Drogba führt seine Ivorer in die Schlacht:
Elfenbeinküste liebäugelt mit Überraschung
- Brasilien kann mit einem Sieg Achtelfinale buchen
- Sorge um die Unform von Millionenmann Kaka

·2:1-Rumpel-Erfolg: Brasilien selbstkritisch
Tapfere Nordkoreaner sind stolz auf sich selbst
·Brasilien wird seiner Favoritenrolle gerecht
"Selecao" siegt glanzlos
gegen Nordkorea mit 2:1
Ein torloses Remis gegen Portugal und die bevorstehende Rückkehr von Kapitän Didier Drogba haben im Nationalteam der Elfenbeinküste die Hoffnung auf mehr ausgelöst. Vor dem heutigen Duell mit Brasilien (20.30 Uhr, live im NEWS.at-Ticker) beschworen die "Elefanten" ihren neu aufgeflammten Teamgeist und spekulieren mit einer Überraschung. Der Rekordweltmeister zeigte sich nach dem mühevollen Auftakt gegen Nordkorea hingegen leicht verunsichert. Sorgen bereitet den Fans der "Selecao" vor allem die Unform von Spielmacher Kaka.
Der 65-Millionen-Kicker von Real Madrid zeigte sich beim 2:1 gegen den asiatischen Underdog wie befürchtet nicht in weltmeisterlicher Verfassung. In seinem 80. Länderspiel steht Kaka in der Soccer City von Johannesburg nun erneut unter besonderer Beobachtung. "Ich habe lange nicht gespielt. Aber ich bin sicher, dass ich mich im Laufe des Turniers steigern kann", versprach der 28-Jährige. Fix ist, dass Brasilien mit einem Sieg in der schwierigen Gruppe G vorzeitig den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen kann.
Da Teamchef Carlos Dunga im Mittelfeld neben Kaka auf die kampfstarken und disziplinierten Arbeitsbienen Gilberto Silva und Felipe Melo sowie den oft unauffälligen Elano setzt, sind die Stürmer Robinho und Luis Fabiano von Kakas Spielwitz abhängig. Bleibt dieser aus, wirkt Brasilien oft uninspiriert. Dazu kommt, dass Dunga keinen weiteren Spielgestalter für Südafrika nominiert hat - was ihm nun erneut Schelte von der brasilianischen Presse einbrachte.
Auch ein Kaka ist ersetzbar
Gegen Nordkorea hatte Dunga den Weltfußballer von 2007, der in Madrid auch verletzungsbedingt eine verkorkste erste Saison erlebt hatte, nach 77 Minuten vom Feld genommen. "Kaka ist noch nicht bereit für 90 Minuten, er hat noch kein volles Spiel gemacht in den letzten Monaten. Wir wollen den Rhythmus langsam steigern", meinte der als Defensivapostel verschriene Teamchef. Inzwischen brachte sich sogar Robinho als Alternative ins Gespräch. "Es wäre kein Problem für mich, auf dieser Position zu spielen", sagte der 26-Jährige, der unverblümt erklärte: "Julio Baptista kann das auch spielen. Brasilien hat hervorragende Spieler, die Kaka ersetzen können."
Die Elfenbeinküste schöpft ihre Hoffnung auf eine Sensation gegen den fünffachen Weltmeister aus dem Comeback von Didier Drogba. Nach seinem Ellenbruch mit einer Schiene ausgestattet, wurde der Chelsea-Torjäger bereits zum Auftakt gegen Portugal (0:0) eingetauscht, gegen Brasilien könnte der 32-Jährige sein Team bereits aufs Feld führen. "Es wäre keine Überraschung, wenn er von Beginn weg spielt. Er ist für 25 Minuten gegen Portugal gekommen und es ist gut gelaufen", meinte der schwedische Teamchef Sven-Göran Eriksson.
Drogba zuversichtlich
Drogba selbst zeigte sich nach seinem naturgemäß eher zurückhaltenden ersten Auftritt in Südafrika "zuversichtlich", wieder in Form zu kommen. Dass gegen Brasilien nicht nur Defensive gefragt ist, war auch Afrikas Aushängeschild bewusst. "Im ersten Spiel haben wir gut verteidigt, aber wir müssen auch versuchen, Tore zu erzielen", erklärte Drogba, der im Sturm voraussichtlich von Aruna Dindane und seinem Club-Kollegen Salomon Kalou flankiert werden wird.
Letzterer nahm sich vor dem zweiten Kräftemessen Nordkorea als Beispiel. "Sie haben wirklich gut verteidigt und Brasilien geärgert. Wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die nominell stärker ist, musst du sie daran hindern, ihr Spiel aufzuziehen. Und erst dann auf die eigenen Stärken setzen", meinte Kalou den Plan für eine Überraschung zu kennen.
BRASILIEN - ELFENBEINKÜSTE:
(20.30 Uhr, Johannesburg, Soccer City)
Brasilien: 1 Julio Cesar - 2 Maicon, 3 Lucio, 4 Juan, 6 Michel Bastos - 7 Elano, 8 Gilberto Silva, 5 Felipe Melo - 10 Kaka - 9 Luis Fabiano, 11 Robinho
Ersatz: 12 Gomes, 22 Doni - 13 Dani Alves, 14 Luisao, 15 Thiago Silva, 16 Gilberto, 17 Josue, 18 Ramires, 19 Julio Baptista, 20 Kleberson, 21 Nilmar, 23 Grafite
Keine Ausfälle
Teamchef: Carlos Dunga
Elfenbeinküste: 1 Barry - 20 Demel, 4 Kolo Toure, 5 Zokora, 17 Tiene - 21 Eboue, 19 Yaya Toure, 9 Tiote - 15 Dindane, 11 Drogba, 8 Kalou
Ersatz: 16 Zogbo, 23 Yeboah - 2 Angoua, 3 Boka, 6 Gohouri,
22 Bamba, 12 Gosso, 13 Romaric, 14 Kone, 7 Doumbia, 10 Gervinho, 18 Keita
Keine Ausfälle
Teamchef: Sven-Göran Eriksson (SWE)
(apa/red)


















