Donnerstag, 24. Juni 2010

Jobs für Jugendliche werden noch seltener:
Junge Arbeitslosigkeit nimmt weiterhin zu

  • Unternehmen stellen noch weniger Mitarbeiter neu ein
  • Jugendliche mit Migrationshintergrund stark betroffen

Die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich ist zwar im EU-Schnitt gering, steigt aber weiter. Jeder zehnte Jugendliche hierzulande hat keinen Job, in der EU sucht jeder fünfte nach Arbeit. Mit einer Zunahme von zwei Prozent ist der Anstieg geringer als in der EU (plus 4,2 Prozent). Als Grund für den Anstieg wird in einem Bericht des Wirtschaftsministeriums die Wirtschaftskrise angeführt. Demnach versuchen die Unternehmen ihr bestehendes Personal zu halten und würden dadurch weniger Mitarbeiter neu einstellen.

Laut Wirtschaftsministerium ist die Arbeitslosigkeit bei Personen mit Migrationshintergrund eine der größten Herausforderungen. Es sei davon auszugehen, dass rund ein Drittel bis maximal die Hälfte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ohne weiterführenden Bildungsabschluss aus dem Bildungssystem ausscheiden, während bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund dieser Anteil deutlich unter 10 Prozent liege, heißt es in der Aussendung.

Der Bericht empfiehlt die Einführung eines eigenen Unterrichtsgegenstands "Berufsorientierung" in der 7. und 8. Schulstufe, denn die bisherige integrierte Form der Berufsorientierung habe sich für benachteiligte Jugendliche als unzureichend herausgestellt. Stärker gefördert sollten überdies auch außerschulische Berufsorientierungsangebote wie die "Schnupperlehre" werden.

Um Jugendlichen mit Migrationshintergrund einen besseren Zugang zu einer betrieblichen Lehrausbildung zu ermöglichen, empfiehlt der Bericht auch noch weitere Maßnahmen, etwa die rechtliche und bürokratische Vereinfachung der Beschäftigung von Lehrlingen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft, Beschäftigungsbewilligung bzw. Arbeitserlaubnis für junge Asylwerber, spezielle Beratungs- und Coaching-Angebote sowie die Ausweitung von Kursen zur Verbesserung der Deutschkenntnisse.
(apa/red)

24.6.2010 16:44
Frustriert, 18. 06. '10 22:06
Ganz wichtig
ist das Erlernen der deutschen Sprache. Genau mit solchen Jugendlichen arbeite ich täglich. Es ist gar kein Problem, wenn die Jugendlichen nicht die österr. Staatsbürgerschaft haben, diese bilden ohnehin die Minderheit. Die meisten von ihnen sind bereits Österreicher und auch hier geboren. Außerdem hilft das AMS beim Besorgen der nötigen Dokumente. Das Problem ist tatsächlich, dass ihr Deutsch so schlecht ist, dass man sie nicht versteht. Die Lernwilligkeit hält sich leider auch sehr in Grenzen.
Schwierig wird es, wenn in ein paar Jahren die Schere so aufgeht, dass sowohl Pensionen als auch Arbeitslosengelder zu finanzieren sein werden. Es gibt einige sehr beliebte Berufswünsche, aber leider nicht entsprechend viele offene Stellen. Berufe, die großen Lerneinsatz erfordern, sind unbeliebt.