Dies diene der "engeren Abstimmung", betonte Scheuch. Die drei FPK-Abgeordneten im Parlament, die aus dem BZÖ-Klub ausgetreten sind, werden hingegen nicht dem FPÖ-Klub eingegliedert. Scheuch begründete dies damit, dass man die Eigenständigkeit seiner Partei unterstreichen wolle.
CDU-CSU-Modell als Vorbild
Wie im Dezember vergangenen Jahres bereits angekündigt, planen Blau und Blau ein Antreten bei Wahlen "nach dem CDU-CSU-Modell". Strache wurde dabei nicht müde, zu betonen, dass es sich um eine Kooperation handle und nicht um eine Fusion. In Kärnten antreten werde die FPK bei bundesweiten Urnengängen mit der "Wahlpartei FPÖ", erklärte Strache.
(apa/red)
