Ohne Goalie Buffon die "Kiwis" verspeisen:
Ersatzmann Marchetti kostete einst 500 Euro
- Italien gegen Neuseeland bereits unter Zugzwang
- Teamchef Lippi setzt diesmal auf Offensivabteilung

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Titelverteidiger Italien möchte ab sofort ganz besonders für den verletzten Star-Tormann Gianluigi Buffon kämpfen. "Im Finale will ich wieder dabei sein", verkündete der von einem Bandscheibenvorfall außer Gefecht gesetzte Juventus-Schlussmann vor dem Match der Italiener heute (ab 16 Uhr live im NEWS.at-Ticker) in Gruppe F in Nelspruit gegen Neuseeland. Für Buffon wird wie in der zweiten Spielhälfte der Partie gegen Paraguay (1:1) Federico Marchetti das Tor der Azzurri hüten.
Marchetti blickt der größten Herausforderung seiner Karriere aus einem einfachen Grund relativ gelassen entgegen. "Vor fünf Jahren habe ich dem Tod ins Auge gesehen, das hat mein Leben verändert", erklärte der 27-Jährige, der damals wie durch ein Wunder einen schweren Autounfall überlebt hatte. "Weil ich überlebt habe, habe ich mir damals das Ave Maria eintätowieren lassen", erzählte der Cagliari-Keeper.
Aus Liga vier ins WM-Tor
Als sein Vorbild Buffon vor vier Jahren den WM-Pokal in Berlin in die Luft stemmen durfte, spielte Marchetti noch in der vierten italienischen Liga. Sein damaliger Club AC Torino verlieh ihn immer wieder an diverse Viertligisten. Erst im Sommer 2006 endete Marchettis Odyssee beim Zweitligisten Albinoleffe. 500 Euro zahlte der Club damals für Italiens nunmehrigen WM-Keeper, dem dort endlich der Durchbruch gelang. Zwei Jahre später holte ihn Cagliari schließlich in die erste Liga - für 6,9 Millionen Euro.
Heute wird sein Wert sogar bereits auf 15 Millionen Euro geschätzt - Top-Clubs wie Juventus und der AC Milan haben schon ein Auge auf den Schlussmann geworfen. "Ich werde ein gutes Spiel machen, ich denke nur an einen Sieg", erklärte Marchetti voller Zuversicht, während Buffon mit einer von der FIFA genehmigten Spezial-Therapie für sein WM-Comeback trainiert. Nach aktuellem Stand scheint eine Rückkehr des 32-jährigen vierfachen Welt-Torhüters ins Turnier unwahrscheinlich.
Lippi offensiver?
Teamchef Marcello Lippi erwägt eine System-Umstellung von 4-2-3-1 auf 4-4-2, die Ersatz-Stürmer Antonio Di Natale, Giampaolo Pazzini und Fabio Quagliarella hoffen auf einen Einsatz. Prominente Namen wie Francesco Totti, Alessandro Del Piero, Filippo Inzaghi, Antonio Cassano, Mario Balotelli und Luca Toni können den gegen Paraguay offensiv eher harmlosen Italienern nicht helfen, Lippi hat sie allesamt nicht einberufen.
Und Lippi ist der Ansicht, dass seine Auserwählten zum Auftakt überzeugt haben: "Falls jemand daran gezweifelt hat: Italien ist da - mental, athletisch und mit ganzem Herzen." Neuseeland-Stürmer Chris Killen fordert von sich und seinen Kollegen ebenfalls ein großes Herz. "Wir dürfen keine Angst vor Italien haben." Ihr erster WM-Punkt (1:1 gegen die Slowakei) und die Rückkehr von Mittelfeld-Routinier Timothy Brown beflügeln die "Kiwis", die nach Meinung ihres Trainers Ricki Herbert ohnehin ganz gelassen sein können: "Egal, was gegen Italien passiert: Wir sind noch nicht ausgeschieden."
ITALIEN - NEUSEELAND:
(Gruppe F, 16.00 Uhr, Nelspruit, Mbombela-Stadion,
SR noch nicht bekannt)
Italien: 12 Marchetti - 19 Zambrotta, 5 Cannavaro, 4 Chiellini, 3 Criscito - 22 Montolivo, 6 De Rossi - 7 Pepe, 15 Marchisio, 9 Iaquinta - 11 Gilardino
Ersatz: 14 De Sanctis - 8 Gattuso, 16 Camoranesi, 10 Di Natale, 23 Bonucci, 20 Pazzini, 18 Quagliarella, 13 Bocchetti, 2 Maggio, 17 Palombo
Es fehlen: 1 Buffon, 21 Pirlo (beide verletzt)
Teamchef: Marcello Lippi
Neuseeland: 1 Paston - 4 Reid, 6 Nelsen, 19 Smith - 11 Bertos, 7 Elliot, 8 Brown, 3 Lochhead - 10 Killen, 14 Fallon, 9 Smeltz
Ersatz: 23 Bannatyne - 21 Christie, 20 Wood, 2 Sigmund, 18 Boyens, 13 Barron, 15 McGlinchey, 5 Vicelich, 16 Clapham, 17 Mulligan, 22 Brockie
Es fehlt: 12 Moss (gesperrt)
Teamchef: Ricki Herbert
(apa/red)


















