Verdirbt Ölpest den heimischen Spritpreis?
Katastrophe vor USA lässt Autofahrer zittern
- Deutsche Expertin warnt vor einer neuen Energiekrise
- Verbot von Tiefseebohrung hätte gravierende Folgen

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Bis zu 6,4 Mio. Liter Öl sprudeln täglich ins Meer
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in Louisiana erkrankt
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Obama will wissen, wen er "in Arsch treten" muss
Die Ölindustrie leistet sich eine schwere Pleite - und die Autofahrer dürfen sie ausbaden: Weil nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko weltweit Tiefseebohrungen in Frage gestellt werden, könnte der Preis von Rohöl bald drastisch steigen. Und der Benzinpreis noch tiefere Löcher in unsere Geldbörsen reißen.
Über der Ölbranche braut sich neues Unheil zusammen. Seit dem Untergang der BP-Bohrinsel Deep Water Horizon im Golf von Mexiko schwillt die Kritik an der Durchführung von Tiefseebohrungen weltweit an. Obamas Regierung preschte mit dem vorerst auf sechs Monate befristeten Verbot sämtlicher Tiefseebohrungen vor den Golf-Küsten der USA vor - und hat damit nicht nur BP, sondern gleich die gesamte Ölbranche in die Bredouille gebracht.
"Es könnte zwei Jahre dauern, bis Ölproduzenten im Golf von Mexiko wieder auf gleichem Niveau Tiefseebohrungen durchführen können", warnt bereits Steven Wood, Direktor der Ratingagentur Moody's. Da die Förderung von Öl aus der Tiefsee einen immer größeren Teil der Weltproduktion ausmacht und im Golf von Mexiko große Lagerstätten lokalisiert wurden, hätte das fatale Folgen auf den Öl- und Benzinpreis.
Drohende Energiekrise
"Ohne Tiefsee-Bohrungen wird in den kommenden Jahren die steigende Ölnachfrage nicht zu decken sein", erläutert daher bereits Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gegenüber der "Bild"-Zeitung. Weil bereits andere Regierungen mit einem dauerhaften Verbot der riskanten Tiefseebohrungen liebäugeln, warnt die Wissenschaftlerin: "Uns droht eine Energiekrise."
Für die Autofahrer würde das neue Rekordpreise an den Tankstellen bedeuten. Derzeit steht noch aus dem Jahr 2008 die Höchstmarke von knapp über 140 Dollar je Barrel Brent-Öl. Aber dieser Rekord könnte bald der Geschichte angehören. Spätestens dann wird die Ölindustrie auch in den heimischen Geldbörsen noch tiefer bohren.
(mei)
