WM-Aus stürzt Eto'o ins Tal der Tränen:
Kameruns Star von Pleite schwer enttäuscht
- Afrikaner müssen als erstes Team die Koffer packen
- Teamchef Paul Le Guen scheint angezählt zu sein

·Pleite gegen Dänen kickt Kamerun aus WM
Afrikaner packen als erstes WM-Team Koffer
·Niederlande zittert sich zum 1:0-Sieg
Sneijder rettet die Elftal gegen Japan vor Blamage
·Australien und Ghana
spielen "nur" Remis
Socceroos ringen in Unterzahl noch ein 1:1 ab
·Pleite vs. Dänemark schickt Kamerun heim
Bilder: Die Löwen beißen sich die Reißzähne aus
Ausgerechnet ein Team aus Afrika ist bei der Fußball-WM-Premiere auf dem Heim-Kontinent als erstes ausgeschieden. Nach dem unglücklichen 1:2 gegen Dänemark waren nicht nur die Fans von Kamerun schwer enttäuscht, sondern auch die Tage von Teamchef Paul Le Guen scheinen gezählt. Freiwillig will der Franzose aber nicht aufhören.
Superstar Samuel Eto'o schlich sich völlig niedergeschlagen aus dem Stadion in Pretoria, Routinier Rigobert Song war der Frust ebenfalls deutlich anzusehen - nur Le Guen gab sich trotzig. Der Trainer dachte in der schweren Stunde des Scheiterns überhaupt nicht an einen Rücktritt als Coach der einst "Unbezähmbaren Löwen". "Ich werde nicht aufgeben", gab er zu Protokoll, ob er nun weitermachen werde. "Ich fürchte nichts. Aber ich bin unglücklich und traurig für die kamerunische Nation."
Als Champions-League-Sieger mit Inter Mailand war Eto'o zur WM gereist, das frühzeitige Ende nagte sichtbar am Stürmerstar. Mit leerem Blick ließ er den nicht enden wollenden Interviewreigen über sich ergehen. Vermutlich hätte sich der 29-Jährige lieber die übergroßen Kopfhörer aufgesetzt, die er in der Hand hielt. Aber geduldig beantwortete der Torschütze zum 1:0 letztlich die bohrenden Fragen, warum der WM-Beutezug der "Löwen" schon vorbei und er auch bei seiner dritten WM-Teilnahme bereits in der Gruppenphase ausgeschieden ist.
"Wir hatten so viel Hoffnung", meinte Eto'o, der vor der Partie mit einigen Mitspielern den Aufstand geprobt hatte. Zumindest von der Formation her erfolgreich: Le Guen hatte wie von Eto'o gewünscht die Mannschaft aufgestellt. Aber ohne Happy End. "Ich möchte mich bei den Menschen in Kamerun bedanken", meinte der Kapitän. "Sie haben uns in schweren Momenten unterstützt. Ich weiß, dass es jetzt auch für sie schwer ist."
Dänen gestehen Fehler ein
Dabei hatte Kamerun gar nicht schlecht gespielt. Mit Willen und Einsatz waren Eto'o & Co. zur Sache gegangen - und Chancen hatten sie zur Genüge. Auch weil sich die aufopferungsvoll kämpfenden Dänen einen Abwehrschnitzer nach dem anderen leisteten. "Wir haben viele elementare Fehler gemacht", gestand deren Coach Morten Olsen. Dass es dennoch klappte, hatte er den Toren von Nicklas Bendtner (33.) und Dennis Rommedahl (61.) zu verdanken.
Doch um das angepeilte Achtelfinale zu erreichen, müssen die haarsträubenden Fehler in der Defensive schnell abgestellt werden. Denn auch im abschließenden Match der Gruppe E gegen die Japaner müssen die Dänen unbedingt gewinnen, da sie die schlechtere Tordifferenz als die ebenfalls bei drei Punkten haltenden Asiaten aufweisen. "Wenn wir weiterkommen wollen, haben wir viel, an dem wir arbeiten müssen", weiß Olsen. Die Dänen dürfen also noch hoffen, Kamerun spielt gegen die bereits fix im Achtelfinale stehenden Niederländer nur noch um die Ehre.
(apa/red)


















