FIFA kennt bei "Beer Babes" kein Pardon:
36 Holland-Fans aus dem Stadion geworfen
- Trugen Kleidchen einer niederländischen Brauerei
- "Oranje"-Damen wurden drei Stunden lang verhört

·"Uns ist ein Stein
vom Herzen gefallen"
Niederlande nach Sieg zum Auftakt erleichtert
Gegenüber fremden Sponsoren in ihrem Revier kennt die FIFA kein Pardon. Das hat der Fußball-Weltverband beim WM-Spiel zwischen den Niederlanden und Dänemark wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. Da sie in von einer niederländischen Brauerei gesponserten Kleidchen unterwegs waren, wurden 36 "Oranje"-Fans einfach aus dem Stadion in Johannesburg geworfen. Danach wurden die mittlerweile als "Beer Babes" bezeichneten Fans wegen Verdachts auf Schleichwerbung von der FIFA noch drei Stunden lang verhört.
Die FIFA verteidigt ihr rigoroses Vorgehen. Die Outfits der Damen seien ein Teil einer Ambush- oder Trittbrett-Marketingaktion der Brauerei "Bavaria" gewesen. Das könne man nicht dulden, heißt es. Gerüchte, wonach die Frauen sogar kurzzeitig inhaftiert wurden, werden allerdings dementiert: "Es gab keine Verhaftungen", stellt FIFA-Sprecher Nicolas Maingot klar, "wir haben die involvierten Frauen nur nach Details befragt."
Zwei "Babes" in Haft
Die südafrikanischen Polizei widerspricht den Aussagen der FIFA. Zwei Niederländerinnen seien in Haft, sie stehen im Verdacht, die Schleichwerbung organisiert zu haben. Beide Frauen sollen sich nun vor einem Untersuchungsrichter in Johannesburg verantworten, ließen die Behörden verlautbaren.
Maingot kündigte gleichzeitig an, "alle verfügbaren Rechtsmittel" gegen "Bavaria" zu prüfen. Die Brauerei, die bereits bei der WM 2006 in Deutschland versucht hatte, mit Schleichwerbung im Stadion zu punkten, dürfte das allerdings nicht groß jucken. "Unsere Marke ist auf den Kleidern nicht genannt, aber nun spricht die ganze Welt über uns", gibt Bavaria-Chef Peer Swinkels gegenüber der Zeitung "De Telegraaf" Einblick in die Hintergründe der Marketing-Aktion.
"Die Mädchen haben geweint"
Barbara Kastein, einer der verhörten 36 "Beer Babes", richtet im Interview mit der südafrikanischen Zeitung "The Star" schwere Vorwürfe gegen die FIFA. "Wir haben gesungen, waren gut drauf. Die Kameras waren oft auf uns gerichtet." Dann forderte sie ein Ordner auf, das Stadion freiwillig zu verlassen. Als sich die "Beer Babes" weigerten, "haben uns vierzig Ordner umstellt und abgeführt." Danach habe ihnen die Polizei in einem Fifa-Büro immer wieder dieselbe Frage gestellt, so Kastein: "Ob wir für Bavaria arbeiten. Sie haben gedroht, uns sechs Monate lang einzusperren. Die Mädchen haben geweint." Der Vorwurf der Schleichwerbung sei einfach "absurd".
In die "Beer Babes"-Affäre war übrigens auch Robbie Earle, Fußball-Experte beim englischen TV-Sender ITV, verwickelt. Das Kartenkontingent der 36 niederländischen Fans war nämlich auf seinen Namen reserviert, berichtet die Online-Ausgabe der "New York Post". Earle wurde umgehend gefeuert.
(red)


















