Mittwoch, 16. Juni 2010

Fahrverbote für alte Autos in Umweltzonen:
Heftige Kritik kommt von Autofahrerclubs

  • IG-Luft: Maßnahmen gegen Feinstaub sind möglich
  • VCÖ und Wirtschaftskammer begrüßen Beschluss

Während die Autofahrerclubs das im Ministerrat beschlossene Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-Luft) kritisierten, begrüßten die Politik, die Wirtschaftskammer sowie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) die Novelle: Es sei erfreulich, dass nun Maßnahmen wie Umweltzonen möglich seien, so der VCÖ, der in seiner Aussendung mehr Bahnverbindungen forderte.

Der ÖAMTC beanstandete hingegen, dass die Sinnhaftigkeit von Fahrverbotszonen nach Abgasklassen nicht festgestellt werden könne. Außerdem würden private Pkw-Lenker draufzahlen, während Lieferfahrzeuge weiter uneingeschränkt benützt werden dürften, so der Club in einer Aussendung. Bei einem Beschluss des Gesetzes forderte der ÖAMTC eine Evaluierung in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren.

Auch dem ARBÖ ist die Novelle ein Dorn im Aug: Das neue IG-Luft schaffe viele Ausnahmen für Industrie und Betriebe, so die Kritik. Umweltzonen würden eine Bürokratieflut bringen, Zusatzkosten für Autofahrer aber kaum etwas für die Umwelt.

Kritik an Emissionszahlen
Beanstandet wurde außerdem, dass die offiziellen Feinstaub-Emissionszahlen (PM10) der Industrie im Jahr 2007 von 16.360 auf 9.070 Tonnen drastisch reduziert worden seien. "So schafft man kein Vertrauen", kritisierte der ARBÖ. Das Umweltbundesamt erklärte die Reduktion mit seiner jährlichen Inventurberechnung bei der die jeweils aktuellsten Daten und Annahmen berücksichtigt würden. 2007 habe sich nachträglich herausgestellt, dass die Schätzungen für den Kalk- und Dolomitabbau zu hoch gegriffen gewesen seien - an der Menge der Emissionen im Straßenverkehr habe sich nichts Wesentliches geändert, hieß es.

Erfreut reagierte die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) auf den Beschluss der Novelle im Ministerrat. Diese erfülle die Forderung, dass dieselben Grenzwerte gelten wie in anderen EU-Ländern, hieß es in einer Aussendung. Auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) zeigte sich erfreut über "einen guten Kompromiss".

Schaffung von Umweltzonen
Für die Schaffung von sogenannten Umweltzonen mit dem Ziel, abgasreiche Fahrzeuge einschränken zu können, wurden einheitliche Standards festgelegt. In einer entsprechenden Verordnung sollen vom Minister bundeseinheitliche Vorgaben zur Kennzeichnung von Fahrzeugen nach Abgasklassen eingeführt werden. Vorgesehen ist ein Aufkleber am Fahrzeug, auf dem u.a. die Euro-Abgasklasse abgelesen werden kann. Neben der Luftschadstoffreduktion soll dadurch auch ein Anreiz geschaffen werden, auf moderne abgasarme Fahrzeuge umzusteigen.

(apa/red)

16.6.2010 14:26
silbermond66, 16. 06. '10 14:56
warum immer die armen
warum zahlt immer die ärmere schicht drauf. es gibt sehr
viele ärmere menschen, die auch noch gehbehindert sind
und ihr fahrzeug unbedingt brauchen, um einigermassen
mobil zu sein, genau diese schicht trifft diese umweltzonen-
verordnung. es sollte einmal ein minister einen monat lang
mit € 900,00 auskommen müssen, dazu gehbindert sein
und ein fahrzeug zu brauchen und dann mit diesem
fahrzeug nicht fahren dürfen, was machen sie da
herr minister?
Dantine, 18. 06. '10 00:25
Re: warum immer die armen
tja, wenn ich 900 hätte, wär ich froh! Ich erhalte zur Zeit € 360,- Berufsufäigkeitsrente, weil ich erst 64 bin. Ich habe mir bei meiner letzten Beschäftigung einen dopeltn Bandscheibenvorfall geholt, meine Hüften sind kaputt, ich kann kaum gehen, brauche auch ein Fahrzeug, aber dafür darf ich 175 € Sozialversicherung zahlen!
Nun meine Herrn Minister: Kaufen Sie mir ein neues Auto?, für meines kriege ich keinen Filter mehr!
Dantine, 16. 06. '10 13:18
Umweltzonen
Man befrage den ADAC, der seit Jahren grosse Erfahrung mit den Umweltzonen hat: Ergebnis = 0,00 !
Den einzigen Vorteil haben Autohäuser, weil viele "alte Schinken" ausgetauscht werden müssen, vor allem trifft es diejenigen, die aus mangelnder Finanzkraft alte Autos fahren(müssen)!
Und das alles für ein Ergebnis, das sich nicht positiv auswirkt.

Denn: Für Hausbrand und Industrie, die wahren Verursacher, gibt es KEINE Umweltzonen!