Chile ringt zehn Schweizer nieder: Goldtor von Gonzalez bringt Südamerikanern 2. Sieg
- Behrami nach Tätlichkeit mit Roter Karte vom Platz
- 1. WM-Gegentreffer für Schweizer nach 557 Minuten

Die chilenische Nationalmannschaft hat bei der WM in Südafrika einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. Die Truppe von Coach Marcelo Bielsa feierte gegen die Schweiz einen 1:0-Erfolg und gewann damit auch ihr zweites Match in der Gruppe H.
Vor 34.872 Zuschauern im Nelson-Mandela-Bay-Stadion von Port Elizabeth erzielte Mark Gonzalez in der 75. Minute den spielentscheidenden Treffer per Kopf. Die defensiv neuerlich gut stehenden Schweizer mussten nach einer Roten Karte für Valon Behrami (31.) lange Zeit in Unterzahl agieren, stellten aber trotzdem einen neuen WM-Rekord auf. Mit 557 Minuten ohne Gegentreffer bei einem WM-Turnier überboten sie die bisherige Bestmarke von Italien (550/1986 und 1990).
Ottmar Hitzfeld hatte sein Team gegenüber dem Spanien-Sieg an zwei Positionen verändert. Die zuletzt angeschlagenen Alexander Frei und Valon Behrami kamen für Eren Derdiyok und Tranquillo Barnetta in die Startformation. An der Ausrichtung änderte sich aber nichts, die Schweizer zogen wie schon gegen Spanien einen Abwehrriegel auf, der auch sicher hielt.
Chile spielbestimmend
Die feldüberlegenen Chilenen hatten zwar deutlich mehr Spielanteile, kamen aber nur selten gefährlich vor das Tor von Schweiz-Goalie Diego Benaglio. Der Wolfsburg-Schlussmann musste sich nur bei einer Schuss-Doppel-Chance von Vidal und Carmona (10.) mit einer Faustabwehr sowie bei einem allerdings schwachen Sanchez-Abschluss (40.) auszeichnen.
Zu diesem Zeitpunkt waren die "Eidgenossen" bereits in Unterzahl. Der sichtlich überforderte saudi-arabische Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi (insgesamt neun Gelbe Karten) zeigte Behrami nach einem Zweikampf mit Vidal, bei dem er den Ellbogen ausgefahren hatte, eine sehr harte Rote Karte (31.).
Die Elf von Bielsa konnte nach dem Seitenwechsel vorerst aber überhaupt kein Kapital aus der numerischen Überlegenheit schlagen. Ein abgefälschter Sanchez-Schuss ging zwar ins Tor, wurde aber völlig zurecht wegen Abseits aberkannt (49.). Der Udinese-Offensivspieler hätte die Partie im Alleingang entscheiden können, bei seiner besten Chance vergab er allerdings stümperhaft (55.). Mit Fortdauer der Partie übernahm "La Roja" aber immer mehr das Kommando und war schlussendlich auch noch erfolgreich. Nach einer Flanke von Paredes traf Gonzalez per Kopf (75.) und erlöste damit seine Elf.
In der Schlussphase wäre auf beiden Seiten noch mehr möglich gewesen. Paredes schoss nach einem der vielen Konter knapp am Tor vorbei (89.), im Gegenzug ließ der eingewechselte Derdiyok die Chance auf den Ausgleich aus (90.).
(apa/red)


















