Es geht endlich wieder bergauf: Heimische
Wirtschaft zieht sich selbst aus dem Sumpf
- Nationalbank rechnet mit Wachstum von 1,6 Prozent
- OeNB: Strenge Einsparungen gefährden Erholung

·Weniger Arbeitslose nur dank Schulungen
Zahl im Mai gesunken: Über 200.000 ohne Job
·WKÖ-Präsident Leitl gegen Steuererhöhung
Fordert Einsparungen bei Verwaltung & Gesundheit
Die heimische Wirtschaft kann auch anders: Nach einem massiven Rückgang der Leistungsfähigkeit im Vorjahr soll es mit Österreich jetzt wieder aufwärts gehen. Rund 1,6 Prozent wird das heimische Bruttoinlandsprodukt heuer wieder zulegen, errechnet die Oesterreichische Nationalbank. Zwei Haken allerdings hat die erfreuliche Nachricht: Der Sparzwang könnte das zarte Pflänzchen Aufschwung noch gewährden. Und Jobs bleiben weiterhin Mangelware.
Österreichs Wirtschaft wächst wieder: heuer real um 1,6 Prozent wachsen, in den folgenden Jahren sogar um 1,8 und 2,1 Prozent, wie die OeNB errechnet. Das ist angesichts des Vorjahreswertes ein beträchtlicher Aufschwung: Damals war die heimische Wirtschaft noch um 3,4 Prozent geschrumpft.
Besonders der wieder anziehende Welthandel beflügelt die Konjunkturaussichten: Bei den Exporten wird nach einem 15-prozentigen Rückgang 2009 heuer wieder ein Zuwachs von 4,6 Prozent erwartet, in den darauffolgenden Jahren soll bei den Ausfuhren ein Plus von 5,4 Prozent (2011) bzw. 6,1 Prozent (2012) zu Buche stehen.
Gedämpfte Aussichten
Trotz dieser erfreulichen Zahlen schätzt OeNB-Gouverneur Nowotny die mittelfristigen Wachstumsaussichten aber trotzdem nur als "gedämpft" ein. Besonders die Budgetkonsolidierung könnte die wirtschaftliche Erholung nämlich gefährden: Laut OeNB-Prognose dürfte eine stärkere Budgetkonsolidierung das BIP-Wachstum Österreichs in den kommenden beiden Jahren auf jeweils 1,7 Prozent abbremsen.
Nur schwach positive Signale sind vom Arbeitsmarkt zu vernehmen: "Seit 1. Juni haben wir täglich schwarze Zahlen bei der Arbeitsmarkt-Statistik geschrieben. Wir haben weniger Arbeitslose als im Jahr zuvor", bekräftigte zwar Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer. Von einer Entspannung der Lage kann allerdings noch keine Rede sein. Nicht nur Hundstorfer mahnt, dass die Probleme am Arbeitsmarkt noch nicht überwunden sind. Auch die Nationalbank warnt: Die Arbeitsmarktperspektiven bleiben getrübt.
(apa/red)
