Aktion scharf nimmt den Pfusch aufs Korn:
Hunderte Baustellen bundesweit im Visier
- Knapp 300 illegal beschäftigte Personen entlarvt
- Großer Schwarzarbeitsskandal in Niederösterreich
Finanzämter, Polizei und Krankenkassen haben in der vergangenen Woche bundesweit 320 Baustellen auf Schwarzarbeiter und Steuerhinterzieher kontrolliert. Von den 1.560 kontrollierten Unternehmen wurden 317 beanstandet, aus den 4.106 kontrollierten Personen waren 297 illegal beschäftigt.
Lopatka stellte die Aktion unter das Finanzministeriums-Motto "Fairness für Steuerzahler": "Ein Teil davon ist die Bekämpfung der Schwarzarbeit." Das Finanzministerium will trotz der Personalsparmaßnahmen die KIAB mit ihren derzeit 310 Mitarbeitern weiter aufstocken. Verstärkte Razzien werde es künftig auch gegen das illegale Glücksspiel geben, sagte Lopatka. Die sogenannte Generalunternehmerhaftung am Bau, die im vergangenen Jahr bereits grundgelegt wurde, soll weiter verschärft werden.
Indes ist in Niederösterreich ein Betrug mit Fassadenfirmen und Schwarzarbeit, bei dem rund 250.000 Euro Schaden entstanden sein soll, aufgedeckt worden. Seit Mai 2009 ermittelten die Beamten der Gruppe Wirtschaftskriminalität gegen einen 41-Jährigen aus dem Bezirk Gänserndorf. Er ist geständig und wurde angezeigt. Dem 41-Jährigen wird vorgeworfen, mit einer nicht existenten Firma und ohne entsprechende Ausbildung Fassadenarbeiten im Internet angeboten zu haben. Dafür nahm er Anzahlungen entgegen, führte die Arbeiten aber nicht vollständig durch. Dadurch kam es im Wienerwald zu rund elf Betrugsdelikten mit einem Schaden von rund 45.000 Euro.
Als Repräsentant der angeblichen Firma stellte der Beschuldigte außerdem einer Baufirma in Wien Scheinrechnungen in der Höhe von etwa 315.000 Euro. Damit sollten Auszahlungen an Schwarzarbeiter buchhalterisch bereinigt werden, gab er gegenüber der Polizei an. Er selbst habe von Jänner 2007 bis Juli 2008 für die Firma als einer von 40 Schwarzarbeitern an der Sanierung von Villen rund um den Neusiedler See im Burgenland mitgearbeitet. Die Arbeiten wurden aber ebenfalls nur mangelhaft durchgeführt, die Gebäude mussten im Nachhinein erneut saniert werden. Insgesamt soll ein Schaden von rund 250.000 Euro entstanden sein.
(apa/red)

