Opel zieht alle Anträge auf Bürgschaften in Europa zurück: Sanierung aus eigener Kraft
- Antragstellung gestaltet sich komplex und langwierig
- Keine weiteren Werkschließungen oder Kündigungen
·Staatsbürgschaft für Opel wurde abgelehnt
GM muss Tochter aus eigener Kraft sanieren
·General Motors greift
für Opel in die Tasche
Konzern verdreifacht die
Finanzhilfe für die Tochter
·Opel streicht in Europa 8.300 Jobs
Angeschlagener Konzern bittet Staaten um Hilfe
·GM macht Opel-Werk
in Antwerpen dicht
Knapp 2.600 Mitarbeiter
sind in Belgien betroffen
·Opel und seine Standorte in Europa
Deutsche Werke bilden Rückgrat des Konzerns
·Warum kann uns Opel
denn nicht egal sein?
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Der US-Autobauer General Motors will seine Europa-Tochter Opel ohne Staatshilfe sanieren. Der Opel-Mutterkonzern kündigte überraschend an, alle in Europa gestellten Bürgschaftsanträge zurückzuziehen. Der Finanzbedarf habe sich zwar nicht geändert. "Allerdings hat es sich gezeigt, dass der Vorgang weit komplexer und langwieriger ist als zunächst erwartet und noch immer liegen keine Ergebnisse vor", erklärte Opel.
Opel plant trotz des Verzichts auf Staatshilfe keine weiteren Werkschließungen oder Kündigungen. Das sagte ein Opel-Sprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Nach dem Sanierungsplan sollen europaweit 8.300 der 48.000 Stellen abgebaut werden.
Opel hatte den deutschen Bund und die vier deutschen Bundesländer mit Opel-Werken im November 2008 um staatliche Bürgschaften gebeten. Der Bund hatte in der vergangenen Woche endgültig abgelehnt; die Länder wollten noch über Bürgschaften entscheiden. Opel hatte seinen Finanzbedarf zuletzt auf 800 Mio. Euro beziffert. Im vergangenen Jahr hatte sich GM kurzfristig entschieden, Opel doch selbst zu sanieren, nachdem zunächst alles auf einen Verkauf auf den Zulieferer Magna hinausgelaufen war.
Deutsche Entscheidung enttäuschend
Die Entscheidung der deutschen Regierung in der vergangenen Woche sei eine "Enttäuschung" gewesen, erklärte Opel-Chef Nick Reilly am Mittwoch. Ein mögliche Sicherung von Bürgschaften aus Deutschland hätte sich damit "vermutlich um weitere Monate verzögert".
Reilly wies darauf hin, dass die britische Regierung Bürgschaften für Bankkredite in Höhe von 330 Mio. Euro angekündigt habe; Spanien habe Bürgschaften "in ähnlicher Höhe angedeutet". Opel wisse diese Unterstützung "sehr zu schätzen". Auch in Österreich und Polen hatte Opel um Unterstützung gebeten. Zusammen habe Opel 1,8 Mrd. Euro beantragt, erklärte Reilly. Auf diese Anträge verzichtet der Autobauer nun.
(apa/red)
